Wirtschaft : 506 Berliner machen den Meister

Manuel Vering

Berlin - Für ungewohnte Töne auf der sonst so harmonischen Meisterfeier der Berliner Wirtschaft sorgte eine Zahntechnikmeisterin. „Wo ich gerade sehe, dass Vertreter von Vattenfall und der Politik anwesend sind, wollte ich alle dazu aufrufen, heute beim Volksentscheid abzustimmen. Und stimmt dafür!“, rief die junge Meisterin den Anwesenden zu, nachdem ihr Stephan Schwarz, Präsident der Berliner Handwerkskammer (HWK), den Meisterbrief übergeben hatte. Die restliche Feier lief nach Plan, und so wurden insgesamt 506 neue Meister und Meisterinnen am Sonntag von Politikern und Vertretern der Kammern geehrt.

Schwarz und Cornelia Yzer (CDU), Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, fanden viele lobende und motivierende Worte und hoben die tragende Rolle der mittelständischen Unternehmen für Wirtschaft und Wachstum hervor. „Die Stadt ist stolz auf Sie“, schwärmte Yzer und wünschte sich, „dass viele den Weg der Selbstständigkeit gehen“. Das würde Arbeitsplätze schaffen, allein im vergangenen Jahr habe es in Berlin 40 000 Neugründungen gegeben, betonte sie. Allerdings dürfte diese Zahl eher für die Start-up-Szene in Berlin stehen und hat nur wenig mit den 506 frisch gebackenen Meistern zu tun; im Vorjahr waren es sogar noch rund 100 Meister mehr gewesen. Schwarz und Yzer wiesen auf die Meistergründungsprämie hin, mit der Neugründer unter anderem mit 7000 Euro unterstützt werden. Die „Meister von übermorgen“, sind für Schwarz junge Leute mit Migrationshintergrund. Er sieht hier „Potenzial“ und warb in dem Zusammenhang für eine „Willkommenskultur in Unternehmen und Verwaltungen.“

Die meisten bestandenen Handwerks-Prüfungen wurden wieder bei den Friseuren abgelegt, wo es in diesem Jahr 96 neue Meisterinnen und Meister gibt. Es folgen Kraftfahrzeugtechniker (69) und Heizungsbauer (41). Im Bereich der Industrie- und Handelskammer gab es die meisten neuen Meister in der Fachrichtung Metall (19). Der Frauenanteil lag insgesamt mit 121 Meisterinnen bei knapp 24 Prozent, das sind zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Manuel Vering

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