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Finanzkrise

Ifo-Chef Sinn vergleicht Manager-Schelte mit Antisemitismus

"1929 waren die Juden die Sündenböcke, heute sind es die Manager", sagt der Chef des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, im Tagesspiegel-Interview. Auch heute stünden die Rattenfänger schon wieder bereit. Ein Ende der Finanzkrise ist nach Einschätzung des Ökonomen noch nicht in Sicht.
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Berlin -  Im Streit um die Schuld der Manager an der Finanzkrise hat der Münchener Ökonom Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, die Wirtschaftsführer in Schutz genommen und die Kritik an ihnen mit dem Antisemitismus der dreißiger Jahre verglichen. "In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken", sagte er dem Tagesspiegel. In der Weltwirtschaftskrise von 1929 "hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager". Niemand habe damals an einen "anonymen Systemfehler" glauben wollen, der die Krise ausgelöst habe, befand Sinn.

Zugleich bezeichnete er das 480-Milliarden-Euro-Rettungspaket für die Banken als richtig. Sonst hätte es wie 1929 "dramatische Folgen" gegeben. "Eine Kernschmelze im Finanzsystem, Massenarbeitslosigkeit, die Radikalisierung der Länder der westlichen Welt, am Ende eine Systemkrise der Marktwirtschaft. Die deutsche Geschichte ist hier ja ganz klar." Der Nationalsozialismus sei aus der Krise zwischen 1929 und 1931 entstanden. Auch heute stünden Rattenfänger wieder parat.

Sinn: "Uns blüht noch einiges"


Sinn sprach sich dagegen aus, angesichts der Wirtschaftsschwäche schon jetzt ein Konjunkturprogramm aufzulegen. "Noch haben die Firmen gut zu tun." Wenn der Staat etwas tun wolle, dann bei den Steuern. "Die Steuerquote ist die höchste seit langem." Der Vorteil sei, dass die Bürger entscheiden könnten, was mit dem Geld geschehe.

Nach Sinns Einschätzung ist ein Ende der Finanzkrise noch nicht in Sicht. "Uns blüht noch einiges", urteilte er. Die nächsten Probleme bei Kreditkartenfirmen und Autobanken seien absehbar. "Die Krise wird uns noch eine Weile in Atem halten." Allerdings sei das Szenario aus dem Herbstgutachten, dass die Wirtschaft 2009 um 0,8 Prozent schrumpfen werde, mit dem Rettungspaket "weniger wahrscheinlich geworden". (Tsp)
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Kommentare [ 62 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade offline | 26.10.2008 13:44 Uhr
Unglaubliche Entgleisung
""In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht, nach Sündenböcken", sagte er dem Tagesspiegel. In der Weltwirtschaftskrise von 1929 "hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager""

Da es die Manager waren, die diese structured investment vehicles zu riesigen Paketen schnürten und mit Vorliebe an die Banken der europäischen und asiatischen Konkurrenz verkauften, wo sie ebenfalls von Managern erworben wurden, dürfte deren Beteiligung wohl gesichert sein.

Muß nun der Sinn so verstanden werden, daß die Judenhetze in der Weimarer Republik und später die Vernichtung der europäischen Juden dann richtig gewesen seien? Für diesen Fall müßte man den Hetzer sofort einsperren ...
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von stratto stratto ist gerade offline | 26.10.2008 20:32 Uhr
Mediale Reizaktivierung...
.Weiss
Es ist doch wohl mit Gewißheit anzunehmen, daß Sinn diesen Vergleich bewußt platziert hat, um optimale mediale Aufmerksamkeit zu garantieren. Das ist in den medialen Empörungsgewittern und Reaktionen auch just mit Pawlowscher Unbarmherzigkeit so einfach kalkulierbar eingetreten, der NS Vergleich sieht in der Postaufklärung immer. Sinn will die wahren Mechanismen und Verantwortungen für die Krise vernebeln und als Vorurteil brandmarken. Da ist dem neoliberalen Euphoriker Sinn jeder Strohhalm Recht und die Medien haben ihre Story. Welch eine gelungene Koalition...
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 26.10.2008 13:55 Uhr
Merkt
dieser schwatzhafte Mensch eigentlich noch, was er ständig für einen Schwachsinn redet?
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von dieter2008 dieter2008 ist gerade offline | 27.10.2008 18:59 Uhr
Ein ganz übler Typ
"Schwatzhaft" ist wohl nicht das richtige Wort. Der Sinn ist ein echt übler Mensch. Diesen unsäglichen Judenvergleich bringt er nicht versehentlich. Bei diesem Typen weiß man, dass er sowas vorsätzlich sagt.
Man denke einfach mal daran, was den jüdischen Mitbürgern angetan wurde, Verfolgung und Ermordung. Die Bankmanager hingegen haben ihre Millionen im Sack, während wir Steuerzahler bluten müssen.
Wenn ich diesen Typen nur bräsig in den Talkshows hocken sehen,wird mir gleich schlecht, Um es mit Erich Kästner zu sagen: so viel kann ich gar nicht essen, wie ich kotzen möchte.
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von hans hans ist gerade offline | 26.10.2008 13:56 Uhr
So ein UnnSINN.
Die Lösung ist etwa 2000 Jahre alt.

