Wirtschaft : 704 Milliarden Investitionen für Kommunen Studie: Bis 2020 Bedarf vor allem im Straßenbau

Berlin - Deutsche Städte und Gemeinden müssen bis 2020 mindestens 704 Milliarden Euro für den Bau und die Modernisierung ihrer Infrastruktur einplanen. Dies geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik hervor, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach entfällt der größte Anteil mit 162 Milliarden Euro auf den Bau und die Erhaltung des kommunalen Straßennetzes. Weitere 73 Milliarden müssten in die Instandhaltung von Schulen und 58 Milliarden in die Sanierung der Abwassernetze gesteckt werden. Die restliche Summe entfalle zum Beispiel auf Krankenhäuser, Sportstätten oder Verwaltungsgebäude, heißt es in der Studie. Der Präsident der deutschen Bauindustrie, Hans-Peter Keitel, sagte, die Kommunen schöben derzeit einen „gewaltigen Nachholbedarf“ von 70 Milliarden Euro aus den zurückliegenden Jahren vor sich her. Keitel forderte daher eine engere Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft, um den Investitionsstau erfolgreich abarbeiten zu können.

Die in der Studie genannte Summe über 704 Milliarden Euro bezieht sich auf den Investitionsbedarf in den Jahren 2006 bis 2020. Da allerdings die Preissteigerungen nicht eingerechnet wurden, könnte die tatsächlichen Kosten deutlich darüber liegen. Denn bereits für 2008 und 2009 rechnet Keitel mit weiter steigenden Baupreisen.

Unterdessen hat sich die Situation in der Bauindustrie weiter aufgehellt. Der Verband teilte mit, dass die Zahl der Auftragseingänge im Februar bundesweit um rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sei. ysh

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