Wirtschaft : 2500 Jobs bei Hugo Boss gesichert

Vorstand und Mehrheitsaktionär geben Garantie für fünf Jahre

Metzingen/Stuttgart - Die Jobs der Beschäftigten des Modeherstellers Hugo Boss sind in Deutschland für die kommenden fünf Jahre sicher. Vorstand und Mehrheitsaktionär Permira haben sich mit dem Betriebsrat auf eine Standortsicherungsvereinbarung für die rund 2500 Beschäftigen über diesen Zeitraum geeinigt, wie das Unternehmen in Metzingen mitteilte. Zugleich widersprachen Permira und Boss Befürchtungen, die Strategie des Investors könne den Modekonzern langfristig schwächen.

„In diesen und in den kommenden Jahren sind Investitionen auf Rekordniveau geplant, um zu wachsen und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Boss- Vorstandsmitglied Hans Fluri. „Dieser Wachstumskurs und die dazu notwendigen Investitionen werden von unserem Mehrheitsaktionär mitgetragen.“

Die Standortsicherungsvereinbarung ist ein Zugeständnis von Permira an die Arbeitnehmervertreter bei dem Metzinger Konzern. Der Betriebsrat hatte angesichts der von dem Finanzinvestor betriebenen großzügigen Ausschüttungspolitik vor einer Schwächung des Unternehmens gewarnt. Dem widersprach Permira- Deutschlandchef Jörg Rockenhäuser: „Wir haben ein langfristiges Interesse an der Entwicklung des Unternehmens. Unser Konzept ist eine klare Wachstumsstrategie. Mit jeder anderen Strategie würden wir uns ins eigene Fleisch schneiden.“

Der Finanzinvestor sieht demnach vor allem das Geschäft in Asien als Wachstumstreiber für den Modehersteller an. „Dieser Markt ist für Hugo Boss extrem wichtig“, erklärte Rockenhäuser. „Hier muss es weitere Investitionen in die Vertriebsstrukturen geben.“ Ziel von Permira sei es, Hugo Boss von einem in Europa gut aufgestellten Modehersteller zu einem globalen Unternehmen zu machen und die Marke weiter zu stärken, erklärte Rockenhäuser die Strategie des Investors, der auch wegen des Rücktritts von drei Topmanagern innerhalb weniger Wochen in die Kritik geraten war.

Neben Vorstandschef Bruno Sälzer hatten Produktionsvorstand Werner Lackas und Aufsichtsratschef Giuseppe Vita den Modehersteller verlassen. Hintergrund sollen Streitigkeiten mit dem neuen Eigner über den künftigen Kurs des Metzinger Unternehmens gewesen sein. dpa

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