Wirtschaft : 29 Milliarden Dollar für Kreditkartenfirma

Finanzinvestor KKR will First Data übernehmen

Walter Pfaeffle

New York - Der amerikanische Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) übernimmt für etwa 29 Milliarden Dollar die Kredikartenabrechnungsfirma First Data. Das bestätigte First Data am Montag am Firmensitz in Denver (Colorado). Die Konzernführung habe dem Verkauf bereits zugestimmt, teilte First Data mit. Allerdings werde man sich noch nach weiteren Bietern umschauen.

First Data ist der führende US-Anbieter von elektronischen Zahlungssystemen. Die Anteilseigner des Unternehmens erhalten für jede Aktie 34 Dollar in bar – das entspricht einem Bonus von rund 34 Prozent gegenüber dem durchschnittlichen Schlusskurs der vergangenen 30 Handelstage. Am vergangenen Freitag war First Data an der Wall Street 20 Milliarden Dollar wert. Jetzt müssten noch die Aktionäre und die Aufsichtsbehörden zustimmen.

Die Transaktion würde KKR zur viertgrößten privaten Beteiligungsgesellschaft machen. Die Investoren machten zuletzt durch die Ankündigung der 32 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Stromkonzerns Texas Utility TXU von sich reden. Auch andere Beteiligungsfirmen haben in den vergangenen Monaten weltweit Übernahmeangebote in Milliardenhöhe für Firmen der verschiedensten Branchen präsentiert. Sie profitieren dabei von vergleichsweise niedrigen Kreditzinsen und hohen Erlösen aus Anteilsverkäufen. Erst am vergangenen Freitag hatte sich First Data mit der Übernahme des Unternehmens Polcard für 325 Millionen Dollar in Polen eingekauft.

Bezahlsysteme sind für Finanzinvestoren wegen der hohen liquiden Mittel (Cashflow) attraktiv. In den USA wickelt First Data einen großen Teil des bargeldlosen und kartengestützten Zahlungsverkehrs ab. Im Juni hatte First Data die deutsche Gesellschaft für Zahlungssysteme (GZS) übernommen. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei 7,1 Milliarden Dollar, der Gewinn bei 848 Millionen. Weltweit erledigen 26 100 Beschäftigte Kreditkarten- und andere elektronische Abrechnungen von Kundentransaktionen in 4,9 Millionen Geschäften, Hotels und Tankstellen.

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