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Wirtschaftsminister Brüderle

"Der Staat muss die Nachfrage stimulieren"

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle spricht mit dem Tagesspiegel über Keynes, die Lehren aus der Krise und die Steuerpläne der schwarz-gelben Koalition.
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Rainer Brüderle verspricht, dass die Bundesregierung die Anforderungen der Schuldenbremse erfüllen wird. Foto: Thilo Rückeis
Herr Minister, was sind Ihre Vorsätze für das neue Jahr?

Engagiert weiterarbeiten – die Aufwärtsentwicklung der deutschen Wirtschaft muss weitergehen.

Geht es etwas konkreter? Was sind Ihre wirtschaftspolitischen Vorhaben für 2010?

Wir müssen das zarte Pflänzchen Konjunktur düngen. Selbst wenn man die günstigsten Prognosen zugrunde legt, braucht Deutschland mindestens zwei bis drei Jahre, bis wieder der Stand von 2008 erreicht ist. Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, das zum Jahreswechsel in Kraft getreten ist, hilft dabei, weil es die Nachfrage im Inland ankurbelt. Das nächste große Projekt ist die Steuerreform, die 2011 in Kraft treten soll.

Wer wird entlastet, und wer bezahlt das?

Im neuen Jahr werden die Bürger um mehr als 20 Milliarden Euro entlastet. Wir haben also auf die bereits beschlossenen Maßnahmen der Vorgängerregierung noch eine Schippe von rund 8,5 Milliarden Euro draufgelegt. Im Jahr 2011 sollen die Bürger weiterentlastet werden durch eine Steuerreform wie im Koalitionsvertrag vereinbart. Das müssen wir jetzt konkretisieren.

Vereinbart wurde der Stufentarif. Wie viele Stufen sollen es sein?

Im Koalitionsvertrag wird keine Zahl genannt. Ob es drei, vier oder fünf Stufen werden, kann ich Ihnen noch nicht sagen. Darüber müssen wir intensive Gespräche führen.

Wäre es nicht angemessen, die Steuersenkungen angesichts der hohen Staatsschulden zu verschieben?

Steuersenkungen und Haushaltskonsolidierung sind zwei Seiten derselben Medaille. Die Entlastung ist notwendig, um der Wirtschaft mehr Schwung zu geben. Wir streben eine Haushaltskonsolidierung durch Wirtschaftswachstum und Ausgabenkürzungen an. So steht es im Übrigen auch im Koalitionsvertrag. Wir tun nach der Wahl, was wir vorher versprochen haben. Das ist etwas Neues in Deutschland.

Wer profitiert von den Steuersenkungen?

Letztlich alle. Alle haben etwas davon, wenn die Wirtschaft wieder läuft und der Staat handlungsfähig bleibt. Wir haben mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz bei den Familien angefangen.

Und bei den Hoteliers.

Das ist eine Maßnahme, damit unsere Hotels keine Nachteile gegenüber Konkurrenten in Nachbarländern haben.

Warum war ausgerechnet dieser Punkt die erste und wichtigste Maßnahme der neuen Regierung?

Das stimmt ja nicht. Bezogen auf die gesamten Entlastungen im neuen Jahr, macht die niedrigere Mehrwertsteuer für Hotels nicht einmal fünf Prozent aus. In einer Drei-Parteien-Koalition muss man zueinander finden, und besonders der CSU lag dieser Punkt sehr am Herzen. Viel wichtiger ist unterm Strich die Entlastung der Familien, die wir mit höheren Kinderfreibeträgen und mehr Kindergeld erreicht haben. Außerdem haben wir die gröbsten Schnitzer der Unternehmenssteuerreform beseitigt.

Wie sehr hat die Debatte um das Wachstumsbeschleunigungsgesetz die Glaubwürdigkeit der Koalition beschädigt?


Wir haben Wort gehalten und diese Entlastung trotz aller Widerstände in Rekordzeit durchgesetzt.

Wie groß werden die Wachstumseffekte aus diesem Gesetz sein?

Das kann niemand sagen. Die Ökonomie ist keine Naturwissenschaft.

Nennen Sie doch wenigstens eine Größenordnung.

Das mache ich nicht aus dem Handgelenk. Im Jahreswirtschaftsbericht werden wir Antworten geben. Sicher ist, dass wir mit den gerade in Kraft getretenen Maßnahmen die schwierige Entwicklung abfedern.

Die grundgesetzlich verankerte Schuldenbremse führt dazu, dass der Bund ab 2011 jedes Jahr mindestens zehn Milliarden Euro einsparen muss. Wird die Koalition den Mut dazu aufbringen?


Fest steht, dass wir sparen müssen. Wir werden die Anforderungen der Schuldenbremse erfüllen. Aber genau deswegen müssen wir jetzt Gas geben und die Konjunktur anschieben.

Wo soll der Schuldenabbau ansetzen?


Herr Steinbrück hat uns ein schwieriges Erbe hinterlassen.

Herr Steinbrück?

Ja, der frühere Finanzminister.

Ihre Kanzlerin war doch auch dabei.

Die SPD hat elf Jahre lang den Bundesfinanzminister gestellt und dem Land Rekordschulden und zu hohe Steuern hinterlassen. Unter diesen schwierigen Umständen müssen wir nun die Wirtschaft in Gang bringen und gleichzeitig die staatlichen Ausgaben unter Kontrolle halten. Dazu müssen wir jetzt die Nachfrage der Bürger stärken.

Hat die Krise einen Keynesianer aus Ihnen gemacht?

Wir brauchen eine vernünftige Mischung aus Angebots- und Nachfragepolitik. Was viele selbst ernannte Keynesianer immer vergessen: Wenn sich die volkswirtschaftlichen Bedingungen wieder stabilisieren, brauchen wir einen Konsolidierungskurs. Aber wenn Sie nicht genügend Nachfrage haben, muss der Staat durchaus auch eine gewisse Zeit Nachfrage stimulieren. Es gibt hierzu verschiedene Wege, aber dieser Grundsatz ist unwiderlegbar.

