Ifo-Chef Hans-Werner Sinn über Sündenböcke der Finanzkrise, strengere Regulierung von Banken und weniger Wachstum
Herr Sinn, Sie gehören zu denen, die für die Finanzkrise verantwortlich sind.
Ist das so? Wer sagt das?
Die Wochenzeitung „Die Zeit“ zählt sie zu den „Neunmalklugen“, die stets das Mantra des unbeschränkten Marktes gepredigt haben – der nun vor dem Kollaps gerettet werden muss.
Der Bildtexter der „Zeit“ hatte einen Blackout. Ich finde es ehrenvoll, dass die Zeitung mich gleich neben Bundespräsident Köhler genannt hat, fühle mich aber wie er nicht angesprochen. Seit Jahren verlange ich in einer Vielzahl von Publikationen eine strengere Regulierung der Banken. Schon 2003 habe ich ein Buch dazu veröffentlicht, das von liberalen Bankökonomen heftig kritisiert wurde. Ich habe gewarnt, dass es einen internationalen Wettlauf der Staaten um die laschesten Gesetze gibt. Und dass die Banken zu riskante Geschäfte eingehen. Auch Bundespräsident Köhler fordert seit langem eine schärfere Regulierung der Banken.
Die meisten Ihrer Professoren-Kollegen haben einen Rückzug des Staates empfohlen. War das ein Fehler?
Einige haben auf Deregulierung gesetzt. Niemand wollte die staatliche Regulierung völlig abschaffen – das gerät in der Debatte derzeit durcheinander. Auch die liberalen Ökonomen haben immer gesagt, dass es um einen funktionierenden Staat geht, der dem Markt die Regeln vorgibt. Wie beim Fußball: Damit das Spiel läuft, braucht es einen Schiedsrichter – ohne ihn würden die Spieler mit den Fäusten aufeinander losgehen. Mit diesem Ordoliberalismus, den Leute wie Walter Eucken oder Ludwig Erhard geprägt haben, sind wir bislang gut gefahren. Liberale Ökonomen wollen nur nicht wie manche linke Ideologen, dass der Schiedsrichter selbst mitspielt und für die unterlegene Mannschaft Tore schießt.
Der Markt hat derzeit ein Image-Problem, ebenso Prinzipien wie Rendite, Effizienz oder Privatisierung. Wundert Sie das?
Viele verstehen nicht, wo die Grenzlinie zwischen Markt und Staat liegen muss, und spielen sich jetzt auf. Etwas mehr Sachlichkeit und Sachverstand wäre gut. Die Ursachen der Finanzkrise sind glasklar, und hier muss man ansetzen.
Nämlich wo?
Die Wall Street konnte zu einem Casino werden, weil die Banken ihr Eigenkapital über alle Maßen reduzieren durften und dann maßlose Risiken eingegangen sind, ohne dafür haften zu müssen. Wer wie eine US-Investmentbank in einem Geschäft hundert Dollar einsetzt, selbst aber nur vier besitzt, haftet praktisch nicht mehr. Weil die Eigentümer der Investment-Banken fast nichts zu verlieren hatten, verlangten sie von ihren Managern, hohe Wagnisse einzugehen – die entweder hohe Gewinne oder hohe Verluste bedeuteten. Sie wussten: Wenn es schief geht, wird schon irgendjemand für die Folgen geradestehen. Den Verlust des bisschens an Eigenkapital, das eingesetzt wurde, haben die Aktionäre immer mit eingeplant. Dafür haben sie vorher prächtige Dividenden kassiert.
Was folgt daraus?
Man muss die Banken zwingen, mehr Eigenkapital als Sicherheit zu halten. Dann steigt das Risiko für die Aktionäre, bei einem Konkurs ihr Geld zu verlieren – und sie verlangen von ihren Managern im Vorhinein vorsichtigere Geschäftsmodelle.
Geht es so einfach? Angesichts verlockender Millionen-Boni war den Bankern offenbar jedes noch so riskante Geschäft recht.
Die Boni wurden von den Aktionären so gestaltet, dass die Manager die Risiken suchten. Rendite-Vorgaben von 25 Prozent und mehr, wie sie von manchen Aktionären verlangt wurden, kann man nur mit waghalsigen Geschäften verdienen.
