Wirtschaft : 20 000 Ingenieure fehlen

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Mehr als 4,6 Millionen Menschen suchen in Deutschland eine Arbeitsstelle – und trotzdem klagt die Technikbranche, sie finde nicht genügend Fachkräfte. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) geht von 20 000 fehlenden Experten aus. Der SpezialistenMangel schmälert das Wachstum, deshalb verschenkten die Deutschen pro Jahr etwa 1,2 Milliarden Euro, schätzt der Verband. Zwar gebe es derzeit zugleich 64 000 arbeitslose Ingenieure. Ihnen fehle aber oft das nötige moderne Fachwissen, sagte VDI-Direktor Willi Fuchs. Grund: 60 Prozent der beschäftigungslosen Ingenieure seien älter als 50 Jahre und hätten es versäumt, sich weiterzubilden. Besonders betroffen vom Fachkräftemangel sind Zukunftsbranchen wie Nano- oder optische Technologien.

Doch auch am Nachwuchs mangele es, hieß es am Montag auf der Hannover Messe. In der Elektroindustrie wird nach einer Umfrage des Fachverbands VDE in diesem Jahr jeder zweite Arbeitsplatz für Berufseinsteiger unbesetzt bleiben. Demnach glaubt jedes dritte Unternehmen, gegen den Expertenmangel nur mit ausländischen Kräften ankämpfen zu können. Mit bundesweit rund 6000 Absolventen der Elektro- und Informationstechnik werde 2003 ein Tiefstand erreicht. Die Begeisterung für die Technik sei verloren gegangen, hat VDE-Präsident und Siemens-Vorstand Klaus Wucherer beobachtet. Zudem „entwickelt sich der Ausbildungsstand an deutschen Schulen zu einer Innovationsbremse für die Technologiebranche“, warnte er. brö

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