Hartz-IV-Empfänger müssen Jobs annehmen, sonst kann das Jobcenter die Hilfe kürzen. Doch vom Zuverdienst bleibt nicht viel. Wer trotz eines Jobs nicht über die Runden kommt, kann beim Jobcenter Hilfe beantragen.
Das Thema hat Sprengkraft. Nachdem sich Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) öffentlich über arbeitsscheue Hartz-IV-Empfänger aufgeregt hatte, schickten ihm Kritiker eine Bombenattrappe in die Staatskanzlei. Wenige Tage später ging der Paritätische Wohlfahrtsverband auf die „Bild-Zeitung“ los, die Koch zu Hilfe gekommen war. Mit Rechenbeispielen hatte die Zeitung belegen wollen, dass viele Menschen mit Sozialleistungen besser über die Runden kommen als mit einem Job. Der Sozialverband warf der „Bild“ vor, mit falschen Zahlen zu arbeiten und will jetzt den Presserat anrufen. Wer hat recht?
DIE RECHTSLAGE
Empfänger von Arbeitslosengeld II (ALG II) müssen jede Arbeit annehmen, zu der sie geistig, seelisch und körperlich in der Lage sind. So weit die Theorie. Dennoch werden die Arbeitsvermittler nicht jeden Arbeitslosen gleich behandeln. Einen Akademiker etwa, der frisch von der Universität kommt und mangels Berufserfahrung keinen Job findet, werde man nicht in eine Beschäftigung vermitteln, die ihm die berufliche Perspektive nimmt, sagt Erik Benkendorf von der Regionaldirektion für Arbeit, Berlin-Brandenburg. Wenn aber jemand vielleicht schon zehn Jahre arbeitslos ist, er in seinem Beruf also bereits erhebliche Defizite hat, werden niedrigere Maßstäbe zugrunde gelegt.
KINDERBETREUUNG
Bis zum dritten Lebensjahr eines Kindes braucht ein Elternteil nicht arbeiten zu gehen. Ist das Kind älter, muss nachgewiesen werden, dass es keine andere Möglichkeit der Betreuung gibt. Auch wer pflegebedürftige Angehörige hat, die anders nicht versorgt werden können, kann zu Hause bleiben.
DER ZUVERDIENST
Das Geld aus einem Ein-Euro-Job darf man komplett behalten. Bei einer 30-Stunden-Beschäftigung à 1,50 Euro – das ist der übliche Satz in Berlin –, kommt man so auf zusätzlich rund 180 Euro im Monat.
Alle, die einen regulären Job haben, bekommen einen Freibetrag von 100 Euro. Vom höheren Brutto-Einkommen zwischen 100 und 800 Euro dürfen Hartz-IV-Bezieher 20 Prozent behalten, in der Verdienstspanne zwischen 800 und 1200 Euro sind zehn Prozent anrechnungsfrei. Bei Familien mit mindestens einem Kind steigt die Grenze auf 1500 Euro. Beispiel: Von einem Minijob, der 400 Euro im Monat bringt, werden 240 Euro mit den Hartz-IV-Leistungen verrechnet. Es bleiben also zusätzlich zum ALG II 160 Euro mehr.
DER ZUSCHLAG
Wenn der Lohn den Lebensunterhalt der Erwachsenen, aber nicht den der Kinder deckt, kann man einen Kinderzuschlag bis zu 140 Euro pro Kind in Anspruch nehmen. Und wenn nur Teile der Mietkosten nicht bezahlt werden können, kann man Wohngeld bei den Bezirksämtern beantragen (siehe Tabelle). Kinderzuschlag und Wohngeld können auch kombiniert werden; die Jobcenter sollen entsprechend beraten.
