Wirtschaft : 20 000 Mitarbeiter protestieren in Wolfsburg

Fast 20 000 VW-Mitarbeiter haben am Donnerstag in Wolfsburg vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Sie versammelten sich zu einer Protestkundgebung auf dem Werksgelände, um für die Übernahme von rund 1800 befristet Beschäftigten zu demonstrieren. Deren Zeitverträge laufen ab Ende Juni nach und nach aus. VW will bisher nur einen kleinen Teil fest anstellen.

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Klaus Volkert, warf dem VW-Vorstand vor, er zerstöre das Vertrauen der Belegschaft. Volkswagen dürfe "nicht zu einem primitiven kapitalistischen Konzern verkommen, in dem Menschen wie ein lästiger Kostenfaktor geheuert und gefeuert werden können", sagte Volkert unter lautstarkem Beifall. Es gebe im Werk Wolfsburg erheblichen Personalbedarf. Dies belegten elf Millionen Überstunden im vergangenen Jahr.

Nach Angaben von Volkert will VW an Stelle einer Übernahme die meisten Mitarbeiter später über den Umweg der externen Wolfsburg AG als Subunternehmer wieder ins Werk holen - zu deutlich geringeren Einkommensbedingungen. "Hierzu sagen wir dem Vorstand in aller Klarheit: Das macht ihr mit uns nicht", sagte Volkert. Der Betriebsrat will den Konflikt notfalls auch bei der Aufsichtsratssitzung Mitte März zur Sprache bringen.

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