Wirtschaft : 1998 wird nicht das Jahr der Aktie

WestLB: Bundestagswahl wird die Kurse drücken / Maschinenbau, Elektro und Banken empfohlen

DÜSSELDORF / MÜNCHEN (rtr).Das kommende Jahr wird nach Einschätzung der Analysten der Westdeutschen Landesbank Research kein so gutes Börsenjahr wie die beiden vorangegangenen.Dämpfend werde sich unter anderem der Wahlkampf vor der Bundestagswahl im nächsten Herbst auswirken, sagte Wolfgang Sawazki vom Aktienresearch der Bank am Dienstag in Düsseldorf.Dennoch sei es immer noch besser, sein Geld in Aktien als in Rentenpapieren anzulegen.Der Deutsche Aktienindex (Dax) werde 1997 zwischen 4000 und 4100 Punkten enden.Für 1998 haben die Analysten angesichts vieler Unwägbarkeiten eine große Spanne zwischen 3650 und 4700 Punkten angesetzt. Zu den Anlagerisiken für das kommende Jahr zählten auch die Turbulenzen an den fernöstlichen Märkten, hieß es.Derzeit gehe man bei der WestLB aber noch davon aus, daß sich die Situation in Asien und vor allem in Japan nicht so sehr verschlechtern werde, daß Auswirkungen auf Europa unausweichlich seien.Es sei sehr wahrscheinlich, daß die notleidenden Volkswirtschaften durch ihre Regierungen kräftig und wirksam unterstützt würden.Bislang hätten die Turbulenzen im fernen Asien kaum Auswirkungen auf die Märkte in Europa gehabt. Die Empfehlung, Aktien gegenüber Renten vorzuziehen, gründe sich auf die Erwartung eines leicht ansteigenden Zinsniveaus, teilten die Analysten von WestLB Research weiter mit.In der Vorbereitung auf den Euro, von dessen Einführung man sicher ausgehe, müßten sich die Zinssätze in Europa angleichen.Einige große Länder, darunter auch Deutschland, lägen mit ihrem Zinsniveau aber noch sehr niedrig.Kurzfristig sei dennoch keine Zinserhöhung der Bundesbank zu erwarten.Auch in den USA müsse angesichts der rasanten Wirtschaftsentwicklung mittelfristig mit einer Zinserhöhung gerechnet werden. Anleger sollten sich nach der Empfehlung der WestLB-Analysten im nächsten Jahr in Deutschland vor allem in den Branchen Maschinenbau, Elektro und Banken engagieren.Im einzelnen sagen sie den Standardwerten BMW, Deutsche Bank, Degussa, Lufthansa , Siemens und Preussag eine überdurchschnittlich gute Entwicklung voraus. Auf die deutsche Konjunktur dürften die Anleger dagegen nicht bauen dürfen.Nach Einschätzung des Ifo-Institutes bietet die Konjunktur nämlich nach wie vor ein gespaltenes Bild.Das Geschäftsklima in der Industrie sei im Oktober insgesamt freundlich geblieben und habe sich in Ostdeutschland sogar verbessert, ermittelte das Münchener Institut in seinem jüngsten Konjunkturtest.Dagegen habe sich die Entwicklung in Bau und Handel wieder verschlechtert.Am Bau in Westdeutschland sowie in großen Teilen der ostdeutschen Wirtschaft werde weiterhin Personal abgebaut.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben