Wirtschaft : 34 000 Insolvenzen in Deutschland - Erstmals Rückgang um vier Prozent

Erstmals seit Anfang der neunziger Jahre ist die Zahl der Unternehmenspleiten in Deutschland gesunken. Nach vorläufigen Zahlen aus 13 Bundesländern ging die Zahl der Firmeninsolvenzen im vergangenen Jahr gegenüber 1998 um mehr als vier Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Die fünf neuen Bundesländer - mit Ausnahme von Berlin - verzeichneten sogar einen Rückgang um deutliche 4,7 Prozent, hieß es.

Einschließlich der Verbraucherinsolvenzen, die mit dem neuen Insolvenzrecht Anfang 1999 erst eingeführt worden waren, erhöhte sich die Zahl der Pleiten bundesweit geringfügig um 0,3 Prozent. Über sieben Prozent aller Insolvenzanträge waren nach Angaben der Wiesbadener Statistiker dieser Kategorie zuzurechnen.

Übertrage man die vorliegenden Zahlen auf die Gesamtzahl aller Länder, dürfte es 1999 zu rund 34 000 Insolvenzen gekommen sein, darunter knapp 27 000 von Unternehmen und Kleingewerbetreibenden, schrieben die Statistiker. Bei den Unternehmensinsolvenzen bedeute dies einen Rückgang von etwa vier Prozent.

Ein weiteres Ziel der Insolvenzrechtsreform war es, den Anteil der Konkurse zu verringern, die mangels Masse abgelehnt werden, das heißt bei denen nicht einmal die Verfahrenskosten gedeckt werden können. 1999 mussten nach Angaben des Statistikamtes etwa zwei Drittel aller Insolvenzanträge mangels Masse abgewiesen werden, 1998 waren es noch drei Viertel. Ein vollständiges Bundesergebnis soll im September 2000 vorliegen.

Während das neue Gesetz im Bereich der Unternehmen offenbar ein Erfolg ist, hatte Bundesjustizminsterin Herta Däubler-Gmelin (SPD) unlängst angekündigt, das Insolvenzrecht für private Schuldner nachbessern zu wollen. Nach Schätzungen waren 1999 etwa 3,5 Millionen Haushalte überschuldet.

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