Wirtschaft : 2007 weniger als vier Millionen Arbeitslose

IW sagt weitere Belebung des Stellenmarktes voraus – weil das Wirtschaftswachstum stark bleibt

Berlin - Die Zahl der Arbeitslosen wird im Zuge des Aufschwungs 2007 erstmals seit vier Jahren wieder unter die Marke von vier Millionen sinken. Das erwartet das unternehmernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in seiner neuen Konjunkturprognose. „Die Wachstumsimpulse sind kräftig genug, um dem Arbeitsmarkt neuen Schwung zu geben“, sagte IW-Direktor Michael Hüther am Montag in Berlin.

Für dieses Jahr wird die Zahl der Arbeitslosen um 385 000 zurückgehen, im kommenden sollen es noch einmal 265 000 weniger sein, erwartet das IW. Das Absinken unter die Vier-Millionen-Schwelle sei damit für einige Monate möglich, sagte Hüther.

Im Jahresschnitt 2007 werde die Quote auf 9,7 Prozent sinken, nach 10,3 Prozent in diesem Jahr.

Dabei wirkt sich die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozentpunkte ab 2007 offenbar schwächer aus als bislang angenommen. Nach einem um 2,4 Prozent stärkeren Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde der Zuwachs im kommenden Jahr bei 1,5 Prozent liegen, sagte Hüther. Nur die Hälfte des schwächeren Wachstums gehe auf die Finanzpolitik zurück, die andere Hälfte sei der etwas nachlassenden Weltkonjunktur anzulasten. Insgesamt stehe der Aufschwung in Deutschland auf einem breiteren Fundament, hieß es. Nicht nur die Investitionen, auch der Bau käme in Schwung, sagte Hüther.

Die gute Wirtschaftslage wirkt sich auch positiv auf das Staatsdefizit aus. In diesem Jahr soll es bei nur 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Die EU-Finanzminister wollen daher das seit 2003 laufende Defizitverfahren gegen Deutschland ruhen lassen. Das beschlossen sie in Luxemburg. Das Defizit darf maximal bei drei Prozent liegen.

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