Aus dem Evangelium nach Johannes, Kapitel 2

Die Vertreibung der Händler aus dem Tempel

13 Das Paschafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
14 Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.
15 Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus und ihre Tische stieß er um.
16 Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 26.10.2008 13:57 Uhr
klaus_weiss
so direkt hab ich mich nicht getraut, es auszudrücken. Bevor es wieder nicht gedruckt wird
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von europa europa ist gerade offline | 26.10.2008 14:04 Uhr
klappsmühle
...nun ist ihm eindeutig nicht mehr zu helfen.
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von dux dux ist gerade offline | 26.10.2008 14:20 Uhr
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing
lt wiki:
"Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V. ist eine M ü n c h n e r Forschungseinrichtung,.......

Finanziert wird das ifo-Institut zurzeit zu etwa zwei Dritteln aus ö f f e n t l i c h e n Subventionen ("Blaue Liste") und zu etwa einem Drittel aus den Erlösen für Drittmittelprojekte, die in der Regel ebenfalls von öffentlichen Auftraggebern stammen ("wissenschaftliche Politikberatung"). Aufträge aus der Wirtschaft spielen keine Rolle."

"Die BayernLB (bis 2005 „Bayerische Landesbank“; der frühere Zusatz „Girozentrale“ wurde abgelegt) ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in München. Die Landesbank ist Hausbank des Freistaates Bayern und Zentralbank für die bayerischen Sparkassen"

seine "fairen" äußerungen von wegen "antisemitismus" haben sicher nichts mit dem politischem machtkampf mit steinbrück und der BayernLB zu tuen ;-) oder?

ein schelm wer böses dabei denk.....
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von betrachter betrachter ist gerade offline | 26.10.2008 14:25 Uhr
Geht's noch, Herr Sinn?
Wer einen so unfassbaren Unsinn daher redet, sollte auf der stelle seinen Hut nehmen.
Wenn Herr Sinn so viel Anstand nicht hat, gehört er durch jemanden ersetzt, der mehr Augenmaß und historisches Bewusstsein besitzt.
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von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 26.10.2008 14:42 Uhr
Größenwahnsinn? Geisteskrankheit? Mentale Analgesie?
Über diese Äußerung kann man nicht diskutieren; über seinen Urheber muss man.
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von epunion.de epunion.de ist gerade offline | 26.10.2008 15:24 Uhr
Unsinn in voller Größe
Vorher waren die Sündenböcke die Arbeitslosen bzw. ALG2 - Empfänger, wo war da die Stimme des Herrn Sinn zu vernehmen.

Millionen, für die es keine Arbeit gibt, dafür aber die Rolle des Prügelknaben in der bundesdeutschen ´Gesell-´schaft.

Jetzt dieser unsägliche Vergelich. Herr Sinn als Dämon.

´Der Nationalsozialismus sei aus der Krise zwischen 1929 und 1931 entstanden. Auch heute stünden Rattenfänger wieder parat.´

Ungenau : Ein ungezügelter, fehlregulierter Kapitalismus gepaart mit alten feudalen Staatsstrukturen und deren Elementen war Wegbereiter für radikale Ideologien wie den Faschismus, den Nationalsozialismus und den Stalinismus.

