Wirtschaft : 1999 gingen Absatz und Umsatz zurück - Zwölf Mark Dividende

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Das sommerliche Wetter beschert der Berliner Kindl Brauerei gute Geschäfte. "In den ersten viereinhalb Monaten des Jahres liegen wir im Absatz deutlich über dem Vorjahr und auch über unserer Planung", sagte Berliner-Kindl-Vorstand Jochen Sievers am Donnerstag bei der Vorlage des Geschäftsberichts 1999 in Berlin. Auch im vergangenen Jahr habe das gute Wetter im Juli und September den Biermarkt unverhofft belebt. Der negative Trend, dass die Deutschen immer weniger Bier trinken, sei damit allerdings nicht gebrochen.

1998 tranken die Deutschen pro Kopf 127,3 Liter Bier, 1999 waren es laut Deutschem Brauerbund 127,5 Liter. Das sei kein Grund zur Entwarnung, sagte Sievers. "Die deutsche Brauwirtschaft hat weiter Strukturprobleme. Die Zahl der produzierenden Betriebe ist zu hoch." Es gebe leere Kapazitäten von 30 bis 40 Prozent. "Die rufen nach Beschäftigung", sagte Sievers. Zuwachs gebe es allenfalls im Billigbereich und bei Spitzenmarken. Das mittlere Segment der Konsumware leide unter der Zurückhaltung der Konsumenten. Die Folge: Absatzverluste bei Berliner Kindl Pils und Potsdamer Rex.

Hoffnung macht der Brauerei die Premiummarke Berliner Kindl Jubiläums Pilsener. 1999 konnte der Absatz um 4,5 Prozent gesteigert werden und lag erstmals über 500 000 Hektoliter. Gute Chancen auf dem wachsenden Markt der Bier-Mischgetränge sieht Sievers für die Berliner Kindl Weisse mit Schuss. Der Absatz der Kindl Weisse und der Kindl Weisse mit Schuss wuchs 1999 um 37 Prozent auf 65 000 Hektoliter.

Doch Ertrag gehe vor Hektoliter, sagte Finanzdirektor Horst Nobel. 1999 sank der Umsatz um 4,8 Prozent auf 205,3 Millionen Mark. Das Betriebsergebnis stieg dagegen um 24,2 Prozent auf 9,5 Millionen Mark. Der Jahresüberschuss lag bei fünf Millionen Mark. Der Vorstand will der Hauptversammlung am 29. Juni eine Dividende von 12 Mark pro Aktie vorschlagen.

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