Wirtschaft : 473 neue Berliner Meister sind fit für die Zukunft Handwerkskammer und IHK ehren Nachwuchs

Daniel Mohr

Berlin - Jung, innovativ und gut ausgebildet sind sie: die 473 Jungmeister des Jahres 2005. Auf der Meisterfeier der Berliner Wirtschaft wurden sie am Sonntag in Berlin geehrt – erstmals von der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer (IHK) gemeinsam. „Das ist ein neuer Geist“, freute sich der Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf. „Es muss unser gemeinsames Ziel sein, die Qualität des Standorts zu verbessern. Da ist es gut, wenn alle an einem Strang ziehen.“

392 Meister aus dem Handwerk und 81 aus Industrie und Handel haben in diesem Jahr ihren Abschluss in Berlin gemacht. Im Schnitt sind sie 30,7 Jahre alt. Im vergangenen Jahr hatten alleine im Handwerk noch 466 ihre Meisterprüfung abgelegt. Doch seitdem für einige Berufe der Meisterbrief nicht mehr zwingend notwendig ist, um einen Betrieb zu führen, sinken die Zahlen.

Bisher machten IHK und Handwerkskammer jeweils eigene Meisterfeiern. Dieses Jahr fand die Ehrung mit Übergabe der Meisterbriefe erstmals zusammen statt. Als Symbol des Seit an Seit von Industrie und Handwerk hielten die beiden Präsidenten Eric Schweitzer (IHK) und Stephan Schwarz (Handwerkskammer) auch gleich ihre Festansprache gemeinsam. „Sie, die Jungmeister, haben viel Zeit investiert und ihre Bereitschaft gezeigt, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Schweitzer. „Qualifizierung ist etwas, das Bestand hat“, ergänzte Schwarz. Beide wünschten sich mehr von dem Gründergeist in Deutschland, den die Meister verkörpern. „Die Meister krempeln die Ärmel hoch und packen an“, sagte Schwarz.

Beide Präsidenten hoffen, dass sich möglichst viele der neuen Meister selbstständig machen. „Fünf Prozent sind dies schon“, sagt Susan Shakery von der Handwerkskammer. „Und viele weitere sind erpicht darauf, ein Unternehmen zu gründen oder wollen den Betrieb der Eltern übernehmen.“ Wirtschaftssenator Wolf ermunterte die jungen Meister dazu. Mit dem Meisterbrief hielten sie ein Qualitätssiegel in der Hand, das ihnen einen Vorsprung im Wettbewerb verschaffe. „Den Konkurrenzkampf um niedrige Löhne können wir nicht gegen Osteuropa, China oder Indien gewinnen“, sagte Wolf. „Wir müssen durch Qualität und Innovationen punkten.“

Auch die Jungmeister selbst kamen zu Wort. „Viel Gelerntes kann ich schon in der Praxis gebrauchen“, sagte Thorsten Vogt (24), Industriemeister der Fachrichtung Metall in der Jungmeisterrede. Er schließt nun direkt eine Ausbildung zum technischen Betriebswirt an. „Ich war schon immer sehr wissbegierig und habe jede Chance auf Weiterbildung ergriffen“, sagte er. Bäckermeisterin Melanie Peternuss (22) wurde emotionaler: „Man muss seine Träume verwirklichen. Am besten aber hört man nie auf zu träumen.“ Sie kommt aus Kärnten, konnte dort ihre Meisterausbildung aber nicht machen. Nun will sie sich in Berlin auch noch zur Konditormeisterin weiterbilden. Welche Kunst das ist, sahen die Festgäste am Ende der Meisterfeier. Unter den Klängen der „United Big Band Berlin“ präsentierte die Konditoreninnung eine Riesentorte mit Wunderkerzen.

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