Wo also soll der Schuldenabbau ansetzen?

Bundesfinanzminister Schäuble hat Vorschläge angekündigt. Ich werde ihm nicht vorgreifen.

Warum ist die Wirtschaftskrise bei den meisten Deutschen nicht angekommen?

Deutschland ist ein wirtschaftlich starkes, gefestigtes Land, in dem sich die Wirtschaftspartner vernünftig verhalten. Die Gewerkschaften beziehe ich ausdrücklich mit ein, weil sie sich moderat und flexibel gezeigt haben. Die Bürger haben besonnen reagiert und die Politik auch. Die Banken vor dem Zusammenbruch zu retten, war eine schwierige Operation, die wir auch in der Opposition mitgetragen haben. Jetzt müssen wir die Rolle des Staates wieder zurücknehmen und stattdessen die Eigenverantwortung der Bürger wieder stärken.

Wie wichtig sind da die massiven Konjunkturpakete?


Zum Teil waren sie sinnvoll, aber die Abwrackprämie zum Beispiel halte ich für nicht überzeugend. Das war ein reines Strohfeuer, mit dem Nachfrage vorgezogen wurde. Einiges deutet darauf hin, dass der Autoindustrie noch ein schwieriges Jahr bevorsteht. Unser Weg ist ein anderer: Wir wollen die Kaufkraft der Bürger stärken, indem wir ihre Steuerlast senken.

Wie groß ist die Gefahr einer Kreditklemme im neuen Jahr?


Das ist eine ganz reale Gefahr. Die Banken müssen ihre Eigenkapitalbasis stärken. Allerdings führt das zu neuen Problemen, weil sie dann weniger Kredite vergeben können. Wir müssen verhindern, dass es zu einer Kreditklemme kommt. Die geänderten KfW-Programme, der neue Kreditmediator und auch die angekündigten Fonds der Branche werden das hoffentlich leisten.

Wie steht es um die Landesbanken?

Die WestLB musste gerade mit Hilfe des Bundes stabilisiert werden. In dem ganzen Sektor sollte es endlich zu einer Neuordnung kommen. Aus meiner Sicht würde eine Landesbank völlig ausreichen. Aber das ist ein Thema der Länder, nicht des Bundes.

Jeder Ministerpräsident will doch seine Bank erhalten.

Es gibt heute schon Bundesländer ohne selbständige Landesbank. Ich kann nur appellieren, dass Föderalismus über die Landesgrenzen hinweg gilt. Oft ist doch nicht entscheidend, wie die Einzelinteressen gelagert sind, sondern was für das gesamte System am besten und sinnvollsten ist.

Ein Thema des neuen Jahres wird die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken. Auf welche Gegenleistungen müssen sich die Energiekonzerne einstellen?

Es geht um etwas anderes. Weder Rot- Grün noch die große Koalition haben es geschafft, ein Energiekonzept vorzulegen. Das wollen wir bis zum Herbst machen. Wir wollen den Einstieg in das Zeitalter regenerativer Energien durch gezielte Förderung und Forschung beschleunigen. Durch längere Laufzeiten lassen sich Ressourcen dafür bereitstellen, aber sie sind nicht das Ziel, sondern Mittel zum Zweck.

Stellen Sie sich einen Fonds vor, in den die Konzerne einzahlen?


Wie das genau gemacht wird, ist noch offen. Denkbar sind ein Fonds oder eine Stiftung, es wäre aber auch eine steuerliche Lösung vorstellbar.

Um wie viel Geld geht es denn?

Wir dürfen das Pferd nicht von hinten aufzäumen.

Ist Ihre Gesetzesinitiative zur Entflechtung von marktbeherrschenden Konzernen auch auf die Energiebranche gemünzt?

Sie ist nicht branchenbezogen. Andere Länder, zum Beispiel die USA, haben solche Gesetze seit vielen, vielen Jahren. Es geht darum, ein Kernelement der sozialen Marktwirtschaft zu garantieren: dass nämlich kein Unternehmen seine Marktmacht missbrauchen darf.

Sie sehen derzeit keine Branche, auf die dieses Gesetz Anwendung finden könnte?

Es ist gut, ein Schwert zu haben, auch wenn Sie nicht in die Schlacht ziehen wollen. Das Ziel ist, die Wettbewerbsbehörde zu stärken.

Wie weit ist die europäische Unterstützung für Opel gediehen?

Wichtig ist, dass es keinen Subventionswettlauf gibt. Ich bin angenehm überrascht von der Rationalität der Diskussionen mit den europäischen Partnern. Die Europäische Kommission wird vorab eventuelle Vorschläge prüfen und den betroffenen Staaten ein Grundgerüst an die Hand geben.

Am Ende stehen Hilfen auch der deutschen Regierung?

Die Frage stellt sich momentan nicht. GM braucht erst einmal ein Restrukturierungskonzept. Bisher kenne ich nur ein paar bunte Bildchen, aber kein Konzept. Wenn GM ein solches vorlegt, prüft zunächst die Kommission, ob das überhaupt plausibel ist. Ein nächster Schritt wäre ein Antrag auf Berücksichtigung in bestehenden Förderprogrammen in Deutschland. Einen solchen Antrag würden wir pflichtgemäß und ergebnisoffen prüfen. Ein Anrecht auf Förderung gibt es nicht.

Was erwarten Sie vom Dreikönigstreffen Ihrer Partei?

Wir haben nach dem Wechsel in die Regierungsverantwortung die personellen Weichen gestellt. Das haben wir schnell und gut bewerkstelligt. Entscheidend ist jetzt, dass wir die Handlungsfähigkeit der Partei voll gewährleisten. Das wird sich am Erfolg der FDP bei der Landtagswahl in Nordrhein- Westfalen messen lassen.