Die Manager als Opfer?
In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager. Als Volkswirt sehe ich stattdessen falsche Anreize und fehlende Regeln. Schauen Sie sich den Straßenverkehr in Indien an. Die Leute fahren links, rechts, auf dem Bürgersteig, das ist abenteuerlich. Der Verkehr kommt deswegen immer wieder ins Stocken. Sind daran die „Manager“ an den Steuerrädern schuld oder fehlende Verkehrsregeln?
Sind regelmäßige Krisen nicht ein Teil der Marktwirtschaft?
Man kann die großen Krisen heute vermeiden. Glücklicherweise wissen wir von der Weltwirtschaftskrise 1929 und den Krisen danach, wie man Probleme im Nachhinein in den Griff bekommt. Dank der 2400 Milliarden Euro, mit denen die Industrieländer ihre Banken stützen, wird es keine größeren Bankenpleiten mehr geben. Besser wäre es aber, wir würden die Krisen von vornherein verhindern.
War der Banken-Rettungsplan der deutschen Regierung tatsächlich alternativlos?
Hätte man nichts getan, wie 1929, wären die Folgen dramatisch gewesen: eine Kernschmelze im Finanzsystem, Massenarbeitslosigkeit, die Radikalisierung der westlichen Welt, am Ende eine Systemkrise der Marktwirtschaft. Die deutsche Geschichte ist hier ja ganz klar. Der Nationalsozialismus ist aus der Krise zwischen 1929 und 1931 entstanden. Auch heute stehen Rattenfänger wieder parat.
Kreditkartenfirmen und Autobanken werden als nächste Kandidaten für eine Schieflage gehandelt. Was kommt noch?
Uns blüht noch einiges. Nachdem die Immobilienkrise aufgetreten war, haben die Banken aufgehört, den Hausbesitzern ihre Kredite zu verlängern. Dann sind die Leute auf die Kreditkarten ausgewichen und haben außerdem ihre Autos auf Pump gekauft. Die nächsten Probleme sind also absehbar. Die Krise wird uns noch eine Weile in Atem halten.
Wie realistisch ist eine Weltfinanzaufsicht, die neue Spielregeln entwickelt?
Bislang haben die Angelsachsen sich dagegen gesperrt. Wegen der laxen Aufsicht in England konnte London zu Europas Finanzzentrum werden. Das darf so nicht mehr stattfinden. Ich bin zuversichtlich, dass ein System unter der Kontrolle des Internationalen Währungsfonds entstehen wird. Er muss Regeln setzen, die die Staaten umsetzen. Der französische Präsident Sarkozy will zum Chef einer Euro-Finanzregierung werden, die die neuen Regeln für Europa aushandelt.
Muss der Finanzsektor nicht schrumpfen?
Nein, das geht nicht, ohne in eine Kreditklemme zu geraten. Ohne die Banken funktioniert eine moderne Wirtschaft überhaupt nicht. Allerdings dürfen sie nicht mehr so wagemutig sein.
Heißt das, dass die Zeit der Spekulanten, Hedgefonds und Heuschrecken vorbei ist?
All diese Aktivitäten müssen stärker überwacht werden. Man kann das Thema aber nicht mit dem Verbot bestimmter Unternehmensformen erschlagen. Vielmehr muss im Detail reguliert werden. Manche Geschäfte gehören verboten. Im Übrigen müssen wir die Institute zwingen, ihre Geschäfte mit wesentlich mehr Eigenkapital zu unterlegen, damit sie die eingegangenen Risiken auch tragen.
Welchen Anteil hat die Finanzkrise an der drohenden Rezession?
Der Abschwung, den wir bislang haben, läuft bereits seit einem halben Jahr, der Ifo-Index befindet sich seit sieben Monaten im freien Fall. Westeuropa steckt schon jetzt in der Rezession – das dritte Quartal ist ebenso wie das zweite negativ, und das vierte wird es auch sein. Die Krise wird die Lage indes in den nächsten Monaten verschlechtern.
Was kommt 2009?