Die wirklich Verantwortlichen sind auch nicht die Manager dieser Tage. Diese setzten vielfach nur das um, was scheinbar weise Dozenten der Wirtschaftswissenschaften bzw. der ´Ökonomiekirche´ in den Hörsälen predigten.

Genau für diese Glaubensrichtung fungiert Herr Sinn als Kardinal.

Da hilft offenbar nur noch beten.
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von stachel.v.tagesigel stachel.v.tagesigel ist gerade offline | 26.10.2008 15:24 Uhr
Ohne Sinn...
...und Verstand muss wohl umgeschrieben werden:
"Sinn ohne Verstand?!"
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von hoernerw hoernerw ist gerade offline | 26.10.2008 15:33 Uhr
Sinn Verteter der Banken und der Industrie
Sinn sitzt im Aufsichtsrat einer Bank, ich glaube, der Bayerischen Hypo. Daneben kriegt er eine Plattform von der INSM und dem BDI. Alle haben abgesahnt. Die Milliarden der Industrie gingen zu den "Heuschrecken", nicht in Arbeitsplätze. Der Rückgang der Arbeitsplätze bis dato liegt an der Konjunktur und an 1-Euro-Jobs, usw..
Nach dem Schröder-Blair-Papier vom Nov. 98 wurden Steuer-Arbeitsmarkt-Gesellschafts (Spaßgesellschaft)- und Medienpolitik dem Finanzmarkt untergeordnet.
Aus Gier hat das Milieu, das Sinn vertritt, Adolf Hitler mit Millionen im Wahlkampf unterstützt und Hindenburg unter Druck gesetzt, das Ermächtigungsgesetz zu unterschreiben.
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von dali dali ist gerade online | 26.10.2008 15:44 Uhr
Jetz issa völlich durchjeknallt,
aber ich tippe mal, das dürfte ihm das Genick brechen.
Um sein Klientel zu schützen, schlägt er nun mit der schwersten aller in Deutschland möglichen Keulen zu, dem Antisemitismus.
Aber seine Bemerkung ist noch perfider, als auf den ersten Blick ersichtlich,
mit der Gleichsetzung von Antikapitalismus und Antisemitismus macht er sich selbst zum Antisemiten und nutzt so den latenten noch immer vorhandenen Judenhass gegen jeden, der gegen seine Turbokapitalismus sich stellt.
Ich geh' mal davon aus, dass ihm dieser Ausbruch seinen Job kosten dürfte,
dann kann er ja als das arbeiten, was er eigentlich schon seit langem ist:

als Versicherungsvertreter...
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von kupferfisch kupferfisch ist gerade offline | 26.10.2008 17:48 Uhr
Koch hat diese "Keule"
auch schon mal rausgeholt.
Der hat's (leider) überlebt!
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von thursday thursday ist gerade offline | 26.10.2008 18:32 Uhr
Genauso wird es kommen
Sinn war wegen seiner seltsamen Prognosen und Kommentare eh schon angezählt. Ich hatte seit langem das Gefühl, dass er jeden noch so großen Quatsch verbreitet, nur um irgendwie in die Presse zu kommen. Dann kann er ja bald im Dschungelcamp weitermachen. Das mit dem Versicherungsvertreter trifft ins Schwarze.
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von vision2015 vision2015 ist gerade offline | 26.10.2008 15:48 Uhr
Vielleicht ein bisschen unglücklich formuliert, aber...
... bislang war die öffentliche Diskussion in der Tat von der Suche nach den Sündenböcken beherrscht - und die wurden in den Bankmanagern ausgemacht. Um eins vornwegzunehmen, ich mag Bankmanager auch nicht, aber in dem Fall waren sie letztlich nur Mitläufer.
Seit mindestens 7 Jahren wird in den USA eine politische Linie der niedrigen Zinsen gefahren. Und die Sparrate der Bürger ist etwa bei 0 Prozent. Das bedeutet, dass etwa die Hälfte der Bürger weniger als 0 Prozent gespart, mit anderen Worten auf Pump gelebt hat. Das war, wenn man das ganze Geschwätz vom "amerikanischen Konsumenten, der das Wirtschaftswachstum weltweit antreibt" aus den letzten Jahren anschaut, politisch so gewollt.
Nun vergibt die Notenbank die Kredite ja nicht direkt, sondern eben an die Banken. Und diese suchen sich möglichst solvente Leute, denen sie die Kredite geben konnten. Irgendwann gab's die halt nicht mehr und da immer neues Geld von der Notenbank zur Verfügung gestellt wurde, wurden diese Kredite eben an Leute vergeben, die nicht so solvent waren. Und jetzt hat's gekracht. Ein ganz normaler Prozesse, der z.B. von Max Otte schon 2006 beschrieben wurde.
Das Ganze ist letztlich eine politisch produzierte Blase und ich kann ehrlich gesagt dieses ganze scheinheilige Geschwätz, das die Schuld bei (Bank-)Managern sucht, nicht mehr ertragen. (Nein, ich bin kein Manager!). Es ist doch immer das Gleiche: Je mehr jemand mit beteiligt ist, desto heftiger wird mit dem Finger auf andere gezeigt.
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von dali dali ist gerade online | 26.10.2008 16:47 Uhr
Zwei kleine Einwürfe, @vision...
die Politik der offenen Geldhähne wird in den USA seit mehr als 20 Jahren betrieben und war durch in der Clinton-Administration ein wenig "konservativer".
Natürlich hatten auch die Banker die Wahl, ob sie maximal, oder sicherere Renditen anstreben wollten, also die Schuld ausschließlich auf Greenspan zu schieben, ist denn doch zu einfach, zumal auch die deutschen "Exportweltmeister" gerade in den letzten 15 Jahren nicht schlecht von der privaten Überschuldung gelebt haben...
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von epunion.de epunion.de ist gerade offline | 26.10.2008 15:51 Uhr
Widersprüchliche Arroganz
´Herr Sinn, trauen Sie sich als Wirtschaftsforscher noch Prognosen zu?

Ja, natürlich. Kommenden Dienstag veröffentlichen die Wirtschaftsforschungsinstitute wieder ihre Konjunkturprognose. ´

´Es gibt zwei Dinge, bei denen man besser nicht weiß, wie sie gemacht wurden: Würstchen und Währungsprognosen.´

(Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, über Sinn und Unsinn von Prognosen für die Euro-Entwicklung)

´Die brennenden französischen Schulbusse haben ihre Ursache im Mindestlohn.´ WirtschaftsWoche Kolumne 48/2007


Quellen :

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,108881,00.html

http://www.faz.net/s/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE28AC585D/Doc~E494F421C10D94F9C9E45520367479B7E~ATpl~Ecommon~Scontent.html


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von michaelm michaelm ist gerade offline | 26.10.2008 16:10 Uhr
In die Enge getrieben
Da kann man mal sehen, wie sehr sich die glühendsten Verfechter des freien Casino-Kapitalismus, zu denen Herr Sinn ja gehört, in die Enge getrieben sehen, wenn Sie zu solchen überzogenen Vergleichen greifen.
Soll er mal so weitermachen, und sein Renommé, so es noch vorhanden ist, endgültig beschädigen.
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von soldier soldier ist gerade offline | 26.10.2008 16:29 Uhr
Wirklichkeit und ...
Kabarett: Professor Sinn ist Präsident des "Weltverbandes der Finanzwissenschaftler". Tatsächlich überttrifft die Wirklichkeit jede nur denkbare Kabarettnummer noch immer um Größenordnungen.

Was die "Rattenfänger" betrifft, so kenne ich die Namen einiger, die in den letzten Jahren als solche agierten. Ehrbare Leute, Professoren, allermeist der Wirtschaftswissenschaften. Die uns einreden wollten, der "moderne Kapitalismus" funktioniere nur so, wie er eben in genau die heutige Krise führte.
Und ich kenne auch die Namen etlicher (zumeist nicht ganz unwichtiger) Leute, die diesen Professoren wie die Lemminge hinterher liefen, jedes Wort von ihnen begierig aufsaugten, deren Thesen zu neuen "Verkündigungen" erklärten, an denen Zweifel nicht erlaubt seien, und die es sofort gelte umzusetzen.