Sie sind mit dem Start der Koalition zufrieden?

Gemessen an dem, was wir bereits in den ersten Monaten auf den Weg gebracht haben, ja. Ich hätte mir aber gewünscht, dass die gemeinsame Grundidee der Koalition gleich von Beginn an stärker herausgestellt worden wäre. Wir stehen für einen Politikwechsel, und das muss deutlicher gesagt werden.

Wer hat es versäumt, die Gemeinsamkeiten herauszustellen?

In den Unionsreihen gibt es Stimmen, die manches, was vereinbart wurde, schon wieder quer diskutieren. Besser für den Zuhörer ist es, wenn man die gleiche Melodie singt. Wir haben gemeinsam entschieden, dass wir eine große Steuerreform angehen. Ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass das Wort der Kanzlerin gilt. Ich halte den Kollegen Schäuble für einen sehr zuverlässigen Partner.

Wo gilt das Wort der Kanzlerin?

Für alles. Die Unterschrift ist kaum trocken, und sie gilt.

Ist nicht das Problem des Koalitionsvertrags, das wenig wirklich geregelt ist?

Der Koalitionsvertrag ist doch sehr umfassend. Viele Koalitionsverträge hatten weniger Seiten. Man kann nicht alle Vorhaben einer Legislaturperiode bis ins letzte Detail kodifizieren. Es kann nur um die großen Linien gehen.

Was halten Sie von einer Finanztransaktionssteuer, wie sie die Kanzlerin anstrebt?


Die Tobin-Steuer kenne ich noch aus meiner Studienzeit. Das ist so neu nicht. Sinnvoll ist das nur, wenn alle großen Wirtschaftsregionen einbezogen werden. In jedem Fall müssten Wettbewerbsverzerrungen ausgeschlossen werden. Ich harre der Diskussion, wenn sie kommt. Ich bin da eher zurückhaltend.

Das Gespräch führten Moritz Döbler und Antje Sirleschtov.



ZUR PERSON

HERKUNFT

Rainer Brüderle wurde im Juni 1945 in Berlin geboren, wuchs aber in der Pfalz auf. Seine Eltern hatten ein Textilgeschäft in Landau. Nach dem Abitur absolvierte er in Mainz ein Studium, das er als Diplom-Volkswirt abschloss. Erst arbeitete er an der Universität, dann bei der Stadt Mainz, wo er zuletzt Wirtschaftsdezernent war.



KARRIERE

Kurz nach dem Studium trat Brüderle in die FDP ein und brachte es binnen zehn Jahren zum Landesvorsitzenden. 1987 zog er in den Landtag ein und wurde unter Bernhard Vogel (CDU) Wirtschaftsminister. Bis 1998 diente er in diesem Amt unter drei weiteren Ministerpräsidenten, zuletzt Kurt Beck (SPD). Dann wechselte er in den Bundestag – auf seinen Traumposten musste er aber elf Jahre warten: Erst mit dem Wahlsieg von Schwarz- Gelb wurde er Bundeswirtschaftsminister.



WIRKUNG

In der langen Oppositionszeit profilierte sich Brüderle als Ordnungspolitiker. Er war jederzeit für einen bissigen Kommentar zu haben – und für fast jeden Spaß. So warb er 2002 bei Harald Schmidt für Wein aus Rheinland-Pfalz – der Spot trug den Titel „Saufen mit Brüderle“. Und für die „Bunte“ ließ er sich 2008 im schwarzen Kampfsportdress ablichten. „Ich habe das Chi gespürt, eine Art innere Kraft“, zitierte ihn das Magazin. mod

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 04.01.2010)
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Kommentare [ 109 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von heiko61 heiko61 ist gerade offline | 3.1.2010 16:57 Uhr
Tolle Satire, was unser Wirtschaftsminister so verkündet!
Allerdings hätte ich mir spritzigere Fragen gewünscht. So bestand das "schwierige Erbe" von Finanzminister Steinbrück immerhin in einer Neuverschuldung von NULL im Jahr 2008. Auch die neue Steuersubvention für Hoteliers und die "Entlastung für Familien, die ausgerechnet die Ärmsten ausschließt, hätten Sie ihm auf keinen Fall so durchgehen lassen dürfen!
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von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 3.1.2010 18:12 Uhr
heiko61
so sehr, wie ich Satire liebe, aber sie sollte gut sein. Und bei Leuten, die uns regieren sollen, ist es fatal. Aber es ist eigentlich schon peinlich was dieser Mann von sich gibt, aber warum sollte er plötzlich im neuen Jahr auch anders sein. Ich habe wirklich bei FDP und auch CSU das Gefühl, die haben noch nicht mitbekommen, das sie an der "Macht" sind. Aber ehe die es mitbekommen, ist dieser Spuk hoffentlich vorbei.Und schärfere Fragen, wozu diese Verschwendung? Das was er sagt, beweist doch seine Unfähigkeit auf Deutlichste.

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von zacha zacha ist gerade online | 3.1.2010 21:19 Uhr
@heiko und uwe
Keiner von ihnen nennt vernünftige Punkte, nur allgemeines. Gehen Sie doch auf konkretes ein was denn so "satirisch" wäre und belegen Sie es.

Das einzige was da kam, ist die Haushaltsbilanz von einem Jahr, wobei es auch einige Jahre davor gab und es gerade mal im besten aller Jahre gerade so geschafft wurde iene schwarze null zu erreichen. Nichts desto trotz beerbte die aktuelle Regierung zum einen eine gigantische Schuldenlast und die Finanzkrise. Was davon von der Vorgängerregierung verursacht wurde oder von Herrn Steinbrück speziell, da mag man sich drüber stgreiten, faktisch ist es jedoch das Erbe. Und das ist schwierig. Ihr einziges scheinbares Argument ist also gar keines.
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von Reginald Reginald ist gerade offline | 4.1.2010 11:30 Uhr
nur Allgemeines?
Logisch. Denn jedes Wort von Kamerad Brüderle ist Satire. Ich nenne wegen Platzmangel nur mal drei Punkte des Interviews:

Hoteliers:Das ist eine Maßnahme, damit unsere Hotels keine Nachteile gegenüber Konkurrenten in Nachbarländern haben.