Die Institute haben vorhergesagt, dass das Bruttoinlandsprodukt um etwa 0,2 Prozent steigen wird. Es gibt also praktisch kein Wachstum mehr. Das dunklere Szenario, ein Schrumpfen um 0,8 Prozent, ist durch den Rettungsplan weniger wahrscheinlich geworden.
Welche Branche wird am stärksten leiden?
Das verarbeitende Gewerbe. Es produziert Investitionsgüter, und die Weltkonjunktur wird von der Nachfrage nach ihnen gemacht. Deutschland hat sich auf die Herstellung der Investitionsgüter spezialisiert. Deswegen sind wir auch Exportweltmeister bei den Waren. Jetzt rächt sich, dass wir den Binnensektor durch unsere Lohnpolitik kaputt gemacht haben.
Wie soll der Staat die Wirtschaft ankurbeln?
Gar nicht, jedenfalls noch nicht. Noch haben die Firmen gut zu tun, die Maschinenbauer sind bis ins nächste Jahr ausgelastet. Das Problem ist nur, dass keine neuen Aufträge hinzukommen.
Muss die Politik nicht vorbereitet sein auf eine Krise, um schnell handeln zu können?
Ich neige dazu, Politiker eher zu bremsen. Sie geben ohnehin gerne Geld aus zu Lasten zukünftiger Generationen. Viele Minister sehen nun die Chance, die Sparvorgaben des Finanzministers abzuschütteln. Wenn, dann sollte man bei den Steuern etwas tun. Die Steuerquote ist die höchste seit langem. Der Vorteil einer Steuersenkung ist, dass die Bürger entscheiden können, was sie mit dem Geld machen. Zudem sollte man die Hinzuverdienstgrenzen bei Hartz IV verbessern.
Das Gespräch führten Carsten Brönstrup und Stefan Kaiser
DER ÖKONOM
Hans-Werner Sinn (60) gilt als einer der einflussreichsten deutschen Wirtschaftswissenschaftler und einer der wenigen, die auch internationales Renommee genießen. Der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Mit Büchern wie „Ist Deutschland noch zu retten?“ und „Die Basar-Ökonomie“ erregte er Aufsehen.
SEINE POSITIONEN
Sinn ist ein Kritiker des deutschen Sozialstaats. Dieser biete zu wenig Anreize zur Arbeitsaufnahme und sei mitverantwortlich für die hohe Arbeitslosigkeit bei gering Qualifizierten. Sinn plädiert für weniger Kündigungsschutz, Kombilöhne, eine Beschränkung der Gewerkschaftsmacht und verlangt Mindesteinkommen statt Mindestlöhne. brö
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 27.10.2008)
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Ich finde, daß dieser Satz nicht nur unzumutbar dämlich ist, sondern gleichzeitig auch sehr entlarvend.
Da schwingt eine institutionelle Selbstgerechtigkeit und eine irgendwo fast schon System gewordene Verantwortungslosigkeit mit, die sprachlos macht.
Andere Sätze zum Thema Faschismus und dessen Entstehung wirken ziemlich unterbelichtet.
Der führt natürlich, bei berechtigter Kritik an deren unmoralischen Handlungen dazu, sich in der unberechtigten und bemitleidenswerten Opferrolle zu sehen.
Eigentlich eine strafrechtlich relevante Verharmlosung des Holocausts!!!
Der Staat, also wir, sollten uns wirklich überlegen ob wir solche "Spökenkieker" samt angehängter "Institute" wirklich brauche und durchziehen wollen!
Es ist mit Sicherheit schlimm in den nächsten Tagen zu erfahren:
- man habe ihn mißverstanden
- er sei nicht richtig wiedergegeben worden
- halbseidene Entschuldigung nah dem Muster, er wollte niemanden verletzen.
Ich muss leider der ZEIT recht geben: der „Neunmalkluge“ beging seinen nächsten Fehltritt. Begehen Sie Ihren letzten: treten Sie ab, in den Ruhestand!
