500 Millionen Nutzer : Facebook-Übernahme schadet WhatsApp nicht

Bei vielen WhatsApp-Nutzern war die Empörung groß. Als Facebook den Messenger im Februar übernahm, fürchteten sie um ihre Daten. Nun boomt die Konkurrenz - und WhatsApp.

Im Februar 2014 übernimmt Facebook den Messengerdienst WhatsApp. Es ist eine der größten Übernahmen im IT-Sektor. Foto: dpa
Im Februar 2014 übernimmt Facebook den Messengerdienst WhatsApp. Es ist eine der größten Übernahmen im IT-Sektor.Foto: dpa

Weltweit nutzen 500 Millionen Menschen regelmäßig den Kurznachrichtendienst WhatsApp. Die meisten Neukunden habe das Unternehmen in den vergangenen Monaten in Ländern wie Brasilien, Indien, Mexiko und Russland gewonnen, teilte WhatsApp am Dienstag in einem Blogeintrag mit.

Täglich würden zudem mehr als 700 Millionen Fotos und 100 Millionen Videos verschickt. In Deutschland nutzen nach jüngsten Angaben von WhatsApp-Manager Neeraj Arora etwa 32 Millionen Menschen den Kurznachrichtendienst. Das entspricht etwa 70 Prozent der Smartphone-Nutzer in der Bundesrepublik.

Der Kauf von WhatsApp durch Facebook im Februar für insgesamt 19 Milliarden Dollar hatte zuletzt bei vielen Kunden Sorgen um den Datenschutz ausgelöst. Seitdem stehen WhatsApp-Alternativen wie Threema, Telegram Line oder Kik Messenger auf vorderen Plätzen in den internationalen Verkaufscharts des iTunes-Stores von Apple und des Play-Stores von Google für Android.

In Asien sind Chat-Dienste wichtiger als Facebook

Kurznachrichtendiensten wie KakaoTalk, Line oder WeChat gehört die Zukunft - das gilt nach Ansicht von Experten zumindest für Länder in Asien, wo die WhatsApp-Konkurrenten immer stärker die Rolle der Internet-Giganten Google, Apple, Amazon und Facebook übernehmen.

In China, Japan und Südkorea erleben die Chat-Dienste zur Zeit einen Boom. Längst setzen die Apps nicht mehr ausschließlich auf das Verschicken von Kurznachrichten. Statt dessen verdienen die digitalen Dienste ihr Geld mit Werbung, der Vermittlung von Taxi-Fahrten oder auch mit gezielten Verkäufen einzelner Produkte.

Weil die Dienste aber oft nur in ihren jeweiligen Heimatländern Erfolg haben, sind sie weit davon entfernt, die Großen der Branche herauszufordern. In Südkorea ist die Smartphone-App KakaoTalk auf neun von zehn Handys installiert. In anderen Ländern müht sich der WhatsApp-Konkurrent aber, Kunden zu gewinnen.

Vergleichbar geht es Line außerhalb von Japan und WeChat jenseits der chinesischen Grenzen. Vor allem in Europa und den USA läuft der Weg zum Kunden im Netz nach wie vor über die großen Plattformen. (dpa/rtr)

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