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Opel

Gemeinsam gegen die Mutter

Von General Motors sind harte Vorgaben zu erwarten. Die Opel-Belegschaften in Europa suchen eine einheitliche Position.
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Zusammenstehen. GM wird vermutlich versuchen, die einzelnen Standorte und Belegschaften gegeneinander auszuspielen. - Foto: ddp
Berlin - Steht die europäische Front gegen die Amerikaner? Nach dem Jubel der Briten über die Entscheidung von General Motors, Opel-Mutter bleiben zu wollen, muss man Zweifel haben. Deshalb will Opel-Betriebsratschef Klaus Franz, der auch das europäische Arbeitnehmerforum des Unternehmens leitet, das Wochenende zur Abstimmung nutzen.

Jede Menge Gespräche zwischen Deutschen und Briten, Spaniern, Belgiern und Polen sind geplant. Denn die Arbeitnehmervertreter erinnern sich gut an die Strategie von GM aus vergangenen Sanierungsrunden: „Es wird wieder einen Beauty-Contest geben“, heißt es bei der IG Metall – also einen Wettbewerb der einzelnen Standorte um Modelle und Investitionen. „Die Schlechtesten bieten nachher am meisten, und das Unternehmen ist sowieso am Ende“, befürchtet die Gewerkschaft.

Wenn also Zugeständnisse, dann abgestimmt und keineswegs von einzelnen Ländern oder Standorten. Am Dienstag erst, unmittelbar vor der überraschenden Verwaltungsratsentscheidung in Detroit, hatten sich Opel und Magna auf der einen Seite mit den deutschen Betriebsräten und der IG Metall auf der anderen Seite auf einen Sanierungsbeitrag der Belegschaft geeinigt. Danach sollten die Personalkosten in Europa dauerhaft um 265 Millionen Euro und Jahr sinken. „Ziel ist es dabei, eine faire Verteilung innerhalb Europas beziehungsweise der deutschen Standorte zu erreichen. Basierend darauf ergibt sich für Deutschland ein Einsparungsziel von 176,8 Millionen Euro per anno“, heißt es im „Memorandum of Understanding New Opel Deutschland“, das dem Tagesspiegel vorliegt. „Die Parteien streben an, Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden“, heißt es weiter in dem Papier, mit dem die Partner Opel/Magna und IG Metall/Betriebsräte, „eine neue Unternehmenskultur schaffen (wollen) auf der Basis von Performanceorientierung, Transparenz und Einbeziehung der Mitarbeiter“. Schöne Worte, nach monatelangen Verhandlungen festgeschrieben, und schon wieder hinfällig, bevor die Tinte trocken ist.

Nun beginnt für die Belegschaftsführer um Klaus Franz ein neues Spiel. Mit neuen Partnern auf der anderen Seite. „Jetzt kommt wieder die Bankenphilosophie auf den Tisch“, stöhnt man bei der IG Metall. Gemeint ist die Steuerung eines Unternehmens allein nach betriebswirtschaftlichen Kennziffern, ohne industriepolitisches Konzept. Genauso seien GM und Opel in den vergangenen Jahren geführt worden – und deshalb in die Existenzkrise geraten. „Die Parteien gehen davon aus, dass New Opel im Jahr 2012 zur Profitabilität zurückgekehrt ist“, heißt es in der Vereinbarung mit Magna. Wie General Motors das schaffen will, bleibt derweil ein Rätsel.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 07.11.2009)
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