Was den Vergleich Manager als Opfer wie 1929 die Juden betrifft, aber da kann ich dem Weisen helfen. Die, die damals die Juden als Sündenböcke diffamiert haben, mit den schrecklichen Auswirkungen danach. So haben sich seit dem 2. Weltkrieg die Manager und Aktionäre verhalten, und besonders seit 1983 in schärferem, volksverachtendem Maße (siehe Analysen zur Finanzkrise in seriösen Darstellungen). Die Nazis haben in 12 Jahren mit dieser Form von Hetze ganz Europa verbrannt und Gegner, Juden und viele andere als nichtarisch betitelte Menschen fast ausgerottet. Wer hat die Nazis eigentlich dazu gezwungen und wie rannte denen das dumme aber auch vermeintlich intellektuelle Volk hinterher. Manager und bestimmte Unternehmer genossen den kostenlosen Zwangsarbeiter.
Wie ist es heute, wer zwang die Manager das Geld ganzer Volkswirtschaften zu verzocken - aber die haben nicht einmal Angst vor Sanktionen (auf die Justiz ist Verlass - siehe z.B. Ulmer Prozesse, Filbinger, Flick, Contergan, usw.). Seit Jahrzehnten werden viele Deutschen um den Lohn gebracht oder Entschädigungen oder Bildung oder Gesundheit. Bringeschuld-gesetzliche Beiträge, Arbeiten bis zum Umfallen, Steuern von Arbeitnehmern und Unternehmern, Lohn vom Staat und Managern-fehlgeleitete Jugend, Gammelfleisch, Nichtbehandlung bei Unfällen, genmanip. Nahrung, krankmachende Medikamente, 20 Jahre dauernde Entschädigungsprozess usw.
Alles Chinesisch? Nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%27s_Law
Anschließend überrascht er die staunende Lesergemeinde mit der Feststellung, dass es Fehler im System und fehlende Regeln sind, die zur Finanzkrise geführt haben. Natürlich hat der der Schlaumeier das schon immer gewußt, geschrieben und gesagt - aber ihm hört ja keiner zu.
Statt dessen haben er und seine immer glaubensfesten aber meist ahnungslosen Kollegen uns regelmäßig mit Wirtschaftprognosen bis hinter das Komma, die dann regelmäßig daneben lagen, überrascht und sich im übrigen über die mangelnde Bescheidenheit der Arbeitnehmer, die Gefahren des Sozialstaats und die Risiken des Umweltschutzes ausgelassen.
Und auch jetzt noch fordert er Steuersenkungen für die Unternehmen, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, woher bitteschön denn das Geld für den staatlichen Reparaturbetrieb kommen soll.
Was qualifiziert diesen fragwürdigen „Experten“ eigentlich dafür, dass ihm der Tagesspiegel soviel Raum zur Ausbreitung seines „Unsinns“ gibt. Oder sollte er sich mit dem Interview selbst durch den Kakao ziehen?
Sonst heißt es doch zur Rechtfertigung der exorbitanten Einkünfte dieser schwer verfolgten Minderheit, sie trüge so schwer an ihrer „Verantwortung“.
Und nun haben viele ordentlich Geld verzockt. Aber kein Vorwurf! Mangels entsprechender Regeln war es ja nicht verboten.
Also, dem entsprechend kann man einem Fußballspieler auch keine unfaire Spielweise vorwerfen, solange er nicht eindeutig Regeln verlässt?
Geht ´s noch?
Und dann noch der Vergleich mit den Juden. Man muss gar nicht auf den Holocaust verweisen, um diesen Vergleich zurückzuweisen:
Denn die Juden wurden nicht bloß in bestimmten Zusammenhängen für ein bestimmtes Übel zu "Sündenböcken" gemacht. Sondern unabhängig davon, was sie im einzelnen dachten und machten, ob sie links oder konservativ waren, ob Banker, Künstler, Ärzte oder Schneider, sie wurden für alles Übel der Welt verantwortlich gemacht.
Dass dieser auffällige Unterschied dem Herren nicht in den Sinn kommt, lässt auf einen erschreckenden Mangel an Allgemeinbildung dieses Ökonomieprofessors, wenn nicht der ganzen Zunft schließen. Verstärkt wird dieser Verdacht, denkt man an die abenteuerliche Konstruktion des "Homo Oeconomicus" in den Wirtschafts“wissenschaften“.