Hans-Werner Sinn gehört(e) an prominenter Stelle zu jenen Professoren. Kein Wunder, dass er jetzt laut schreit: "Haltet den Dieb!" Er tut es auf eine Weise, die vielleicht schneller dazu beiträgt, den Schamanenglauben mancher Leute an ihn und seinesgleichen konsequent zu beenden.
Also ist seine Entgleisung vielleicht doch noch ein wirklicher Dienst an den Bürgern und an der Gesellschaft.
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von mm1 mm1 ist gerade offline | 26.10.2008 16:30 Uhr
Nicht nur die Bankmanager
sind schuld an diesem Desaster. Nein auch solche "Vordenker" wie Herr Sinn, Roland Berger usw. Leider haben Plitik, Wirtschaft und die Nutzniesser des aufgeblähten Kapitalmarktes
aus der Krise von 1929, 2000/2001 nichts gelernt. Wen Herr Sinn wohl mit Rattenfängern meint? Die Rechten in Österreich und Sachsen? Fürchtet er uns droht ein Anschluss an Österreich?
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von a.muse a.muse ist gerade offline | 26.10.2008 17:04 Uhr
Eieiei
Papa, wenn Du nach München fährst, bring mir Schokolade mit.

Voll Milch?

Nein. Voll Idiot.
Comment
von hannibal hannibal ist gerade offline | 26.10.2008 17:14 Uhr
Es ist schade, dass der Reflex mal wieder über den Verstand triumphiert
16 von 17 Kommentaren bestätigen im Prinzip das, was Herr Sinn kritisiert.

Nämlich diese unsäglichen Pauschalierungen. Die Banker, die Manager.

Alle schlecht, gierig und doof. Und man hat auf diese bequehme Weise mal wieder einen Schuldigen und erspart sich das Nachdenken.

Wenn man es allerdings täte, käme man wohlmöglich zu unbequemen Ergebnissen. Dass zum Beispiel das "Geiz ist geil"-Denken jedes einzelnen Konsumenten im Umkehrfall auch auf Finanzprodukte angewandt, einen Druck aufbaut, dem sich dann auch Menschen, wie Banker und Manager nicht entziehen können. Und Fehler machen.

Was vielen hier aber gänzlich wesensfremd ist. Und alle "Verdächtigen" lassen es sich mal wieder nicht nehmen, sich moralisch zu entrüsten.

Daher weiterhin viel Spaß beim Rumheucheln.