Wer Urlaub in Deutschland in einem Hotel sich noch leisten kann, Geschäfte in Deutschland abwickelt, würde in einem "Nachbarland" Zimmer mieten?
Völlig logisch, oder?

Wachstumsbeschleunigungsgesetz:
Wir haben mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz bei den Familien angefangen.
Bei den Familien? Nee, nur bei den ohnehin schon gut betuchten. Hartz4-Opfer sowie Geringverdiener sind für diese FDP-Lümmel keine Klientel.

Nochmal Wachstumsbeschleunigungsgesetz
Wir haben Wort gehalten und diese Entlastung trotz aller Widerstände in Rekordzeit durchgesetzt.

(T)rotzig und Beratungsresistent trifft es besser.

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von eban eban ist gerade offline | 3.1.2010 17:07 Uhr
Interviews mit Brüderle
sind etwa so aussagekräftig wie das Horoskop in der Tageszeitung.
Frage: "Um wie viel Geld geht es denn?"
Antwort: "Wir dürfen das Pferd nicht von hinten aufzäumen."

Frage: "Wo soll der Schuldenabbau ansetzen?"
Antwort: "Herr Steinbrück hat uns ein schwieriges Erbe hinterlassen."
Letztens im Spiegel war es auch nicht besser.
Ein Interview mit Brüderle ist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wird.
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von Ulf_Kaputtke Ulf_Kaputtke ist gerade offline | 3.1.2010 23:11 Uhr
Warum Politiker nix sagen
Ich bin kein FDP-Fan, aber es gehört doch zum Standard, dass Politiker in Interviews mantra-artig ihre parteilichen Vorhaben und Grundannahmen wiederholen. Konkrete Zahlen hat die Partei nicht beschlossen, also kann Herr Brüderle auch nicht vorpreschen und eine Zahl sagen. Da müsste er erst mal seine Partei fragen. Und wenn er sonst irgendwas anderes mutiges sagen würde, dann würden die Zeitungen es aufblasen und es gebe das übliche Medienbrimborium und andere Leute distanzieren sich von den Aussagen usw. Darum erfährt man in solchen Interviews selten mehr als ohnehin aus den Zeitungsartikeln und Newsshows :)
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von sataniel sataniel ist gerade offline | 3.1.2010 17:10 Uhr
Von gebrochenen Steuerversprechen,
den hier und dort heimlich unheimlich erhöhten Abgaben und Gebühren, GEZ mal als Stichwort, werden die Bürger nicht viel Geld übrig haben, um für einen erhöhten Konsum zu sorgen. Auch die von der ehemaligen Familienministerin Zensursula versauten DVD-Cover laden nicht zum Kauf ein, sondern liegen wie Blei in den Regalen der Händler!
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von hannibal hannibal ist gerade offline | 3.1.2010 17:33 Uhr
Warum ist die Wirtschaftskrise bei den meisten Deutschen
nicht angekommen?"

Wie werden die linken Leser diese provokante Frage aufnehmen?



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von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 3.1.2010 20:21 Uhr
Weil sie dieses Jahr kommt!
Und was hat das mit Lechts und Rinks zu tun?
Es gibt auch noch Norden und Süden, Oben und Unten, Morgen und Gestern, Hier und Heute.
Wie wär´s mal mit Abwechslung?
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von zacha zacha ist gerade online | 3.1.2010 21:21 Uhr
@nyarlat
Hm damit das es einige linke gibt die eine verarmung des gesamten Volkes propagieren und den Utnergang der Marktwirtschaft prophezeien. Die Folgen einer Krise und deren Itnerpretation ist wohl das, was die politischen Lager mit am deutlichsten Utnerscheidet, daher ist die Frage schon sehr gerechtfertigt.
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von cz284 cz284 ist gerade offline | 3.1.2010 17:50 Uhr
Der Irrtum.
Die FDP irrt, wenn sie glaubt, dass Steuersenkungsprogramme vom Wähler in positiver Erinnerung behalten werden und später dann zur Wiederwahl führen.
Nur ständig neue "Bonbons", besonders solche, die kurz vor der nächsten Wahl greifen, zeitigen Erfolg.
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von Auslaender Auslaender ist gerade offline | 3.1.2010 18:55 Uhr
Keynes hat in der 30er Jahren schon nicht funktioniert!
Der sogenannte New Deal von Roosevelt ist bereis in den 30er Jahren gescheitert. Roosevelt hatte das Glück, dass ab 1936 die Vorbereitungen für den 2.WK starteten und es daher eine große Nachfrage nach amerikanischen Gütern anfangs aus Deutschland und dann aus den anderen europäischen Staaten gab. Dies stimulierte die Wirtschaft und nicht Keynesinaismus.
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von zorcel zorcel ist gerade offline | 3.1.2010 20:44 Uhr
liberale wirtschaftspolitik...
... orientiert sich in der regel an adam smith und nicht an john maynard keynes. brüderle stellt in seinem interview lediglich klar, dass die keynesianische wirtschaftspolitik (sie entspricht der wirtschaftsideologie der spd) des vergangenen jahres in ausnahme- und krisensituationen herhalten muss, um schnellst möglich wieder zu smith zurückzukehren.

die folgen von keynes sind im sogenannten "verlorenen jahrzehnt" (spiegel über die 0-er jahre) sehr deutlich geworden: steigende steuer- und abgabenlast, sinkende reallöhne, steigende staatsverschuldung, etc.