Der wohl auch in Herrn Sinns Kopf herumspukt: Die Arbeitslosigkeit läge wesentlich an zu wenig "Anreizen zur Arbeitsaufnahme". Womit er nicht zu niedrige Löhne und zu eklige Arbeitsbedingungen meint. Sondern die Höhe der Stütze, die einen Professor vor Neid in den Wahnsinn treibt.
Vielleicht hat nicht der Kapitalismus einige Systemfehler, sondern ist als solcher ein Systemfehler. Er schafft es einfach nicht und hat es noch nie geschafft, jedem ein Arbeitseinkommen anzubieten, von dem der Betreffende anständig leben kann.
Herr Professor, noch einmal auf die Schulbank. Und hoffen wir, dass ein gestrenger Lehrer Ihnen den Hintern bei Gelegenheit versohlt, als "Anreiz", dass Hans-Werner mal endlich vernünftig denken lernt.
klaus priesucha
Persönlich habe ich auch Zweifel, dass alle die sich nun medial über Herrn Sinn entrüsten, seine Äußerung überhaupt im Wortlaut gelesen haben und sich des Zusammenhangs bewusst sind, den Herr Sinn in dem Interview hergestellt hat! Herr Sinn hat wortwörtlich gesagt (Zitat Tagesspiegel v. 27.10.2008): „In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken. Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager.“
Insoweit hat Herr Sinn nichts weiter getan als Fakten aufgezeigt. Historisch unbestritten ist, dass man Bürger der jüdischen Glaubensrichtung bewusst diffamierte, in dem man versuchte sie in einen Zusammenhang mit den Ursachen der Weltwirtschaftskrise 1929 zu stellen.- Fakt ist auch, dass derzeit interessierte Kreise den Versuch machen von dem Versagen der Politik abzulenken und mit „den Managern“ versucht wird, der Öffentlichkeit die Schuldigen für die Finanzkrise 2008 zu präsentieren. Beides ist - im Zusammenhang mit den tatsächlichen Ursachen der Weltwirtschaftkrise 1929, wie auch der Finanzkrise 2008 - gleichermaßen absurd!
Und genau auf diese Absurdität hat Herr Sinn in seiner Aussage hingewiesen. Er hat weder einen Vergleich gezogen, noch hat er in irgendeiner Weise irgendjemand diffamiert!- Hier wird scheinbar etwas in das Gesagte hineininterpretiert, was gleichfalls das Kriterium der Absurdität erfüllt!
Vielleicht sollten sich mal die, die sich über Herr Sinn derart entstellend in den Medien geäußert haben überlegen, ob sie sich nicht bei ihm entschuldigen sollten!?
Aber der Reihe nach:
Natürlich ist der Kontext entscheidend, darum ist ja die Geißelung der Sprüche Sinns auch gerechtfertigt.
Wenn meinetwegen eine Demonstration von den Gerichten verboten wird und die Betroffenen schreien, dass dies ja wohl Faschismus sei, sagen wir alle (berechtigt), dass dieser Vergleich unzulässig sein So verhält es sich auch mit Sinns Vergleich. Er reduziert die Rolle der Banker auf Sündenböcke.
Nun klammern wir mal aus, ob das überhaupt auf die Situation '29 zutrifft und betrachten nur die aktuelle Rolle der Banker und ihrer Auftraggeber, den Aktionären.
Sie haben versucht (und es ist ihnen gelungen) die Entwicklungen an den Finanzmärkten von der Realwirtschaft abzukoppeln und obendrein die Realwirtschaft nur noch als Instrument der Finanzwirtschaft zu handhaben und sie zu beherrschen.
Auch fand die "Geldvermehrung" nicht mehr durch Realgeschäfte, sondern durch Wetten statt.
Wissend, dass diese Wetten irgendwann Folgen für die Realwirtschaft haben würden, sogar wissend wann der Knall kommen musste, spielten sie eiskalt weiter.
Sie können folglich keine Sündenböcke sein,
sie sind Schuldige.
Damit nicht genug.
Sinns Behauptungen sind auch eine Schutzlüge:
der systemische Fehler ist nicht anonym, er ist begründet in der von Sinn u.A. vertretenen Ideologie, ihren Anhängern in der Politik und den Aktionären und den diese Ideologie vollstreckenden Bankern.
