Wirtschaft : 35-Stunden-Woche für Frankreichs Metaller

PARIS (AFP).In Frankreich haben Arbeitgeber und ein Teil der Gewerkschaften ein Abkommen über die 35-Stunden-Woche in der Metallindustrie geschlossen.Die Vereinbarung wurde am Dienstag abend vom Unternehmerverband UIMM und mehreren kleinen Gewerkschaften unterzeichnet.Sie sieht vor, die Wochenarbeitszeit vom Jahr 2000 an von derzeit 39 auf 35 Stunden zu verringern.Zugleich soll aber die Zahl der zulässigen Überstunden deutlich erhöht werden.Damit entspricht die Branche im Prinzip dem Rahmengesetz zur 35-Stunden-Woche, das das Parlament im Mai mit den Stimmen der regierenden Linkskoalition verabschiedet hatte.Die in der Metallindustrie führenden Gewerkschaften CGT und CFDT schlossen sich der Vereinbarung nicht an.Sie kritisierten, daß mit der Überstundenregelung keine neuen Arbeitsplätze entstünden.

Das Abkommen sieht vor, die Wochenarbeitszeit für Betriebe mit mehr als 20 Angestellten zum Jahr 2000 von derzeit 39 auf 35 Stunden zu verringern.Kleinere Betriebe sollen zwei Jahre später folgen.Im Gegenzug soll jedoch die zulässige Zahl von Überstunden von derzeit 94 Stunden pro Jahr auf 180 Stunden fast verdoppelt werden.Die CFDT sprach daher von einem "schwarzen Tag für die Arbeitszeitverkürzung".Mit der Vereinbarung werde der Sinn des Rahmengesetzes entstellt, da die effektive Arbeitszeit nicht reduziert werde.

Mit dem Gesetz hofft die Regierung von Premierminister Lionel Jospin, mehrere hunderttausend neue Stellen schaffen zu können.Die Verhandlungen über die 35-Stunden-Woche in der Metallindustrie mit 1,8 Millionen Beschäftigten hatten als Test für die Bereitschaft der Unternehmer gegolten, die gesetzlichen Bestimmungen umzusetzen.Die UIMM gehört zu den einflußreichen Organisationen innerhalb des Arbeitgeberverbandes CNPF, der das Rahmengesetz vor seiner Verabschiedung heftig bekämpft hatte.Arbeitsministerin Martine Aubry sprach am Mittwoch von einem "virtuellen Abkommen", das zunächst keinerlei Auswirkungen habe.Sie verwies auf ein geplantes zweites Rahmengesetz zur 35-Stunden-Woche, in dem die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern berücksichtigt werden sollen.

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