Wirtschaft : 35 Stunden reichen nicht

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Niemand engagiert sich stärker, um Arbeit zu vermeiden, als die Franzosen. Zwei Jahre haben Politiker, Gewerkschafter und Wirtschaftsvertreter um die 35Stunden-Woche gerungen. Jetzt soll das Arbeitszeitgesetz wieder reformiert werden. Die Reform erlaubt 48 Stunden Arbeit pro Woche, vorausgesetzt, Management und Angestellte einigen sich. Das Arbeitszeitgesetz war das wirtschaftsschädlichste Gesetz der letzten Jahre. Es hatte die Schaffung von Arbeitsplätzen verhindert, Investoren vertrieben und die Arbeitsmoral zerstört. Vielleicht stimmt es, dass Franzosen, Deutsche und andere EU-Mitglieder ohne Wirtschaftswachstum den Müßiggang vorziehen. Aber die 35-Stunden-Woche verhindert die freie Entscheidung über die Arbeitszeit.

Es gibt Leute, die mehr Geld brauchen und länger arbeiten wollen. Wieder andere können nicht arbeiten. Die Arbeitslosigkeit liegt in Frankreich seit zwanzig Jahren bei zehn Prozent. Nur ein Viertel der Unter-25-Jährigen und ein Drittel der Über-55-Jährigen haben einen Job. Wirklich revolutionär wäre es deswegen gewesen, das Gesetz zu kippen, anstatt es zu reformieren. Dafür wird es jedoch mutigere Politiker als die jetzigen brauchen.

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