zu keynes verteidigung muss man sagen, dass er seine wirtschaftstheorie in den jahren nach der krise 1929 veröffentlichte. in krisenzeiten hat sie sich bewährt. schon damals wurde an seiner theorie bemängelt, dass sie nur kurzfristig wirken könne und daher nur kurzfristig anwendbar sei. die spd hingegen glaubt an die langfristige wirkung von keynes.

die cdu/csu ist in dieser frage eher beliebig. die cdu glaubt eher an smith, die csu eher an keynes. je nachdem aus welcher richtung der wind kommt.

fazit: die wirtschaftsstrategie ist bei der fdp klar erkennbar und macht mut zur hoffnung. mal sehen, wie weit die cdu/csu bereit ist mitzuziehen...!?!
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von zacha zacha ist gerade online | 3.1.2010 21:27 Uhr
Keynes
Was zumeist unter Keynes geführt wird ist eigentlich antizyklische Wirtschaftspolitik. Das heißt, in Krisenzeiten die Nachfrage stärken um die Abwärtspirale zu stoppen. Keynes hat doch noch einiges mehr geschrieben.

Aber dieser Aspekt der antizyklischen Politik wird leider immer nur in Krisenzeiten bemüht um Ausgaben zu rechtfertigen, in dem besseren Jahren wird dann aber sich damit begnügt sich zu feiern wenn man in den Besten Jahren gerade so keine Neuverschuldung hinkriegt, statt die besseren Jahre dafür zu verwenden eben die Nachfrage zu drosseln um zum einen eine Überhitzung der Konjunktur zu vermeiden (eine Überhitzung des Immobilienmarktes war eine der Hauptursachen für die aktuelle Krise) und die finanziellen Reserven wieder aufzufüllen udn die zuvor getätigten Schulden auszugleichen.

Daher ist "keynesianisch" mittleriweile eher zu einem Schimpfwort geworden für jemanden, der auf Dauer über die Verhältnisse lebt und sich brüstet wenn er mal etwas weniger neue Schulden macht. Und daher ist Herr Brüderle wohl auch sehr vorsichtig mit dem Wort Keynes. Herr Keynes würde sich wohl auch schämen für das Schindluder, dass in seinem Namen so betrieben wurde.
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von Auslaender Auslaender ist gerade offline | 4.1.2010 16:38 Uhr
@ zorcel; danke!
Sie gaben mir jetzt den Anreiz micht etwas tiefer mit Adam Smith zu beschäftigen und im speziell den Zusammenhang von A.Smith zu den Monetaristen zu finden. Die eine sehr erfolgreiche Wirtschaftspolitik in den späten 70er und frühen 80er Jahren betrieben - besser bekannt unter Reagonomics und Thatcherismus. UK zehrt heute noch an den Erfolgen des monetaristischen Kurses von M. Thatcher.
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von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 3.1.2010 20:19 Uhr
Endlich!


Zitat von s.o.

Wie groß werden die Wachstumseffekte aus diesem Gesetz sein?
Das kann niemand sagen. Die Ökonomie ist keine Naturwissenschaft.



Auf dieses Eingeständnis warte ich schon lange.
Leider vergessen diese Herren Ökonomen und Grenzwissenschaftler, die einen stark an Astrologen erinnern, das sich aus der Mathematik einiges Grundsätzliche sagen lässt.

Konstantes Wachstum (z.B. 3%) ist immer exponentiell und damit nicht auf Dauer durchzuhalten. Es wird immer eine Phase eintreten in der ein solches Wachstum abbremst.
Das wäre nicht schlimm wenn man nicht immer mehr Zinsen erarbeiten und die Geldmenge damit auch exponentiell wachsen lassen müsste. Damit ist das System Wirtschaft dazu verdammt irgendwann zu scheitern. Und das passiert jetzt.

Die Grenze des Wachstums ist in diesem Jahrzehnt erreicht.
Wenn wir jetzt nicht schnell das Geldsystem von Schuldgeld auf staatlich kontrolliertes Guthabengeld ohne Zins umstellen, fliegt uns alles um die Ohren.

Informieren Sie sich über die Geldschöpfung durch die Banken und warum wir immer mehr Schulden als Guthaben haben. Insgesamt als Staat und als Bürger!

Fragen Sie sich mal warum nur die Banken Geld als Kredit erzeugen dürfen aber die Bürger als Staat dies nicht können, sondern Schulden bei Banken und Privatleuten am Kapitalmarkt aufnehmen müssen. Wir können Geld zur Zeit nur gegen ZINSEN bekommen! Nach ca. 24 Jahren ist bei 3% Geldmengenwachstum doppelt soviel Geld in Umlauf. Wenn Sie ihr Geld also liegen lassen ist es allein schon deswegen fast nur noch die Hälfte wert.
Nur wenn immer mehr Güter (unter Aufwand von Energie und Rohstoffen) produziert werden, bleibt der Wert des Geldes erhalten.

Stellen Sie sich doch mal vor Gesetze könnten vom Staat nur gegen das Versprechen noch mehr Gesetze zu erlassen bei Juristen abgeholt werden um sie rechtskräftig werden zu lassen. Wir müßten alle 24 Jahre die Anzahl der Gesetze verdoppeln. Wäre das OK?
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von zacha zacha ist gerade online | 3.1.2010 21:34 Uhr
@nyarlat
Wohl eines ihrer Lieblingsthemen, dass sie es so weit hergeholt hier herkommen. Ja, Ökonomie ist keine exakte Naturwissenschft. Denn sie handelt von Menschen udn zwischenmenschlichen Beziehungen. Daher kann man immer nur Prognosen abgeben, die nie den Anspruch erheben können korrekt zu sein, nur "möglichst wenig falsch zu liegen". Und davon kommen Sie zu den Grenzen des Wachstums und geradezu Weltuntergangsmäßigen Halbwahrheiten und Verkürzungen. Frei nach dem Motto: Es klappte zwar die letzten 200 Jahre so sehr gut, aber gerade jetzt geht es zu Ende, Leute, brecht in Panik aus! :) Das erinnert mich an die Anekdote des Beamten, der im Jahre 1880 prohpheiezte das die Grenzen des städtischen Wachstums 1920 erreicht seien würden, da die Städte den Dung der Pferde der Kutchen nicht mehr bewältigen könnten. Oder an die Simpsons in denen Disco-Stew die Entwicklung der Discoplattenverkäufe der 70er Jahre aufzeigt und daraus dann 30 Jahre später eine "Prognose" für die Zukunft ableitet. Die Dynamik der Welt völlig ignorierend.

Der Mensch nähert sich seinen Grenzen und verändert sich und seine Umwelt so, dass er diese Grenzen überschreiten kann. Das ist der rote Faden in der Entwicklugn der Menschheit.
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von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 4.1.2010 0:23 Uhr
Wie ihre Beispiele wunderbar zeigen
@zacha

sind alle diese Probleme durch "Systemwechsel" behoben worden.
Ein Pferdetransportsystem hätte niemals die heutigen Warenmengen befördern können.

Das gleiche brauchen wir für die Wirtschaft! Ich will nicht den Untergang beschwören sondern wie viele Andere auch darauf hinweisen das wir uns dringend ein anderes Wirtschaftssystem überlegen müssen. Sonst wird das neue System von selber entstehen. Und es ist zu bezweifeln das das dann besser wird als das alte System.
Darum geht´s!
Nicht um den Weltuntergang. Das ist nur ein Totschläger er immer von denen gezogen wird die keine Lust haben sich mit den Argumenten zu beschäftigen.
Die Welt geht in etwa 500 Millionen Jahren unter. Die Zeit bis dahin wollen wir aber nicht im Chaos verbringen.
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von zacha zacha ist gerade online | 4.1.2010 9:18 Uhr
@nyarlat
Es gab keine Wirtschaftssystemwechsel. Es waren Technologiewechsel. Je näher eine alte Technologie an eine Grenze kommt, desto größer werden die Probleme und in einer flexiblen freien Wirtschaft werden die Anreize dadurch größer neue Technologien zu entwickeln und einzuführen. Es waren KEINE Systemwechsel der Wirtschaft. Nur Technologiewechsel. Das erleben wir auch heute wieder, populäre Beispiele sind die erneuerbaren Energien und die Miniaturisierung, aber auch die Genindustrie.
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von hannibal hannibal ist gerade offline | 4.1.2010 19:43 Uhr
Danke @zacha,
wieder mal exakt verwandelt! :-)

(muss die Steuer machen, daher wenig Zeit)
Comment
von misterx misterx ist gerade offline | 3.1.2010 21:36 Uhr
Der Staat muss sich raushalten!
War das nicht ein alter FDP-Spruch?

Der wahrhaftige FDP-Spruch wäre: der Staat muss das tun, was die FDP-Spender wollen.
Comment
von lupo lupo ist gerade offline | 3.1.2010 21:40 Uhr
Klare Fragen, klare Antworten !
Endlich ein Wirtschaftsminister wie Rainer Brüderle, kompetent, durchsetzungsfähig, professionell, realistisch, klar und deutlich und nun endlich mal einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt !

Solche Männer braucht das Land, und mir ist um die Zukunft Deutschlands nicht bange !

Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 4.1.2010 12:50 Uhr
Ironie, oder?
Weshalb sollte denn der Mann auch ein Blatt vor den Mund nehmen bei einer derartigen Ansammlung von Leerphrasen?
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von samuelrees samuelrees ist gerade offline | 3.1.2010 22:05 Uhr
Nun ist alles vorbei!
Auch die FDP ist jetzt sozialdemokratisch! Es ist zum Heulen!
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 4.1.2010 12:53 Uhr
@ samuelrees | 3.1.2010 22:05 Uhr
Sich immer nur über den Herrn Minister lustig zu machen, bringt keinen Schritt weiter.
Comment
von Gliese581b Gliese581b ist gerade offline | 3.1.2010 23:12 Uhr
Zinsknechtschaft abschaffen...
nyarlat hat Recht damit, dass die Zinsen die Banken für ihre Kredite bekommen mit Ursache der Wirtschaftskrise sind. Der Faktor Zeit der mit diesen Zinszahlungen im Zusammenhang steht, setzt voraus, dass Kredite gewinnbringend eingesetzt werden, also Zinsen + Gewinn.
Was dabei aber ausser Acht gelassen wird ist das Risiko des Verlustes. Der wenn er eintritt im Wirtschaftskreislauf fehlt. Zinsforderungen setzten voraus dass der Markt wächst, aber irgendwann muss halt die Grenze erreicht sein, da weitere Expansionen des Marktes aufgrund des fehlenden Absatzes nicht mehr möglich ist. Die Zinsforderungen bleiben aber weiterhin bestehen und wachsen stetig an.
Wenn Beispielsweise China sein Sparpolitik aufgeben würde und den Warenimport zulassen würde wäre das ein kurzfristige Möglichkeit der Weltwirtschaftskrise entgegenzuwirken, aber die Realität sieht halt anders aus. Daher kann man die Krise nur bewältigen in dem man die ausstehenden Zinsforderungen einfriert oder abschafft.
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von zacha zacha ist gerade online | 4.1.2010 9:28 Uhr
@Gliese
? die Möglichkeit des Verlusts in ein Faktor in der Berechnung desw Zins. Sowas nennt man einen Risikoaufschlag. Das Geld fehlt dann langfristig und global gesehen nicht, Verluste werden durch den Risikozins anderer riskanter Investitionen ausgeglichen.

