Wirtschaft : 20 000 neue Arbeitsplätze in der Autobranche

MÜNCHEN / WOLFSBURG (tnh).Deutschlands Automobilindustrie schafft auch 1998 neue Arbeitsplätze.Allein in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres habe die Branche hierzulande 20 000 Stellen aufgebaut, sagte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, am Mittwoch in München.Seit Ende 1996 habe diese "Zukunftsindustrie" damit rund 45 000 Arbeitplätze geschaffen und beschäftige nun mehr als 700 000 Personen.Basis der guten Branchenkonjunktur seien Innovationen und Investitionen.Von Ende 1996 bis Ende 1998 würden die Konzerne die Rekordsumme von 50 Mrd.DM in Deutschland investieren.Über 60 Prozent der europäischen und gut 30 Prozent der weltweiten Kfz-Patente seien deutschen Ursprungs, was die heimische Industrie weltweit an die Spitze bringe.

Der Aufschwung spiegelt sich in den Fertigungszahlen der ersten sechs Monate wieder.Die Pkw-Produktion stieg um sieben Prozent auf fast 2,6 Mill.Einheiten.Angesichts eines Auftragsbestands von derzeit 780 000 Autos dürfte das Produktionswachstum bis Ende 1998 kaum abnehmen.Die Fertigung von Lkw wuchs im ersten Halbjahr um zehn Prozent auf 187 000 Einheiten.85 Prozent des Pkw-Auftragsbestands entfallen laut VDA auf deutsche Hersteller, was auch eine Schattenseite hat: Wegen langer Lieferfristen heimischer Autobauer stieg der Marktanteil von Importwagen zum Halbjahr leicht auf knapp 35 Prozent.Die befürchtete Importschwemme aufgrund der Abwertung asiatischer Währungen ist aber bislang ausgeblieben.Deutsche Hersteller könnten derzeit aus einer Position der Stärke heraus den Wettbewerb bestreiten, sagte Gottschalk mit Blick auf Zusammenschlüsse wie den zwischen Daimler und Chrysler.Das gelte im übrigen auch für Zulieferer.Der heimischen Industrie komme zugute, daß nun auch der Inlandsabsatz zunehmend an Fahrt gewinne.Mit 1,94 Mill.Autos wurden im ersten Halbjahr 1998 knapp fünf Prozent mehr Pkw in Deutschland zugelassen als im Vorjahreszeitraum.Beim Lkw war es ein Zulassungsplus von neun Prozent auf 143 000 Laster.Der Pkw-Export stieg um sieben Prozent auf gut 1,5 Mill.Wagen, der Lkw-Export um elf Prozent auf 122 000 Einheiten.In den USA legte das Auslandsgeschäft deutscher Pkw-Hersteller in den ersten fünf Monaten 1998 sogar um ein Viertel zu, in Osteuropa um 14 Prozent.Dagegen führte die Asienkrise zu einem Rückgang deutscher Pkw-Exporte nach Japan und Südostasien um über 30 Prozent.

Unterdessen kritisierte der Gesamtbetriebsrat von VW die Investitionspolitik des Unternehmens.Ausfallzeiten durch defekte Anlagen und Leerlauf aufgrund schlechter Logistik seien wesentliche Ursachen für die langen Lieferzeiten, insbesondere beim neuen Golf.Insgesamt schiebt VW einen Berg von 600 000 Vorbestellungen vor sich her.

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