180 Milliarden Euro fehlen : Neuer Fonds soll Milliarden für den Aufschwung mobilisieren

Um Europas Dauerkrise in den Griff zu bekommen, muss die Wirtschaft mehr investieren, sagt das Berliner DIW. Dabei könnte ein Fonds helfen, der vor allem den Mittelstand mit Geld versorgt.

Carsten Brönstrup
Ein Arbeiter kontrolliert eine Turbine, die bei Siemens in Berlin für ein Düsseldorfer Kraftwerk gefertigt wird.
Ein Arbeiter kontrolliert eine Turbine, die bei Siemens in Berlin für ein Düsseldorfer Kraftwerk gefertigt wird.Foto: dpa

Ein Investitionsfonds soll der Konjunktur in Europa wieder aufhelfen. Er soll vor allem kleinen und mittleren Firmen Kapital für Anschaffungen zur Verfügung stellen, schlägt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin vor. „Europa hat ein Wachstumsproblem, das nur mit Investitionen zu überwinden ist“, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher am Mittwoch. Es gehe aber nicht darum, mehr staatliches Geld zu mobilisieren. Dies gäben die Haushalte ohnehin nicht her, zudem wäre dies ein „fatales Signal für Unternehmen und Finanzmärkte“, urteilte der Ökonom.

Das DIW schlägt vor, die Nettoersparnis im Euro-Raum – rund 250 Milliarden Euro im Jahr – in Unternehmen zu lenken, die das Geld produktiv einsetzen könnten. Dies könne mithilfe eines Fonds geschehen, der bei der Europäischen Investitionsbank angesiedelt und auf fünf Jahre befristet ist. Er soll Garantien an Banken vergeben und so das Ausfallrisiko für Kredite übernehmen. In vielen Sektoren und Branchen sei in den vergangenen Jahren zu wenig investiert worden. Fratzscher nannte die Industrie, den Dienstleistungssektor und die Energiewirtschaft als Beispiele. Insgesamt würden im Euro-Raum pro Jahr 180 Milliarden Euro zu wenig investiert. Flankiert werden soll der Vorstoß mit steuerlichen Anreizen, etwa bei Abschreibungen, sowie mehr Wettbewerb gerade in stark regulierten Sektoren wie Bildung und Gesundheit.

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