DUMPINGLÖHNE
Arbeitslose müssen nicht jeden Lohn akzeptieren. Es gibt allerdings keine einheitlichen Untergrenzen. Vielmehr richten sich diese danach, welche Löhne in bestimmten Branchen entweder nach Tarifvertrag gezahlt werden oder als ortsüblich gelten. Wenn davon mehr als ein Drittel nach unten abgewichen wird, gelten diese Löhne als rechtswidrig oder als Verstoß gegen die guten Sitten. Auch die Jobcenter haben kein Interesse daran, Leute zu Dumpinglöhnen zu vermitteln. Erst in der vergangenen Woche hat das Arbeitsgericht Stralsund den Betreiber einer Pizzeria zu Ausgleichszahlungen ans Jobcenter verurteilt, weil er einer Kellnerin, zwei Küchenhelfern und zwei Pizzaboten Stundenlöhne von 1,32 Euro zahlte und die Behörde aufstockende Leistungen zahlen sollte. Die Behörde war die erste bundesweit, die gegen eine solche Praxis vor Gericht zog. Der Pizzeriabetreiber muss der Behörde 6600 Euro erstatten. Arbeitsmarktexperten wissen: Das ist kein Einzelfall. In strukturschwachen ländlichen Gebieten in Ostdeutschland lassen sich immer wieder Beschäftigte von Arbeitgebern einschüchtern, die mit Verweis auf Sanktionen der Jobcenter drohen.
DIE SANKTIONEN
Wer eine zumutbare Arbeit ablehnt, muss mit Kürzungen rechnen. Beim ersten Mal wird der Regelsatz für drei Monate um 30 Prozent gesenkt; im Wiederholungsfall beträgt die Reduzierung sogar 60 Prozent. Lediglich die Mietkosten werden weiter übernommen. Bei jungen Erwachsenen wird rigider vorgegangen: Ihnen wird sofort der Regelsatz gestrichen, im Wiederholungsfall werden auch die Wohnungskosten nicht mehr gezahlt. Allerdings ist die Sanktionsquote bei den Jobcentern relativ niedrig. Sie liegt in Berlin bei 2,9 Prozent.
DIE GEGENWEHR
Als Erstes muss Widerspruch bei der Behörde eingelegt werden. Wird dieser abgelehnt, bleibt die Klage vor dem Sozialgericht. Diese ist unentgeltlich, man braucht auch keine anwaltliche Vertretung. Das Sozialgericht Berlin ist das größte in Deutschland.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 01.02.2010)
Kommentare [ 56 ] Kommentar hinzufügen »
Berggeist
wann merken die verantwortlichen eigentlich, dass sie nicht nur steuergelder verschwenden für aufstockungen, und andererseits durch die dumpinglöhne steuernahmen wegbrechen.
Ansonsten wusste ich schon, dass es auch stattliche und kommunale Arbeitsverhältnisse gibt, ich sehe ja jeden Tag einige davon am Werk, Richter zum Beispiel....
Zuschiessen tut der Staat in der Tat für das von Ihnen genannte "Aufstockergeld" und auch Kurzarbeit, hatte ich bereits zuvor kritisiert.
Zugeschossen hat er meines Wissens noch nicht zu den Banken, hier bürgt der Staat erst mal nur. Ausnahme ist die HRE, die hat der Staat, na sagen wir mal gekauft. Leer ausgegangen sind dabei erst mal die Aktionäre und nicht die Steuerzahler, die rausgesqueezt wurden (bevor hier wieder Geschrei losgeht: Aktionäre zahlen natürlich auch Steuern).
Ob es für den Staat ein Zuschussgeschäft sein wird, muss man abwarten, in den USA hat die FED durch Rückzahlung von TARP Geldern jedenfalls gut verdient und damit auch der Steuerzahler.
Sie haben Recht: Arbeit lohnt sich nicht. Bei einem durchschnittlichen Einkommen von 100.000,-- im Jahr bleiben nach Abzug der Steuern und Sozialabgaben nicht einmal 50.000,-- übrig. Für nicht arbeiten bekommt man ca. 18.000,-- d.h. wozu arbeiten und sich anstrengen.
Ich finde man sollte solche Zeitungen wie die Bild nicht kaufen.
Es stimmt auch nicht, ein HartzIV Empfänger muss jeden Job abnehmen, auch sehr schlecht bezahlte Jobs. Das Lohnniveau sprich die Bezahlung ist sehr schlecht geworden, so dass Familien kaum eine Chance haben, je aus HarztIV zu kommen.
