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Staatliche Zulage

Riester-Sparer verschenken Millionen

Viele Kunden vergessen, die staatlichen Zulagen zu beantragen. Die Anbieter fassen jetzt nach.
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Berlin - Auch neun Jahre nach Einführung der Riester-Rente verzichten nach wie vor viele Sparer auf die lukrativen staatlichen Zulagen. Beim größten Anbieter von Riester-geförderten Investmentfonds, Union Investment, stellten 18 Prozent der Anleger keinen Zulagenantrag für das Jahr 2007 und verschenkten damit rund 48 Millionen Euro. Unwiderruflich. Denn mit dem Jahreswechsel endete die Frist, in der man die Zulagen für das Jahr 2007 beantragen konnte. Auf Platz eins der Zulagenverschwender liegt das Saarland, Berlin findet sich auf einem ebenfalls unrühmlichen fünften Platz.

„Einen Riester-Vertrag abzuschließen, ohne die Zulagen zu beantragen, ist wie Autofahren mit angezogener Handbremse“, sagt Hans Joachim Reinke, stellvertretender Vorstandschef von Union Investment. Denn die staatlichen Zulagen können sich sehen lassen: 154 Euro jährlich zahlt der Staat pro Person, für jedes kindergeldberechtigte Kind gibt es 185 Euro dazu. Ist der Nachwuchs 2008 oder später geboren, lässt der Staat sogar 300 Euro im Jahr springen.

Allerdings ist die volle Förderung an eine Bedingung geknüpft: Der Sparer muss mindestens vier Prozent seines – um die Zulage geminderten – sozialversicherungspflichtigen Bruttojahreseinkommens einzahlen. Doch viele tun das nicht. Konsequenz: Sie bekommen nur einen Teil der Förderung. Solche Fälle nehmen zu. 2006 erhielten nach Informationen des Bundesfinanzministeriums 42,7 Prozent der Riester-Sparer, die einen Zulagenantrag gestellt haben, nur eine gekürzte Förderung. Neuere Zahlen gibt es noch nicht. Doch der Trend ist eindeutig: 2005 waren es 42 Prozent, denen der Finanzminister nur einen Teil der Zulagen überwies. 2002, als die Riester-Zulagen erstmals ausgezahlt wurden, waren dagegen fast 75 Prozent der Sparer in den Genuss der vollen Förderung gekommen.

13,25 Millionen Menschen haben inzwischen einen Riester-Vertrag, berichtete unlängst das Bundesarbeitsministerium, allein 2009 kamen 1,1 Millionen neue Verträge hinzu. Allerdings wird das Wachstum schwächer, heißt es bei der Allianz Lebensversicherung.

Damit die Kunden kein Geld verschenken und Riester-Verträge attraktiv bleiben, fassen die Anbieter jetzt verstärkt nach. Union Investment hat eine Informationskampagne gestartet, um säumige Kunden auf Trab zu bringen. Die Versicherten der Allianz werden bereits bei Vertragsabschluss aufgefordert, einen Dauerzulagenantrag zu stellen, der für die gesamte Vertragsdauer gültig ist. Wenn der Zulagenantrag trotzdem ausbleibt, werden die Kunden erinnert. Mit Erfolg: Bei der Allianz liegt die Zulagenquote bei fast 93 Prozent. Heike Jahberg

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 09.02.2010)
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Kommentare [ 1 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von drachenflieger drachenflieger ist gerade offline | 9.2.2010 12:16 Uhr
Der Staat
könnte ja, EDV-gesteuert, die staatlichen Riesterrente-Zulagen jeden Monat/jedes Jahr automatisch auszahlen! Er verlangt ja von den Bürgern auch, daß sie die Zwangssteuern wie z.B. Kfz.-Steuer, Vorsteuer usw. automatisch an das Finanzamt bezahlt!
Der Staat könnte eine große Menge Geld einsparen, da nur wenige Angestellte notwendig wären! Aber ob der Staat dieses kapiert/kapieren will, ist sehr fraglich!

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