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Konjunktur

Das ifo-Institut schwelgt in Boom-Prognosen

Einen Aufschwung bis ans Ende des Jahrzehnts kann sich das Münchner ifo-Institut vorstellen. Auch auf dem Arbeitsmarkt und beim privaten Konsum soll sich die gute Konjunktur bemerkbar machen.
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Der robuste Konjunkturaufschwung in Deutschland wird sich nach Einschätzung des ifo Instituts noch jahrelang fortsetzen und dem Arbeitsmarkt weiteren Schwung verleihen. Das Institut hob am Montag seine Wachstumsprognose für Deutschland an. Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt 2007 um 2,6 Prozent zulegen und 2008 um 2,5 Prozent. "Der Aufschwung ist nach wie vor da, er hat Kraft, er wird sich auch über 2008 hinaus fortsetzen, mit etwas Glück bis zum Ende des Jahrzehnts", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn auf der ifo-Jahresversammlung in München. Dabei profitiere Deutschland von der weiterhin florierenden Weltwirtschaft, die den Export ankurbele und der Investitionsgüterindustrie Auftrieb verleihe. "Deutschland ist im Boom", sagte Sinn.

Die führenden Forschungsinstitute waren in ihrem Frühjahrsgutachten von einem Wachstum um jeweils 2,4 Prozent in diesem und dem kommenden Jahr ausgegangen. Das ifo Institut selbst hatte zuletzt im Dezember 2006 Wachstumsraten von 1,9 und 2,3 Prozent für 2007 und 2008 prognostiziert.

Am Arbeitsmarkt sorge die gute Entwicklung für eine weitere Entspannung, erwartet Sinn. Im Jahresdurchschnitt 2007 werde die Arbeitslosenzahl voraussichtlich auf 3,8 Millionen sinken und 2008 auf 3,5 Millionen. Der Jobaufbau werde zudem hauptsächlich durch sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und durch Selbstständige getragen. Sinn sprach von einer Trendwende: "Die Situation am Arbeitsmarkt hat sich dramatisch verbessert. Die Reise geht weiter nach oben."

Privater Konsum soll 2008 anziehen

Im kommenden Jahr erreiche der Aufschwung in Deutschland dann seine Spätphase. Während die Ausrüstungsinvestitionen 2008 etwas an Dynamik verlieren dürften, werde der private Konsum auch angesichts der guten Arbeitsmarktlage anziehen, erwartet Sinn. Wolken am Konjunkturhimmel gebe es derzeit eigentlich nicht, zumal auch die Weltwirtschaft in Fahrt bleibe und sich lediglich etwas abflachen werde. Auch dieses Jahr könnte wieder ein weltweites Wachstum von rund fünf Prozent möglich sein. Die USA werden nach Einschätzung Sinns nach einer vorübergehenden Verlangsamung ihr Wachstum wieder beschleunigen. "Wir sind in einer fantastischen, tollen Situation, in der die großen Kontinenten gleichzeitig im Aufschwung sind. Das hat man selten." Zwar folge auf einen Aufschwung immer auch eine Flaute, "aber eben noch nicht so bald", sagte Sinn.

Die Anstrengungen der Regierungskoalition zur Haushaltssanierung lobte Sinn. "Man muss der Bundesregierung ein Kompliment machen, sie hat das Budget in Ordnung gebracht." Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hält derweil am Ziel eines ausgeglichenen Haushalts bis 2011 fest. "Wir haben eine historische Chance zum Schuldenabbau", sagte Steinbrück bei der Veranstaltung. Einen früheren Zeitpunkt wolle er trotz der günstigen Konjunkturprognosen nicht nennen, um politisch nicht unglaubwürdig zu werden. Generell sei der Standort Deutschland "auch in der Retrospektive der letzten fünf Jahre nicht so schlecht, wie analysiert, aber auch nicht so gut, wie er sein müsste", sagte der Minister. (mit dpa)
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