Euer honey :-)
Comment
von dali dali ist gerade online | 26.10.2008 18:18 Uhr
er nun wieder, @hannibal
Manche Leute raffen's nie,
1. Die Kommentatoren kritisieren den Vergleich an sich, hier hat sich Sinn vergriffen und das kann ihm die Job kosten.
2. Sinns Begründung, warum die Privatbänker die Kohle nicht annehmen ist sachlich falsch,
sie nehmen die Kohle nicht, weil sie um ihre Gehälter fürchten, sondern weil sie dann keine Dividenden zahlen dürften.
3. Was "Geiz ist geil" mit den Finanzprodukten, die Buffett Massenvernichtungswaffen nennt, zu tun hat, muss hannibal schon erläutern, ich jedenfalls bin neugierig.
4. Es ist nicht nur zulässig, sondern notwendig sich über Sinns "Antisemitusmus" Vergleich sich moralisch zu entrüsten. Er hat sein Streben im maximal möglicher Verruchtheit formuliert.
5. "Geheuchelt" wird hier höchstens von denen, die uns immer wieder weis machen wollten, Sinns Ideologie sei KEIN Konzept zur Enteignung und Entmachtung der Beschäftigten...
Comment
von littlegeorge44 littlegeorge44 ist gerade offline | 26.10.2008 17:29 Uhr
Es geht nicht um Schuld
Es geht nicht um die Frage von Schuld. Es geht darum, ob ein Leader wie Herr Sinn, solch einen unsinnigen Vergleich anstellen darf.Er muss in die Schranken gewiesen werden.Rausschmiss wäre besser. Aber wo gibt es noch mutige und verantwortliche Vorstände, zuständige muitige Minister oder andere? Nur der öffentliche Druck bewegt noch etwas, wenn überhaupt!
Comment
von kupferfisch kupferfisch ist gerade offline | 26.10.2008 17:45 Uhr
Wieso ersetzt???
Wer braucht dieses "Institut"???
Comment
von dux dux ist gerade offline | 26.10.2008 18:16 Uhr
@hannibal
die angesprochenen bänker sind vertreter der landesbanken, also eigentlich "staatsbedienstete" mit einem um das zig fache höherem einkommen unserer bundeskanzlerin. da darf man nicht mal bei solch einem finanz-desaster auf ordenliche aufarbeitung als steuerzahler bestehen.
und keine sorge, zu hart fallen diese herren nie.
pauschalierung netter vorwurf, aber wenn der einfache handwerker seine steuerprüfung hat muss er auch für seine fehler gerade stehen.
die lb kontrollieren sich doch eigentlich selbst oder?
und wenns doch zur ner externen kontrolle kommt wie bei der ikb wird der laden gleich mit mrd austeuer verscherbelt.
Comment
von asterisk asterisk ist gerade offline | 26.10.2008 18:17 Uhr
Unerträglich!
Einen solchen vergleich zu formulieren, ist mehr als unerträglich. Wäre es so, was sollten dann die vielen Arbeitssuchenden der vergangenen Jahre sagen? Sie wurden von Sinn & Co degradiert udn dazu verurteilt, die übelsten Jobs zu jedem erdenklichen Dumpinglohn anzunehmen. Sehr häufig fielen auch Worte von Schmarotzern etc. Diese Klientel hätte eher Anlass gehabt, solche Zustände mit damals zu vergleichen. Zustände, dei Sinn stets für äußerst gut befindet. Dennoch besitzen diese Mitbürger soviel Anstand und Respekt vor der Vergangenheit mit ihrer unschlagbaren Grausamkeit, dass sie solche Vergleiche nie äußern würden. Prof. Sinn hat einmal mehr sein wahres Gesicht gezeigt und sich derart unmöglich verhalten mit dieser Aussage, dass er eigentlich sofort sämtliche Sessel, auf denen er bequem sitzt, räumen sollte. Einen solchen Zeitgenossen braucht die Gesellschaft nicht zur Lösung ihrer robleme.
Comment
von asterisk asterisk ist gerade offline | 26.10.2008 18:29 Uhr
na, wer schon?
Prof. Sinn zum Geld verdienen;-9
Comment
von brandenburger brandenburger ist gerade offline | 26.10.2008 18:49 Uhr
Aus Prof. (Un)Sinn ist nun Prof. Unrat geworden
Jahrzehntelang verbreitet der Mann seine falschen Philosophien und Theorien nach Friedmann und den Chicago-Boys, dann als die Krise ihn (endlich) widerlegt) frisst er Kreide und jetzt sind die Bänker die falschen Sündenböcke?

Klar - auch die vielen Professoren mit ihren gewundenen Lügengeschichten zum Wirtschaftsgeschehen - lobbyistisch eingefärbt - gehören auch zur Bänkster-Elite - denn die haben den Boden bereitet für das, was uns nun zu schaffen macht auf Basis der dadurch stattgefundenen Umverteilung von unten nach oben, Hartz IV (Danke Bertelsmann - auch ihr seid Deutschland - aber was für ein Teil davon?) Lohndumping und Minijobs ohne Ende und keine Mindestlöhne. Das gesamte Globalisierungs- und Privatisierungskonzept war von vorne bis hinten falsch aufgezogen - nur im Sinne von massig Geld verdienen ohne Rücksicht auf Verluste.

Aber auch daran tragen die Protagonisten vom Schlage eines Prof. Sinn ihren hohen Anteil an der stattgefundenen Volksverdummung und -Verarmung durch ihr armseliges Geschwafel. Nun noch der Schwenk von der Hetze über Arbeitslose zu den jüdischen Mitbürgern. Es reicht jetzt wirklich.

