8 470 000 000 Dollar Gewinn im Quartal : Warum Apple so glänzend verdient

In nur drei Monaten hat Apple umgerechnet etwa 6,6 Milliarden Euro verdient - doppelt so viel wie VW und mehr als vier mal so viel wie Siemens. Die Gerüchte um ein sich verbiegendes iPhone haben offenbar nicht geschadet.

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Der Hype um das kalifornische Tech-Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.
Der Hype um das kalifornische Tech-Unternehmen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.Foto: dpa

Die Zahlen sind umwerfend. 8,47 Milliarden Dollar, das sind umgerechnet 6,6 Milliarden Euro, hat Apple in nur drei Monaten verdient. Damit ist der Gewinn in etwa doppelt so groß wie der des Volkswagen-Konzerns im zweiten Quartal des laufenden Jahres. Ein Grund für die glänzenden Zahlen des kalifornischen Computerkonzerns ist der Absatz des neuen iPhone 6. Obwohl es viele Berichte darüber gab, dass sich das extrem flache Smartphone in der Hosentasche verbiegen kann, hat Apple davon bereits 39,3 Millionen Stück verkauft. Dabei sind die neuen iPhones 6 und 6 Plus erst seit September im Handel, in China werden sie sogar erst seit vergangener Woche verkauft.

„Unser Geschäftsjahr 2014 war eines für die Rekordbücher, inklusive dem größten iPhone-Launch aller Zeiten mit iPhone 6 und iPhone 6 Plus“, sagte Apple- Chef Tim Cook. In den drei Monaten Juli bis September setzte Apple 42,1 Milliarden Dollar um und somit zwölf Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Mehr als die Hälfte seines Umsatzes machte Apple dabei mit seinen Smartphones.

Die Anleger reagieren positiv auf die Zahlen aus Cupertino

Beim Mac-Computer verzeichnete Apple nach Angaben von Cook den besten Marktanteil in einem Quartal seit 1995. Die Verkaufszahlen legten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 21 Prozent auf 5,52 Millionen Geräte zu. Apple-Finanzchef Luca Maestri sprach von einem "wirklich bemerkenswerten" Anstieg angesichts der anhaltenden Krise im Geschäft mit herkömmlichen Computern.

Die Anleger reagierten positiv auf die Zahlen aus Kaliforniern. Apple-Aktien verteuerten sich an der Frankfurter Börse um mehr als drei Prozent. Auch weil die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft noch einmal besser sind als für das vergangene Vierteljahr: Von Oktober bis Dezember rechnet das Management mit einem Umsatz von 63,5 Milliarden bis 66,5 Milliarden Dollar.

Apple will Samsung wieder Marktanteile abjagen

Die Nachfrage nach den neuen iPhones werde noch auf absehbare Zeit die Fertigungskapazitäten übersteigen, sagte Apple-Chef Cook selbstbewusst. „Im Moment verkaufen wir alles, was wir produzieren können.“ Im hart umkämpften Smartphone-Geschäft will Apple vor allem dem Rivalen Samsung wieder Marktanteile abjagen. Samsung ist Marktführer bei Smartphones, leidet aber darunter, dass die Kunden für Samsung-Geräte nicht die hohen Preise zahlen wie für das iPhone. Samsung wird daher in diesem Jahr wohl weniger verdienen. Es wäre der erste Gewinnrückgang seit 2011. Von Juli bis September ist das Betriebsergebnis nach vorläufigen Daten um fast 60 Prozent auf umgerechnet etwa drei Milliarden Euro eingebrochen.

Nach dem Tod von Firmengründer Steve Jobs im Jahr 2011 waren viele Beobachter skeptisch, ob Apple seine Erfolgsgeschichte fortsetzen kann. „Jetzt zeigt sich, dass Apple mehr ist als Steve Jobs“, sagte Jürgen Kurz, Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). „Apple hat die Erwartungen erneut übertroffen, egal ob sich das iPhone biegt oder nicht.“ Apple sei in der Lage, mit seinen Produkten hohe Anziehungskraft zu erzeugen. Die Kunden seien bereit, für den Namen extra zu bezahlen, ähnlich wie etwa die Käufer eines Porsche. In der Folge könne Apple höhere Margen durchsetzen.

"Apple sitzt immer noch auf großen Geldsäcken"

Was dem Aktionärsschützer allerdings weniger gefällt, ist die geringe Ausschüttung. Apple-Aktionäre können froh sein, dass überhaupt etwas ausgezahlt wird. Bei einem Nettogewinn von 1,18 Dollar pro Aktie will das Unternehmen eine Bardividende von 0,47 Dollar pro Stammaktie bezahlen. „Apple sitzt immer noch auf großen Geldsäcken“, sagt DSW-Sprecher Kurz. „Eigentlich ist Apple ein saturiertes Unternehmen, doch wenn es um die Ausschüttungsquote geht, agiert es immer noch wie ein Wachstumsunternehmen.“

Immerhin gibt sich Apple nun anlegerfreundlicher als zu Steve Jobs Zeiten. „Wir haben auch weiterhin unser Kapitalrückflussprogramm energisch fortgeführt“, sagte Finanzchef Luca Maestri. „Im zurückliegenden Quartal haben wir 20 Milliarden Dollar ausgegeben und die kumulierten Zahlungen betragen 94 Milliarden Dollar.“ Die Finanzreserven sanken wegen der Auszahlungen an die Aktionäre auf 155,2 Milliarden. Im gesamten Geschäftsjahr verdiente Apple 39,5 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von knapp 183 Milliarden Dollar.

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