Wirtschaft : 6000 Siemensianer künftig ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Einigung mit IG Metall / Ausgleich angekündigt MÜNCHEN (dpa).Im Streit um kostensenkende Tarifvereinbarungen haben sich die Siemens AG, Berlin/München, und die IG Metall auf einen Kompromiß geeinigt.Der größte deutsche Elektrokonzern und die Gewerkschaft verständigten sich auf Rahmenbedingungen für einen neuen Tarifvertrag in drei der zahlreichen Arbeitsbereiche.Das teilten die Tarifpartner am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mit.Demnach lehnt sich der neue Vertrag für bundesweit rund 6000 Beschäftigte nur noch an den Tarifvertrag der Metallindustrie an, sieht aber Verschlechterungen wie den vollständigen Abbau des Weihnachts- und Urlaubsgeldes innerhalb von zwei Jahren vor. Für 14 000 weitere Beschäftigte in anderen Siemens-Bereichen plane man gesonderte Gespräche, um zu ähnlichen Ergebnissen zu kommen, erklärte Unternehmenssprecher Eberhard Dombek.Bundesweit beschäftigt Siemens 192 000 Mitarbeiter.Das Urlaubs- und Weihnachtsgeld in der deutschen Metall- und Elektorindustrie beträgt derzeit 70 bzw.55 Prozent des Monatsentgelts, sagte ein Gewerkschaftssprecher.Als Ausgleich für die Streichung in den drei Bereichen wurde die Einführung neuer leistungs- und ertragsorientierter Gehaltskomponenten angekündigt.Bei den betroffenen Sparten handelt es sich um das Geschäftsgebiet Gebäudetechnik des Siemens-Bereichs Anlagenbau und Technische Dienstleistungen, die Montageeinheiten des Bereichs Private Kommunikationssysteme sowie Gebäudemanagement und Services. Diese Einheiten sollen rechtlich selbständig werden.Am 1.Oktober dieses Jahres solle das neue Entgeltsystem in Kraft treten, sehen die in sechs Gesprächsrunden ausgehandelten Eckpunkte des Tarifvertrags vor, denen die zuständige Tarifkommission der IG Metall an diesem Dienstag in München noch zustimmen muß.Der neue Tarifvertrag für die drei Bereiche soll zudem mit einer Jahres- statt mit einer Wochenarbeitszeit mehr Flexibilität ermöglichen.Künftige Erhöhungen des Lohn- und Gehaltstarifs in der Metallindustrie werden in den drei Bereichen künftig erst mit einem halben Jahr Verzögerung umgesetzt, die zum 1.April 1998 für die Metaller vereinbarte Lohnerhöhung von 2,5 Prozent soll hier aber ganz entfallen.Das laufende tarifliche Monatsentgelt der derzeitigen Mitarbeiter bleibe erhalten, hieß es.

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