Da stellen sich nur noch zwei Fragen:
1. Wann fliegt der Mann? (Ohne goldenen Handschlag!)
2. Wann wird das unnütze ifo-Institut geschlossen?
Comment
von unbekannt | 26.10.2008 18:54 Uhr
Wenn er gesagt hätte .............
............. das was die Israelis mit den Palästinensern machen sei schlimmer als das was die US-Amerikaner mit den Afroamerikanern gemacht haben, reinrassige Apartheid nämlich, dann hätte man ihm Recht geben müssen. So aber muss man ihm Contra geben.
Comment
von unbekannt | 26.10.2008 18:55 Uhr
Bei Kindern sagt man .............
............. die schreien ja förmlich nach Prügel. Vielleicht muss man den IFO-Chef ja in diese Richtung verstehen.
Comment
von vision2015 vision2015 ist gerade offline | 26.10.2008 19:26 Uhr
Zur Schuld...
@dali:
Ja, natürlich hast Du Recht, dass die Politik der offenen Geldhähne schon länger betrieben wird. Die letzten Jahre war's allerdings so exzessiv wie nie zuvor - darauf wollte ich raus.

Auch wollte ich die Schuld nicht ausschließlich auf Greenspan schieben. Ich sagte explizit, dass die Banker und Manager Mit"läufer" waren - sie wurden also nirgendwohin verschleppt, wo sie nicht sein wollten, sie sind schon selbst gelaufen. Aber eben nur mit.
Und ja, Du hast den Punkt getroffen: Letztlich haben alle davon profitiert, dass die Amerikaner Schulden machten wie die Weltmeister. Die Politik, weil sie Erfolge feiern konnte, die Wirtschaft, weil sie wuchs, viele Bürger (vor allem in den USA), weil sie an billige Kredite ran kamen und sich so Dinge leisten konnten, die sie sonst nicht bekommen hätten, viele Bürger (hier), weil das kreditfinanzierte Wachstum Arbeitsplätze geschaffen hat.
Letztlich hatten alle kurzfristige Vorteile und deshalb hat auch (fast) niemand was gesagt, obwohl diese Blase seit Jahren bekannt war. Wenn man überhaupt von Schuld sprechen kann, dann ist's die Schuld des kurzfristigen Denkens über das langfristige. Weil die Zeche zahlen letztlich die, die am wenigsten dafür können: Unsere Kinder.
Aber statt das Problem in deren Interesse zu lösen, krähen nun alle wild durcheinander und suchen Schuldige. Und diese wurden in den Bankmanagern gefunden - was ganz prima ist, weil die sich im Moment nicht wehren können. Im Ernst: Wenn einer von denen sich aktuell wehren würde, der würde doch in der Luft zerrissen...
Comment
von wunhtx wunhtx ist gerade offline | 26.10.2008 19:39 Uhr
Vergleich so nicht angebracht
Sinn hat sicherlich recht, wenn er feststellt, dass immer wieder "Sündenböcke" gesucht werden. Er hat durchaus recht, wenn er hinweist, dies ist geschichtlich bewiesen, dass den Juden die Schuld an der Weltwirtschaftskrise gegeben wurde. Die Schuld heute den Bankern zugewiesen wird. Wir sollten auch einmal von der Raffgier der Anleger reden, die überhaupt ein solches System ermöglicht haben.

Die Folgen von 1929 sind allerdings nicht vergleichbar mit den Folgen für Manager. Allerdings, wenn Herr Kramer, Zentralrat, auf die Verbrechen hinweist, geht auch er an der Sache vorbei. Die Schuldzuweisung 1929 an die Juden endete später in der Verfolgung und waren nicht direkte Auswirkung der Krise.

