Wirtschaft : 55 Firmen in Südkorea auf schwarzer Liste

SEOUL (rtr/dpa/AFP).Südkoreas Banken haben eine Liste mit 55 "nicht-überlebensfähigen" Unternehmen veröffentlicht.Nach dem Urteil der Finanzaufsicht seien die Firmen zahlungsunfähig und sollen keine Kredite mehr erhalten.Bestehende Schulden müßten sie an die Banken zurückzahlen, hieß es am Donnerstag in Seoul.Auf der schwarzen Liste stehen auch 20 Firmen, die zu den fünf großen südkoreanischen Industriekonzernen Hyundai, Samsung, LG, Daewo und SK gehören.Zehn börsennotierte Gesellschaften auf der Liste wurden am Donnerstag vom Börsenhandel ausgesetzt, sollen am Freitag aber wieder gehandelt werden.Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters äußersten sich Experten enttäuscht: Sie hätten einen deutlicheren Schnitt bei der Umstrukturierung des Unternehmenssektors erwartet.Die Commercial Bank fo Korea, die 26 Kreditinstitute des Landes repräsentiert, erklärte, als Ergebnis der Überprüfung von 313 Unternehmen könnten die Kreditlinien von 55 Firmen nicht verlängert werden.Alle anderen würden weiter von den Banken unterstützt.

Die zur Hyundai-Gruppe gehörende Hyundai-Livart ist Analysten zufolge die einzige bedeutende börsennotierte Firma auf der Liste.Die Daewoo-Gruppe muß voraussichtlich fünf und die SK-Gruppe drei Sparten schließen.Sie gehören zu den südkoreanischen Großkonglomeraten, den sogenannten Chaebols.Nach Meinung von Experten könne die Veröffentlichung der Liste nur ein Anfang sein: "So lange den Chaebols nicht die Pistole auf die Brust gesetzt wird, werden sich diese nicht reformieren," hieß es.Die Liste steht im Zusammenhang der Bemühungen der Regierung, den Finanz- und Unternehmenssektor des Landes umzustrukturieren.Südkorea hatte sich Ende des vergangenen Jahres als Gegenleistung für Milliardenkredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu einschneidenden Reformen verpflichtet.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben