An diesem Nachmittag kommt die Bundesregierung mit Vertretern der Bundesbank und dem staatlichen Rettungsfonds Soffin zusammen, um mit ihnen gemeinsam Lösungen für den Umgang mit risikoreichen, sogenannten "toxischen" Wertpapieren in den Bank-Bilanzen auszuloten. Dabei sollen die Institute mit der Auslagerung solcher Risikopapiere in Bad Banks entlastet und damit das seit Ausbruch der Finanzkrise schleppende Kreditgeschäft wieder angekurbelt werden.
Bei der kleinen Runde im Kanzleramt, an der neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) unter anderem Bundesbank-Präsident Axel Weber und Soffin-Chef Hannes Rehm teilnehmen, wird Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sein Konzept für eine Bad-Bank-Lösung vorstellen.
Dabei sind offenbar gewaltige Summen im Spiel. Der SPD-Politiker geht nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) davon aus, dass in den Bilanzen der Banken Risiken von bis zu 853 Milliarden Euro schlummern. Diese Summe übertrifft die Angaben der Banken bei Weitem. 20 Banken hatten den Nominalwert ihrer problematischen Papiere gegenüber der Aufsichtsbehörde Bafin mit 158 Milliarden Euro beziffert - in den Augen des Finanzministeriums sei dies aber "unrealistisch wenig".
Bad-Bank-Kandidaten Landesbanken
Um die Existenz der Banken durch die Risikopapiere nicht zu gefährden, sollen die Institute die Möglichkeit haben, sich von diesen hochgefährlichen Vermögenswerten zu trennen. Allerdings besteht in der Finanzbranche offenbar ein geteiltes Interesse an einer solchen Abwicklungsbank. So rechnet das Finanzministerium damit, dass vor allem Landesbanken ihre toxischen Papiere auslagern wollen.
Der Kreis privater Banken mit Interesse an einer derartigen Abwicklungsbank sei "eher klein", zitiert die FAZ das Konzeptpapier des Finanzressorts. "Einige Banken (zum Beispiel Deutsche Bank) haben gegenüber der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) bereits ausdrücklich erklärt, sich an einer Bad-Bank-Lösung nicht beteiligen zu wollen." Auch die Sparkassen und Genossenschaftsbanken hätten bereits abgelehnt. Deshalb seien "potenzielle Kandidaten in Deutschland in erster Linie die Landesbanken", unter anderen wegen "ihres nicht tragfähigen Geschäftsmodells".
Kriterien für Bad Bank
Dem Bericht zufolge stellt der Finanzminister drei Kriterien an eine Bad Bank: Die Bilanzen müssten tatsächlich von den Problempapieren entlastet werden, da sonst kein Vertrauen am Markt entstehe. Zudem müssten Verluste "verursachergerecht" geteilt werden und das Risiko für den Steuerzahler kalkulierbar bleiben. Dies solle eine externe Bewertung der Vermögenswerte sicherstellen, was aber in anderen Ländern bislang nicht gelungen sei.
Die Erfüllung der ersten beiden Kriterien sei dem Ministerium zufolge für Landesbanken weniger komplex als bei privaten Instituten. So könnten die hinter den Landesbanken stehenden Länder Risiken in substanzieller Höhe übernehmen. Bei den privaten Banken indes werde der Steuerzahler stets einen großen Teil der Risiken übernehmen müssen. Wenn der Soffin Problempapiere direkt aufkaufe, würde er sofort in dreistelliger Milliardenhöhe belastet.
Für die privaten Banken schlage Steinbrück deshalb ein anderes Modell vor, nach dem die Banken faule Papiere nicht an eine Bad Bank, sondern an eine Zweckgesellschaft übertragen. Im Gegenzug erhielten sie von dieser eine vom Bund garantierte Anleihe. Dafür zahle die Bank eine "risikoadäquate Gebühr", entweder mit liquiden Mitteln oder mit Kapitalanteilen. Damit sei auch eine Verstaatlichung möglich, heißt es dazu lapidar.
Dieses Papier wird Diskussionsgrundlage für das Spitzentreffen im Kanzleramt sein. Ein abschließendes Ergebnis wird allerdings nicht erwartet. Erst bis spätestens Anfang Juli strebt die Bundesregierung eine Lösung an. (dpa/rtr)
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Kommentare [ 12 ] Kommentar hinzufügen »
Die Manager, die verantwortlich sind für den Einkauf der "toxischen Wertpapiere", erhalten diese anstelle von Gehalt und Boni. Da sie bisher auch einen Teil Ihres Einkommens in Form von Aktien erhalten haben, sollten sie die in ihrem Besitz befindlichen "guten" Aktien dafür der Bank resp. dem Steuerzahler zurück gegeben. So eine Art "Abwrack-Prämie für Wertpapiere".
Es vertrauen sowieso nur noch 18% der Bürger den Parteien und 21% den Banken. Und für den Wahlkampf ist es egal, da ja für alle konkurrierenden großen Parteien das Wohlergehen der Banken Priorität Nr. 1 ist.
Erst die kriminellen Aktivitäten der Landowsky-Bande nebst den Geschehnissen die zur Gründung der Bankgesellschaft führten haben den Ruf des Hauses schwer beschädigt....
Toxische Papiere, also giftige Papiere lagern zuhauf in den Tresoren unserer Banken.
Ja und? Da diese jetzt und wohl auch in Zukunft nichts mehr wert sind, sollten die Banken Ihre Reißwölfe damit füttern! Der Staat muss nicht weitere Steuermilliarden opfern zugunsten unserer Banken. Banken, die diesen Crash nicht überleben,brauchen wir nicht, da sie sich nicht am Markt bewährt haben. Aus und fertig.
nee, nich die von '23,
sondern die ganz normale,
die mit zwei drei Prozent.
Dazu die Produtivitätszuwäche (in Form von Steuereinnahmen) in gleicher Höhe.
Die Geschichte mit "wir belasten unsere Kinder" stammt aus der gleichen Märchentruhe wie die "demographische Falle" das angeblich zu Einnahmeverlusten bei den Rentenkassen führt. Beide sind von Versicherungsvertretern erfunden...
Wenn die andere Wahrheit da ist, sind die Politiker schon lange tot und unter der Erde, da juckt dann auch nix da mehr.
Also alles nur Deine Bildung, vor und nach der Wahl.
http://www.khd-research.net/Politik/BankGesBerlin_1.html#1980
dennoch war serafins Anwurf falsch.
Die negative Entwicklung der Bank begann erst als da die CDU mit krimineller Energie einstieg. (Die Graski- Sache nehme ich schon vom Umfang her nicht so richtig ernst)und nicht, wie von serafin behauptet, in den 60/70er Jahren (die SPD geführt waren)...