Hier kommt der nächste Fehler audios.
Die Bankmanager werden nicht "diffamiert", denn sie sind eben keine Sündenböcke sondern haben allein verantwortlich gehandelt und von diesem Brachialkapitalismus profitiert.
Sie sind, genau wie '29 Ursache UND Verursacher der Krise.
Sollte audio hier noch Fragen haben, stehe ich gerne zu weiteren Klärungen zur Verfügung...
dali
Hingen sollte auch ihm der Unterschied zwischen den Raubzügen gegenüber den Juden und der Forderung, Managerbezüge zumindest dann, wenn sie gerade ihre Bank ruiniert haben, auf eine halbe Million Euro p. a. zu beschränken, bekannt sein, ganz zu schweigen von den Konzentrationslagern und dem Massenmord des Dritten Reichs. Vielleicht sucht Sinn mal eine der Gedenkstätten auf.
Ja, es ist eine Schande, dass die Presse ihm und seinen Weißheiten so viel Aufmerksamkeit zukommen lässt.
Andreas Lüdecke
Wie ich Sie und den Herrn Hundt hasse, ist somit verständlich und menschlich.
MfG
1. Das erklärt warum Mehdorn zu dieser Unzeit unbedingt an die Börse will.
2. Es ist bezeichnend für die Aufsicht durch die Politik
3. Es zeigt WIE die angestellten Manager ihrer Verantwortung nachkommen.
Bin gespannt wie Herr Sinn darüber denkt.
Insoweit stelle ich mir schon die Frage aus welcher Interssenslage der Aufsichtsrat die Bonusvereinbarung mit dem DB AG Vorstand abgeschlossen haben?
Sollten wir vielleicht doch ein ssystemimmanentes Problem haben ...
aber genau das treibt Sinn...
Als Volkswirt sehe ich stattdessen falsche Anreize und fehlende Regeln."
Aha, es gab bei der Judenverfolgung damals falsche Anreize und es fehlten die Regeln!
Wie waeren denn die richtigen Anreize gewesen, Herr Sinn?
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Sinn: "Schauen Sie sich den Straßenverkehr in Indien an. Die Leute fahren links, rechts, auf dem Bürgersteig, das ist abenteuerlich. Der Verkehr kommt deswegen immer wieder ins Stocken. Sind daran die „Manager“ an den Steuerrädern schuld oder fehlende Verkehrsregeln?"
Schön dass Herr Sinn alles mit dem indischen Strassenverkehr, vermutlich Linksverkehr, erklaeren kann.
der jüngste Vorstoß, einen Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung zu kreieren, wäre nur zufällig auf den Crash der Finanzindustrie gefolgt.
Aber hier scheint sich eine Clique parakrimineller Fremdgeldzocker doch tatsächlich unter den Schirm des Semitismus stellen zu wollen ...
Auf anderem Gebiet wird das seit Jahrzehnten praktiziert. Insofern nicht völlig überraschend ...
"Jetzt rächt sich, dass wir den Binnensektor durch unsere Lohnpolitik kaputt gemacht haben."
noch Fragen, hannibal???
Un-Sinn im bekannten Interview mit dem Tagesspiegel!
Nun gut, der Mann wurde postwendend landauf, landab abgewatscht. “Siehe, der hat Böses im Sinn; mit Unglück ist er schwanger und wird Lüge gebären” (Psalm 7, Vers 15).
Übrigens: Man kann sich nicht “entschuldigen”. Man kann umgekehrt nur diejenigen, denen gegenüber man schuldig geworden ist, um Entschuldigung, im Sinne von “Entschuldung” bitten. Soviel Zeit im Umgang mit der Sprache und ihrem “Sinn” muss sein.
Verstehen Sie die deutsche Sprache ?
Dieser angebliche Wirtschaftsweise" hat in seinem Leben zuviel unzumutbaren Wirtschaftsblödsinn verzapft, ohne dass sich jemand aufgeregt hat.Obwohl dies nun hinlänglich bekannt und ersichtlich ist, wird ihm - wie vielen anderen dieser microphongeilen Fachleute- erneut seine wertlose Meinung abgefragt. Darüber sollte man sich aufregen.