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Spitzenverdiener

Reeder Stolberg: Unternehmer müssen Vorbild sein

Der Bremer Reeder Niels Stolberg hat das Verhalten von Managern wie dem Post-Chef Klaus Zumwinkel in dem jüngsten Steuerskandal kritisiert.
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Berlin -  "Dass man auch noch den letzten Cent herausholen muss, verstehe ich nicht. Es ist schade, dass die, die sich den Rücken krumm machen, sehen, dass Spitzenverdiener Millionen abzweigen", sagte der Chef der Beluga Shipping GmbH dem Tagesspiegel. "Unternehmer sollten Vorbilder sein." Es sei schlimm, wenn man sich nie zufrieden geben könne. "Durch so ein Verhalten einiger Spitzenverdiener werden die Regeln unseres Landes ad absurdum geführt", sagte Stolberg der Zeitung.

Der 47-Jährige, der seine Reederei für Schwergutfrachter 1995 gründete, warb für mehr soziales Engagement von Seiten der Wirtschaft. "Es ist unsere Pflicht als Unternehmer, soziale Verantwortung zu übernehmen - nicht nur, um die Reputation der Firma zu verbessern oder als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden." Da den Verbänden oft der Mut fehle, müssten Einzelne mit gutem Beispiel vorangehen. "Bei sozialem Unternehmertum geht es um mehr als Gewinnmaximierung, es geht um Verantwortung", sagte Stolberg.

Der Unternehmer regte zudem einen besseren Austausch zwischen Politik und Wirtschaft an. "Ein Rotationssystem würde uns vielleicht gut tun", sagte Stolberg. Mal für zwei Jahre aus der Wirtschaft in die Politik, um diese etwas aufzufrischen - das wäre denkbar."

Die Beluga Shipping GmbH hat 54 Schwergutfrachter im Einsatz mit Transportkapazitäten von 10.000 bis 17.000 Tonnen. Bis 2011 sollen 24 weitere Schiffe dazu kommen. Die Bremer Reederei beschäftigt 1660 Menschen und erwirtschaftete 2006 175 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinn von 18 Millionen Euro. Sie gilt als größte Ausbildungsreederei Deutschlands. (Tsp)
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Kommentare [ 4 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von torte torte ist gerade offline | 9.3.2008 17:15 Uhr
Seh ich genauso *augenroll*
„Es ist schade, dass die, die sich den Rücken krumm machen, sehen, dass Spitzenverdiener Millionen abzweigen.“ Oh ja, wirklich seehr schade, dass die das sehen. Es wäre besser, sie würden es nicht sehen. Das würde vielleicht diese absurden Rufe nach Gleichberechtigung verstummen lassen.

„Mal für zwei Jahre aus der Wirtschaft in die Politik, um diese etwas aufzufrischen -- das wäre denkbar.“ Eine gute Idee. Wo Demokratie drauf steht, aber Oligarchie drin ist, kann man diesen dämlichen Schein von Gewaltenteilung auch gleich ganz fallen lassen. So wird die Republik (von res publica: Sache des Volkes) aus dem Vorstand und dem Parlament von der gleichen Clique regiert. Super! Bürokratieabbau! Huchhee! Was ist eigentlich mit den 18 Millionen Euro passiert? Ach egal. Das Märchen endet hier.
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von dali dali ist gerade online | 10.3.2008 1:26 Uhr
Finger weg von Laitein @torte
"res publica" bedeutet zunächst mal nicht anderes eine "öffentliche Angelegenheit" ist und auch so verhandelt wird und sagt nichts über die Rechte, derer die da zusehen dürfen.
Und
das Problem sind nach wie vor nicht Firmenchefs, die Millionen verdienen, sondern das Finanzkapital, "die Heuschrecken", die nichts produzieren, keine Dienstleistung erbringen, die geplünderte Firma dem Arbeitsamt überlassen, aber kurz mal 50, 100 oder 500 Mio "verdient" haben...
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von xonra xonra ist gerade offline | 10.3.2008 9:54 Uhr
Problemlösungen
sind gesucht. Gut so, da sind alle die gefordert die begriffen haben dass es nicht darum geht sich selbst die Taschen voll - mit Geld - zu machen. Es geht um die gerechte Verteilung der natürlichen Ressourcen und primär um deren Erhaltung. Sonst werden wir wirklich bald alle erfahren, was es heißt Geld essen, trinken und atmen zu müssen.
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von isdochwurscht isdochwurscht ist gerade offline | 26.3.2009 17:53 Uhr
Gilt das auch für Spiekeroog?
Das mit dem sozialen Engagement? Herr Nils Stolberg investiert einen grossen Teil seiner Gewinn auf Spiekeroog, die meisten Einheimischen können gegen seine Finanzkraft nicht gegenan - eine Google Suche mit Spiekeroog zeigt, was der "soziale" Reeder dort macht.
Es hat dort beträchtliche Auseinandersetzungen über Stolbergs Vorgehen gegeben - googeln Sie bitte selber, lieber Leser.
Ich selber habe erlebt, wie mir in einem Unternehmen von Stolberg erst grosse Hoffnungen gemacht wurden, der Arbeitslosigkeit zu entkommen - dann wurde ich, noch in der Probezeit, ohne Begründung entlassen.
Ich habe damals dann auf der Insel gehört, das sich die Unternehmen von Stolberg durch eine "hohe Fluktuation" auszeichnen. Als eines seiner SChiffe von Piraten gekapert wurde, konnte man der Presse entnehmen, das es unter einer "Billigflagge" lief.
Sozial geht anders - Herr Stolberg.

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