Außerdem gibt es Inflation und diese ausgleichende Lohnerhöhungen (und Rente etc.), so dass selbst bei stagnierenden realen Märkten die Geldmenge wächst und somit ein Zins zahlbar ist. Die Rückzahluong plus Zins entspricht dann eben genau dem realen Wert des ursprünglichen Kredits vor der Inflation.

Und letztlich, es gibt einen Produktivitätszuwachs, was letztlich das nachhatligeste Argument für Zinsen ist. Der eine kann mit seinem Geld, angelegt als Produktivkapital, geradeso seine Kosten decken und hat keinen Gewinn. Ein anderer kann damit einen Laden anmieten, Werkzeuge anschaffen und dann in diesem Laden mit den Werkzeiugen arbeiten und neue Güter produzieren, die er mit Gewinn verkaufen kann. Er kann dann problemlos den Kredit plus Zinsen zurückzahlen und hat immer noch Gewinn übrig. Beide stehen besser da, als wenn kein Kredit vergeben worden wäre. Und ohne Zins hätte der erste keinen Anreiz gehabt, sein Geld zu verleihen.

Zins und Zinseszins sind mit die genialsten Erfindungen der Geschichte, sie ermöglichten einen effektiven Einsatz von Geld im produktiven Bereich, ermöglichten ein Startkapital für produktive Menschen ihr Potential zu entfalten. Es gibt keine Zinsknechtschaft, niemand ist gezwungen einen Kredit aufzunehmen und dafür Zinsen zu zahlen.
Comment
von remember remember ist gerade offline | 4.1.2010 13:29 Uhr
Träume
Das hat vor Jahrzehnten schon nicht funktioniert und soll ausgerechnet jetzt, wo man nicht von einer Inflation reden kann, funktionieren? Es gibt genügend Beispiele in der Wirtschaftsgeschichte die es belegen.
Außerdem ist keines der Risiken abgestellt worden. Weiter wird mit Verbriefungen, Zertifikaten und Derivaten gehandelt, als hätte es nie eine Krise gegeben. Die Scheingewinne sind Explosionsartig gestiegen und Obama hat, mit der Kreditfreigabe in den USA, für die Hypothekenbanken kräftig am Rad gedreht.
Warten wird doch noch die Jahreabrechnungen der großen Kreditkartenbanken ab. Es soll ja noch Wunder geben......
Comment
von nyarlat nyarlat ist gerade offline | 6.1.2010 0:40 Uhr
Das Wirtschaft ohne Zinsen
besser funktioniert und sozialverträglich ist können Sie an lokalen "Währungen" wie dem Palmas sehen.
Unser jetziges monetäres System dient nur einem Zweck.
Der Umverteilung vom Arbeitnehmer zum Investor.
Aus einer guten Idee (Geld) ist ein Fluch für die Menschheit geworden der direkt auch für die Zerstörung von Umwelt und Gesellschaft verantwortlich ist. Denn jeder "Wert" wird nur noch in Geld gemessen. Denn Geld macht alles gleich und unvergleichbares vergleichbar.
Zusätzlich hat die Globalisierung dazu geführt das es nicht allen besser sondern allen schlechter geht. Nur die Investoren können dauerhafte Gewinne einstecken. Alle die echte Arbeit erbringen werden ärmer und müssen sich nach der Decke strecken.
Comment
von remember remember ist gerade offline | 4.1.2010 7:10 Uhr
"Der Staat muss die Nachfrage stimulieren"
Da hat doch sicher der Druckteufel zugeschlagen. Der Herr Brüderle hat doch sicher simulieren gesagt.........
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von janes-boing-null-null-sieben janes-boing-null-null-sieben ist gerade offline | 4.1.2010 8:14 Uhr
warum nicht mal ein grundlegender kurswechsel
statt immer nur an den symptomen zu kurieren und weiter fröhlich vor sich hinzuwerkeln in altbewährter vogel-strauss-manier.
in der finanz-, steuer- und wirtschaftspolitik ist es im moment wie in der medizin. alle interessieren sich nur für die symptome, nicht aber für die tiefer dahinter liegenden ursachen für die krise. und da will man einfach den wald vor lauter bäumen nicht sehen.

dabei gibt es ja eine brauchbare alternative und sie wird sogar schon auf globaler ebene ins auge gefasst. nur leider nicht von den herren und damen politikern, denn die würden dann auf lange sicht einen großteil ihrer macht verlieren:

http://www.youtube.com/watch?v=F0huT89Og1g&feature=player_embedded
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von janes-boing-null-null-sieben janes-boing-null-null-sieben ist gerade offline | 4.1.2010 8:29 Uhr
dass der staat die nachfrage
stimulieren muss, halte ich für einen grundlegenden irrtum.
vielmehr muss der einzelne innerhalb der gesellschaft mehr für deren dynamik beitragen dürfen, siehe:

http://www.youtube.com/watch?v=F0huT89Og1g&feature=player_embedded
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von juergenspiegel juergenspiegel ist gerade offline | 4.1.2010 8:35 Uhr
Eine Landesbanken - EINE ZENTRALE REGIERUNG!!
(Herr Brüderle:) "Oft ist doch nicht entscheidend, wie die Einzelinteressen gelagert sind, sondern was FÜR DAS GESAMTE SYSTEM am besten und sinnvollsten ist."

