Wirtschaft : 5,5 Millionen neue Jobs werden in der EU erwartet

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Zu den Schlusslichtern gehört neben Österreich und Italien vor allem Deutschlandtog

Europa geht wirtschaftlich besseren Zeiten entgegen. In ihrer am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Herbstprognose kommen die EU-Wirtschaftsexperten zu dem Schluss, dass die Zeichen in Europa auf Aufschwung stehen. In den nächsten zwei Jahren sei europaweit ein beschleunigtes Wirtschaftswachstum bei stabilen Preisen, ein kräftiges Beschäftigungswachstum bei sinkenden Arbeitslosenzahlen, eine in der EU homogenere Wirtschaftsentwicklung und insgesamt geringere Defizite in den Staatshaushalten zu erwarten. Der in Brüssel für Wirtschaft und Währung zuständige EU-Kommissar Pedro Solbes sieht deshalb größere Spielräume für die Mitgliedsstaaten, sowohl die Schulden schrittweise abzubauen, als auch "schneller Anreize für mehr Beschäftigung zu geben."

Das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) werde sich in der EU voraussichtlich von 2,1 Prozent im Jahr 1999 auf 3 Prozent in den Jahren 2000 und 2000 beschleunigen, heißt es in dem EU-Bericht. Das gesunde Wachstumstempo gehe auf Reallohnzuwächse, geringeres Sparen und vor allem auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze zurück. Im Euro-Gebiet allerdings werde das Wachstum mit 2,9 Prozent in den nächsten beiden Jahren geringfügig schwächer sein. Zu den konjunkturellen Schlusslichtern, die das Bild trüben, gehört neben Österreich und Italien vor allem Deutschland. Das deutlich schwächere Wachstum im wirtschaftsstärksten Mitgliedsland (1999: 1,5 Prozent) wirke sich bremsend auf die Partner aus. Andere Länder dagegen wie Griechenland, Spanien, die Niederlande und Portugal tragen mit Wachstumsraten von über drei Prozent, Irland sogar von 8 Prozent, zum europäischen Aufschwung bei.

Vergleichsweise schwach bleibe in Deutschland auch das Beschäftigungswachstum, lautet die Brüsseler Prognose für die nächsten Jahre. In der gesamten EU werden in der Zeit von 1999 bis 2001 voraussichtlich zwar fast 5,5 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die europäische Arbeitslosenquote wird auf 8 Prozent absinken. Doch während Irland, Spanien und die Niederlande sehr hohe Beschäftigungszuwächse zu verzeichnen haben, werde Deutschland im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit auch in den nächsten Jahren weit weniger erfolgreich sein.

Für das letzte Quartal des Jahres zeichnet sich in Deutschland dagegen nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) eine Beschleunigung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums ab. Getragen werde dieses im wesentlichen von der kräftigen Zunahme der Exporte, heißt es in den am Mittwoch veröffentlichten ersten Ergebnissen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Insgesamt könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im letzten Jahresviertel gegenüber dem Vorquartal um rund ein Prozent zulegen. Für das Gesamtjahr stünde dann ein Plus von 1,4 Prozent zu Buche.

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