Wirtschaft : 50 Aktiengesellschaften mit der schlechtesten Wertentwicklung ins Visier genommen

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Es gibt Preise, die kein Unternehmer haben will. Ein Platz auf der Watchlist der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gehört dazu: Sie listet die 50 größten Vernichter von Aktionärsvermögen auf. An der Spitze steht das defizitäre Signalbauunternehmen Schaltbau, deren Aktionäre in drei Jahren einen Kursrutsch von 81 Prozent hinnehmen mussten.

Versagen von Vorstand und Aufsichtsrat, schlechtes Marktumfeld oder miserable Investor Relation bei ansonsten soliden Unternehmensergebnissen sind die drei "herausragenden Ursachen" für die schlechte Kursentwicklung der 50 Unternehmen der DSW-Watchlist, sagte Thomas Hechtfischer, DSW-Landesgeschäftsführer NordrheinWestfalen. Als Beispiele für Gesellschaften, bei denen Vorstand und Aufsichtsrat möglicherweise versagt hätten, nannte Hechtfischer die Unternehmen Kaufring und Hirsch.

Beim Kaufring hätte sich das Management mit der Eingliederung der Tochter Nürnberger Bund verhoben. Beim Damenbekleidungsunternehmen Hirsch müssten die Marktprobleme berücksichtigt werden, so Hechtfischer. "Allerdings sind die längere Zeit bekannt, so dass der Vorstand bald Ergebnisse für eine Besserung vorweisen sollte", forderte der Anlegerschützer. Er wertete es als einen "Hoffnungsschimmer", dass von den 50 Unternehmen der Watch-List des Vorjahres 37 Unternehmen in diesem Jahr nicht wieder auf der Liste auftauchten.

Als wichtiges Thema der gerade angelaufenen Saison der in diesem Jahr rund 750 Hauptversammlungen nannte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker den von der Schutzvereinigung entwickelten "Code of Best Practise". Dieses Regelwerk enthält Grundsätze zur Verwirklichung einer "verantwortlichen, auf Wertschöpfung ausgerichteten Leitung und Kontrolle von Unternehmen und Konzernen", so Hocker.

Wichtige Kernpunkte:

Zeitnahe Finanzberichterstattung (Geschäftsberichte, Quartalszahlen) inklusive der Angabe des Gewinns je Aktie.

Die Gesamtvergütung des Vorstands wird getrennt angegeben nach fixen und variablen, also leistungsabhängigen Bestandteilen.

Geschäfte zwischen Vorstandsmitgliedern und der Gesellschaft müssen vorab durch den Aufsichtsrat genehmigt werden.

Zur effektiven Unternehmenskontrolle bildet der Aufsichtsrat Arbeitsausschüsse.

Unternehmen des Neuen Marktes sind in der Liste nicht verzeichnet. Hinter Schaltbau finden sich auf den zehn ersten Plätzen Plettac, Kaufring, Hucke, Möbel Walther, Stolberger Telekom, CS-Interglas, Lösch, Steucon und Hirsch. 13 Unternehmen zählten schon 1999 zu den Verlustbringern: Neben Schaltbau, Plettac, Kaufring, Holzmann und Strabag waren dies Hirsch, Turbon, Doag, Herlitz, Jado, Reichelt, Brau und Brunnen sowie Hohner. Die vollständige Liste ist im Internet unter www.dsw-info.de erhältlich.

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