Wirtschaft : 6200 Stellen neu in der Chemie

Industrie macht mehr Umsatz als vor der Krise

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Frankfurt am Main - Mit Rekorden bei Produktion und Umsatz ist die deutsche Chemieindustrie in das Jahr 2011 gestartet. In den ersten drei Monaten kletterte der Erlös der Firmen auf 45,2 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 15,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit war der Umsatz zum ersten Mal in einem Quartal wieder höher als vor der Krise.

In Deutschland verbuchten die Chemiefirmen ein Plus von 12,4 Prozent auf 18 Milliarden Euro, im Auslandsgeschäft sogar von 17,5 Prozent auf mehr als 27 Milliarden Euro. Der größte Schub kaum dabei aus Europa, das mit einem Anteil von 76 Prozent die wichtigste Rolle im Auslandsgeschäft spielt. Auch die Geschäfte mit den USA, Ostasien und Lateinamerika liefen sehr gut. Die Produktion kletterte zwischen Januar und März gegenüber dem ersten Quartal 2010 um acht Prozent. Die Anlagen waren zu 87 Prozent ausgelastet. „In Teilen des Chemiegeschäftes stößt die Branche inzwischen an ihre Kapazitätsgrenzen“, sagte VCI-Präsident Klaus Engel am Dienstag in Frankfurt am Main.

Angesichts der sehr guten Geschäftslage und voller Auftragsbücher haben die Chemiefirmen auch wieder mehr neue Mitarbeiter eingestellt. Ende März beschäftigten sie in Deutschland 421 000 Menschen, 6200 mehr als ein Jahr zuvor.

Für das Gesamtjahr rechnet Engel mit einem Produktionsplus von fünf statt wie bisher erwartet 2,5 Prozent. Der Umsatz soll angesichts der deutlich gestiegenen Preise um neun Prozent auf rund 186 Milliarden Euro zulegen. Zwar werden die Wachstumszahlen von 2010 nicht wieder erreicht. Trotzdem ist die Branche begeistert. „Die Stimmung ist gut. Trotz etlicher Risiken für die Weltwirtschaft bleiben wir optimistisch und rechnen damit, dass die große Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen im In- und Ausland weiter anhält“, sagte Engel.

Allein die Preisentwicklung macht der Branche derzeit Sorgen. Die hohen Öl- und Rohstoffkosten schlugen auch auf die Preise für Chemieprodukte durch. Sie stiegen allein im ersten Quartal um 2,2 Prozent. Rolf Obertreis

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