Wenn jemand eine 400,- € Job hat und auf Abruf, unregelmäßig arbeitet, was häufig vorkommt, muß er jeden Monat seine Lohnabrechnung einreichen um seinen Verdienst nachzuweisen. Da viele Firmen die aber zu spät ausstellen kommen schon mal "drohungen" vom Jobcenter die Leistungen Einzustellen, wenn man seiner Mitwirkungspflich nicht nachkäme.
Wer Freiberufler ist hat es noch schwieriger. Er muß eine EKS (Einkommen aus Selbstständiger Tätigkeit) für das nächste halbe Jahr Prognostisch ausfüllen. Diese entspricht etwa einer Einnahmen Überschuss Rechnung. Nach dem halben Jahr eine abschließende EKS und eine neue prognostische für das nächste. Da solche Sachen zumeist vom Steuerberater erledigt werden kommen noch extra Kosten hinzu. Auch prüfen die Berliner Jobcenter nicht hinreichend genug auf Scheinselbstständigkeit. Gerade im Bildungsbereich währe da einiges von den Quasiarbeitgebern, für den Staat zu bergen. Viele Menschen arbeiten bei Bildungsträgern in einer Selbstständigkeit, welche durchaus die Kriterien der Scheinselbstständigkeit erfüllt.
Er/Sie hat Zeit für die Kinder:
- gemeinsames Aufstehen
- vollwertiges Frühstück
- ggf. Kind(er)in die Schule bringen
- Zeit für sich: Lesen, Ausstellungen, frisch Kochen für die Kinder, ggf Ämter aufsuchen
- ggf. Kinder abholen,
- gemeinsam frisch Gekochtes Essen
- Hilfe bei den HA, Spielen mit den Kindern
- Kind zu Aktivitäten bringen/gemeinsam was unternehmen
- gemeinsam Abendessen
- Kind(er) zu Bett bringen
(Liste ist nicht vollständig, sie kann variieren oder sich ändern)
Alles Dinge, die ein Arbeitnehmer nicht oder nur selten hat. Damit haben diese Kinder weit bessere Möglichkeiten, als Kinder aus berufstätigen Familien....auch das sollte man bedenken...
Aber, aber, dies ist etwas naiv gesehen, wohl von jemand, der selbst noch nie betroffen war.
Das BVG entscheidet zur Zeit über die Höhe der Regelsätze. Wenn jemand soviel Zeit hat, hat er/sie ja nur den puren Regelsatz. Und der ist bekannterweise leider zu niedrig für vollwertige und gesunde Kost!
Menschen, die arbeiten, haben außerdem Anspruch auf Kinderbetreuung, profi-gekochte Mahlzeiten inbegriffen. Es gibt also Ersatz für die „angeblichen“ Vorteile.
Zudem kann man den Kindern viel mehr bieten, wenn die Finanzen in Ordnung sind.
Und niemand wird von sich behaupten können, bei den Hausaufgaben immer profunde und geduldig beistehen zu können.
Auch dies bekommen die Kinder von VZ-Arbeitnehmern in der Ganztagsbetreuung, sowie viele andere Anregungen etc., die man sich zu Hause nicht leisten kann, schon gar nicht, wenn man von hartz vier lebt.
Und nicht zuletzt sind Hartz Vier-Eltern gestresst von der unsicheren Zukunft, rechtswidriger Behandlung durch die Ämter, Medienhetze etc.
Somit sich die sich eröffnenden Möglichkeiten von Kindern von Menschen, die einen SV-pflichtigen, durchschnittlich gut bezahlten Arbeitsplatz besitzen, sicherlich mindestens genauso gut.
"Zudem kann man den Kindern viel mehr bieten, wenn die Finanzen in Ordnung sind" - sehe kein Unterschied darin (wenn man nicht Millionär ist), habe in Freundeskreis Hartz-IV-Empfänger deren Kinder auf nichts verzichten müssen, bzw. genau das bekommen können wie die Kinder der Nicht-Hartz-IV-Empfängern auch.