Teile dieser Nation suchen sich nicht erst seit 1929, auch nach dem 2. WK, immer wieder Sündenböcke für Versagen in Wirtschaft und Politik. Nach dem Kreig sind es bis heute Rentner, Arbeitslose, Kranke und Behinderte, die schuld am Desaster der Sozialversicherungen sind. Gegen diese Gruppen wurden beginnend unter Schröder und Fischer der Verfolgungswahn verbreitet und bis heute werden mit gezielten Methoden größte Teile dieser Gruppen systenmatisch entrechtet. dazu aber, schweigt Herr Kramer.
Comment
von armin_ulrich armin_ulrich ist gerade offline | 26.10.2008 20:02 Uhr
Ohne Sinn mit Verstand
"Ein Ende der Finanzkrise ist nach Einschätzung des Ökonomen noch nicht in Sicht." - kein Wunder, wenn man sich vor Augen führt, welche Profis die Wirtschaftsinstitute führen.
Armin Ulrich
Comment
von koeppern koeppern ist gerade offline | 26.10.2008 20:08 Uhr
Der Exportüberschuß mit den USA...
...beträgt gerade mal 8%. 85% sind es in der EU. Durch die amerikanische Niedrigzinspolitik hat Deutschland relativ wenig profitiert. Die Schuld liegt eindeutig bei den Managern der deutschen Banken. Sie müssen haften, wenn überhaupt jemand. Sie haben ihre deutschen Kunden links liegen lassen und glaubten zwischen 10 und 15% Rendite zu erzielen. Wie wir wissen, kauften sie faule Hypothekenkredite. Für die Landesbanken haften die Vorstände und die Aufsichtsgremien, die überwiegend der CDU, CSU und FDP angehören. Warum, glauben sie, ist das "Hilfspaket" ohne grossen Widerstand in kürzester Zeit verabschiedet worden? Merkel wollte die Hubers, Wulffs, Rüttgers und Tillichs schnell aus der Schußlinie nehmen. Steinbrück, als Finanzminister, mußte ebenfalls an Lösungen interessiert sein, die den Bundesetat am wenigsten in Mitleidenschaft zogen. Hätte man es dem Markt überlassen, wären soziale Spannungen aufgekommen, die, und da hat Sinn recht, schwer zu kontrollieren gewesen wären. Nicht umsonst will Schäuble den Bundeswehreinsatz bei inneren Unruhen ausweiten. All das deutet darauf hin, daß Merkel und Co. wußten, wohin das Schiff segelt. Die Finanzkrise kommt auch ihr gerade recht. Mit ihr lassen sich alle Versäumnisse ihrer miserablen Amtsführung zudecken.
Comment
von dali dali ist gerade online | 26.10.2008 21:11 Uhr
@koeppern
wo sind denn diese Zahlen her???
"Exportüberschuss gegenüber den USA 8%???"
Was bitteschön, wird den in Deutschland verkauft, das in den USA produziert wird???
Nach meiner Kenntnis liegt der HBÜ Deutschlands gegenüber den USA bei ACHTZIG PROZENT und der der EU gegenüber den USA im Durchschnitt bei ca 50%.
Was außer Viagra, das garantiert für den europäischen Markt auch hier hergestellt wird, aber genau wie bei Microsoft Lizenzgebühren anfallen, kommt denn als Produkt aus den USA???
Comment
von morgari morgari ist gerade offline | 26.10.2008 20:10 Uhr
Ahnungslosigkeit und Schmach
Herr Sinn hat alle kritischen und sachkundigen Kommentare verdient, die sich unten finden.

Ich will nur hinzufügen, dass es sehr wohl vor, in und nach der Weltwirtschaftskrise zahlreiche kluge Studien gab, die die sich abzeichnende und die vollendete Krise auf "Systemfehler" der kapitalistischen Produktionsweise zurückführten. Die meisten, nicht alle stammten von marxistischen Kritikern. Aber damit kennt sich Herr Sinn offenbar nicht aus - wen wundert's?

Da Herr Sinn auch von Konjunkturtheorie und Krisenbewältigung keine Ahnung hat -- wir erinnern uns seiner als Prophet der immer schon "strukturellen Verwerfungen" und ihrer Verursacher auf Seiten des Wohlfahrtsstaats und der Gewerkschaften -- spricht er sich sogleich gegen ein Konjunkturprogramm aus. Man kann nur hoffen, dass die Bundesregierung nicht ebenso blind bleiben wird.

Am besten wäre es, Herr Sinn ginge in den Basar, kaufte sich einen Teppich und flöge hin, wo der Pfeffer wächst.
Comment
von armin_ulrich armin_ulrich ist gerade offline | 26.10.2008 20:11 Uhr
Zeitsprung
Was hätte er wohl im Jahr 1934 geantwortet, wenn jemand ihn gefragt hätte, wer an der Inflation von 1923 Schuld sei.
Sicher nicht die Manager.

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Von Ruth Bohnenkamp
Wer Geschäfte im Ausland macht oder dort Geld anlegt, wird vom Finanzamt genau ... mehr...

Schwarz-Gelb beschließt Mindestlohn für Abfallbranche Lesezeichen hinzufügen

Von Moritz Döbler
Die neue schwarz-gelbe Bundesregierung steht offenbar kurz davor, erstmals einen ... mehr...
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