Da möchte man mit Blick auf die Regierung fragen: Was daran so gut und sinnvoll sei, wenn die jetzige Koalitionsregierung immer noch die zerteilte Regierung über 600 km aufrecht erhält?
Nie je ist irgendwo auf der Welt so etwas dagewesen – und „voller Bonn-Ausgleich“ ist bescheinigt.
Mehr noch:
Weshalb nimmt diese Koalitionsregierung nicht einmal zur Kenntnis, dass wegen der Zerteilung EFFIZIENZVERHANDLUNGEN erforderlich geworden sind, sondern OHRFEIGT das geradezu noch, indem sie ein „Bekenntnis“ zur Zerteilung unter der Überschrift „LEISTUNGSFÄHIGKEIT(!??) des öffentlichen Dienstes“ abgibt!??
Fange die Regierung damit erst einmal bei sich SELBST an!!
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von guebei1 guebei1 ist gerade offline | 4.1.2010 9:35 Uhr
Die Deutsche Krankheit
Die Wertschöpfungskette funktioniert schon lange nicht mehr.
Es können keine Arbeitsplätze im Gewerbe entstehen, wenn die Preise kaum bezahlt werden können.
Ein Handwerkerbetrieb muss Heute mindestens 50-80 € für eine Stunde berechnen.

Der der die Arbeit macht bekommt brutto dann höchstens 20 € pro Stunde wovon dann netto 13 € übrig bleiben.
Noch mehr Rationalisierung ist z.B. im Dienstleistungsbereich nicht möglich.

Für diese 13 € müsste ein Facharbeiter ca. 5 Std. arbeiten um eine Stunde einer Dienstleistung einkaufen zu können.
Da macht man die Arbeiten lieber selbst oder schwarz wenn möglich.

Wir arbeiten inzwischen 6 Monate für den Staat im Jahr.
In diesem Fall hat Brüderle recht, wenn er die Steuer und Soziallasten reduzieren will.

Solange wir z.B. für 300 Mio. Steuereinnahmen 800 Mio. für die selbe Verwaltung ausgeben (z.B. Zoll für Kaffeepads) sind jede Menge Einsparungen, auch durch Vereinfachung von Vorschriften möglich.
Die Soziallasten können sich ja nur verringern, wenn mehr Arbeitsplätze entstehen.
Die Verwaltung entwickelt sich zu einem eigendynamischem Bremsklotz.

MfG

Comment
von uwemohrmann uwemohrmann ist gerade offline | 4.1.2010 10:01 Uhr
und das
merwürdige ist, die Minister und Staatssekretäre äussern sich zu Themen, die gar nicht ihr Ressort ist, so wie Brüderle zu Steuern und neuerdings diese Fr.Pfeifer, die wohl im Aussenministerium von uns alimentiert wird, äussert sich zu Gutscheinen fürs Kindergeld. Oder ist mir da was entgangen
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von cz284 cz284 ist gerade offline | 4.1.2010 10:44 Uhr
Ausgezeichnete Kommentare von @ zacha
Leider sind solche Kommentare, die profunde Kenntnisse voraussetzen, hier selten.

Viele Kommentatoren versuchen nur eine, meistens linke Politik hier zu vertreten, in der Hoffnung, dass ihre mehr oder weniger abstrusen und überholten Ideen auf fruchtbaren Boden fallen.

Es ist unbestritten, dass noch vieles zu verbessern ist, aber nicht die Verwirlichung revolutionärer, linker Träume.

Zacha: "Es waren keine Systemwechsel der Wirtschaft. Nur Technologiewechsel".
Comment
von wilhelm wilhelm ist gerade offline | 4.1.2010 14:47 Uhr
@ cz284 | 4.1.2010 10:44 Uhr
(Zitat) „Leider sind solche Kommentare, die profunde Kenntnisse voraussetzen, hier selten.“ Voraussetzen? Meinen Sie vielleicht besitzen?

„Linke Politik“ mit „mehr oder weniger abstrusen und überholten Ideen“. Hm. Die realen desaströsen Konzeptionsversuche der Schwarz-Gelben sind diesen vorzuziehen? Welche Ideen der Linken sind überholt? Konkret bitte! Wie stets bei den Heilsbringern von Rechts versuchen auch Sie, das Versagen von Union und FDP damit zu kaschieren, dass die Linken … auch der tausendste Versuch ist nicht weniger durchsichtig als es der erste war. Ungenauigkeit (s. o.), Vernebeln und Verwischen. Ein feines … äh … Konzept.
Comment
von commentator commentator ist gerade offline | 4.1.2010 15:07 Uhr
Das Brüderle
Das Brüderle ist doch wunderbar.

Neben einem Schatzkästchen "Journalistische Kostbarkeiten" führe ich u.a. noch ein Kästschen für "Politisches Dünnblech".

Das obige Brüderle ist willkommener Zuwachs im letztgenannten Kästchen unter der neuen Rubrik "Brüderles", die gleich nach der Rubrik "Merkeleien" kommt.

Comment
von sport35b sport35b ist gerade offline | 4.1.2010 15:16 Uhr
a la fdp
Wirtschaftspolitik a la FDP hat die momentane Krise verursacht. Diese Partei soll jetzt die Krise lösen? Ich lach mich schief. Hat mal jemand augerechnet wieviel Prozent der Schulden unter FDP-Regierungen gemacht wurden? Fast alle!
Comment
von zacha zacha ist gerade online | 6.1.2010 18:20 Uhr
@sport35
Nur das die FDP seit über 10 Jahren nicht mehr an der Regierung beteiligt war, und es nie FDP-Regierungen gab, sondern die FDP immer nur Juniorpartner einer großen Partei war. Und die meisten Schulden unter einer Regierung mit FDP-Beteiligung wurden eigentlich von der SED gemacht, denn die hat die DDR runtergewirtschaftet was dann mit wer-weiß-weiviel Millarden aus dem Westen wieder aufgebaut werden sollte (mit mehr oder weniger viel Erfolg), Schulden an Infrastruktur, Technologie etc. (die Geldschulden waren eher gering, warum? Na weil die DDR nichts hatte als Sicherheit für Kredite).

Die FDP hat sicherlich auch einiges verbockt, aber der Versuch hier ausgerechnet der FDP die Hauptschuld zuzuschieben gegenüber SPD, CDU, Grünen und Linken, das ist schon reichlich verquer.

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