"Und nicht zuletzt sind Hartz Vier-Eltern gestresst von der unsicheren Zukunft, rechtswidriger Behandlung durch die Ämter, Medienhetze etc" - wieviel Prozent dieser Gruppe fühlen sich tatsächlich so??? Ich befürchte es ist nur eine kleine Prozentanzahl an Leuten, die damit Probleme haben...
Mehr will ich nicht hinzufügen, sonst rege ich mich noch mehr auf über das Thema!...
Ja natürlich bleibt es der Mehrheit der Bürger vorenthalten, was hat denn ein Bürger, wenn er nicht Besitzer (=Aktionär) der deutschen Bank ist, mit deren Gewinn zu tun? Rein gar nichts! Genauso wenig wie mit dem Verlust (letztes Jahr in einem einzigen Quartal 4MRD) Im Gegensatz zu anderen Banken wurde die Deutsche Bank auch nicht mit staatlichen Hilfen gestützt, also hat "die Bevölkerung" hier auch keine Ansprüche
Unter der SPD Regierung gab es diese Meldung: ""Kapitalgesellschaften leisten in ihrer Gesamtheit überhaupt keinen Beitrag mehr zur Staatsfinanzierung", stellte im Jahr 2001 der Chefkommentator des unternehmerfreundlichen 'Handelsblatts' fest, als die Finanzämter erstmals in der Geschichte der BRD mehr an Körperschaftsteuer auszahlten als sie einnahmen."
Meinen Sie, das hat sich entscheidend verbessert? Ich meine für die öffentliche Hand.
Naja, das Steuerrecht ist sehr kompliziert. Wer blickt noch durch? Was wird tatsächlich gezahlt? Unter der SPD Regierung gab es diese Meldung: ""Kapitalgesellschaften leisten in ihrer Gesamtheit überhaupt keinen Beitrag mehr zur Staatsfinanzierung", stellte im Jahr 2001 der Chefkommentator des unternehmerfreundlichen 'Handelsblatts' fest, als die Finanzämter erstmals in der Geschichte der BRD mehr an Körperschaftsteuer auszahlten als sie einnahmen."
Meinen Sie, das hat sich entscheidend verbessert? Ich meine für die öffentliche Hand."
Auf diese Frage werden Sie wohl keine Antwort von den vier Pseudo-Arbeitsfetischisten bekommen - und wenn, dann nur fadenscheinige mit der Drohung, daß man dann eben Arbeitsplätze outsource. Sie haben es doch schon gelesen. Steuern muß nur der dumme Angestellte, Arbeiter und kleine Mittelständler bezahlen. Dafür nutzen die Konzernbosse und Multinationalen Unternehmen die Flughäfen, Straßen und Häfen. Überhaupt: zur Infrastruktur tragen die Raubtierkapitalisten überhaupt nichts mehr bei. Selbst die Grundstücke - wenn sie mal für ein paar Jahre in ein paar Areitsplätze investieren (siehe Sony und Daimler Benz am Potsdamer Platz in Berlin), bekommen sie noch praktisch gratis dazu. Und dann machen sie es wie Nokia in Bochum. Profite nehmen sie alle gerne in Deutschland mit, aber wehe sie sollen ihren Beitrag zur Allgemeinheit leisten.
Ich finde es nicht redlich über Schlechtrechnung der "Bild" zu reden, und genauso die Rechtslage und Praxis zu vernebeln. Bei dem sogenannten 100-€-Freibetrag handelt es sich bis zum Zuverdienst in Höhe von 400 € um eine Werbungskostenpauschale. Wenn diese durch Ausgaben für Fahrtkosten, etc. aufgebraucht ist, verbleiben nicht 160 € sondern nur 60 € !!!!!!!!!! Sollten die Kosten höher sein, können diese nicht Abgesetzt werden. So ist es mir ergangen. Das führt sogar zu Negativeinkommen durch Arbeiten! Weiter wird verschwiegen, das bei einem Zuverdinst oberhalb von 400 € die Zahlung der Rentenbeiträge eingestellt werden.
Ich wurde mir also etwas bessere Recherche wünschen, gerade wenn über Desinformationspolitik bestimmeter Zeitungen berichtet wird. Sonst fällt es mir schwer den Tagesspiegel von der BILD zu unterscheiden.
BuergerWolf@gmx.de[b][/b]
Da haben Sie nämlich wieder einmal schön den KOCH gemacht.
Ein dreifach donnerntes "Helau"
Im Ernst, eine Reduzierung der "Sozialhilfeleistungen" (von mir als Oberbegriff für die vielfältigen Alimentierungen gebraucht) ist der einzige Weg aus dem gegenwärtigen Dilemma der Abzockerei durch Unternehmer und Bürger.
Parallel dazu müßte die Alimentierung durch die vielfältigen Stützungen beendet werden.
Welche Partei würde das überleben?
Wirtschaftswissenschaftler haben das schon lange erkannt.
Aber Politiker hängen an ihren Pfründen und möchten kein Risiko eingehen.
Die zur Arbeit "jeglicher" Art seitens der Sachbearbeiter genötigt werden können, auch wenn es nicht Ihrer Quaifikation entspricht. Die Menschen werden bevormundet indem Sie sinnlose Kurse machen müssen, zb "Bewerbungstraining". Als ob es daran liegt, das man keine Arbeit bekommt. Das liegt dann nämlich alles im "Ermessen" des Sachbearbeiters und nicht mehr des Bürgers, für den so etwas wie das Grundgesetz nämlich nicht mehr gibt. So viele Artikel wie die Hartz Gesetze nämlich umgehen.
Bei der kleinsten Kleinigkeit wird man Sanktioniert und das bis zur Obdachlosigkeit...
Schaffen wir das Sozialsystem einfach ab! Super Idee.
Wenn ein Mensch nichts mehr zu verlieren hat, dann ist er Frei!! Und zwar von Jeglicher Verantwortung sich und seiner Mitmenschen gegenüber. Dann können sich die sogenannten "Besserverdienenden" aber warm anziehen, wenn Ihnen für eine Scheibe Brot der Schädel eingeschlagen wird.
Wenn der Staat wirklich dazu übergeht Soziale Leistungen zu kürzen, ist es mit der Demokratie und dem Sozialen Frieden vorbei in diesem Land.
Sie sollten also nicht alles glauben was das Fernsehen oder der Axel Springer Verlag Ihnen erzählt.
Das tolle ist doch, das es nicht annähernd genug Arbeitsplätze gibt und selbst mit Zuverdienst sind Sie unter der Pfändungsgrenze...!
Wer also ernsthaft glaubt das ein Großteil der Hartz 4 Empfänger "Faul" ist oder nicht Arbeiten will, der muss nicht ganz bei Trost sein.
Vielleicht sollte man endlich seitens der Politik über eine Reform der Gesetze nachdenken, und zwar eine Richtige.
Dazu noch Mindestlöhne um den Bürger vor der Ausbeutung zu schützen.
Das wäre der richtige Ansatz!!! Und nicht polemisches Geschwätz von Leuten wie Ihnen die tatsächlich Glauben was besseres zu sein.
Aber das Denken darf durch Emotionen und Wut, sowie durch Polemik nicht belastet sein.
Lesen Sie unter diesem Aspekt sowohl Ihren als auch meinen Beitrag noch einmal in Ruhe.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und die Fähigkeit zu einer sachlichen Diskussion.
MfG Paul
Betriebe, die subventioniert werden, haben auf dem Markt nichts zu suchen, denn sie ruinieren gesunde Betriebe, die weit mehr als Mindeslöhne zahlen können, wollen und das auch tun.
Diese ganze Mindest- oder Hungerlohndebatte ist eine Folge der durch das SGB II eingeleiteten Lohnspirale nach unten. Denn wenn einer anfängt zu sparen, kann der andere nicht mehr verdienen und so wird das weitergereicht, bis zu dem Punkt, an dem sich die deutsche Wirtschaft teilweise befindet. Andere hängen sich daran, um ordentlich Reibach zu machen. Die Japaner haben vor über 20 Jahren diesen Weg nach unten beschritten und kommen seitdem nicht mehr auf die Beine. Ein unbarmherziger "Wettbewerb", nämlich arbeiten bis zum sprichwörtlichen Umfallen, ist die Folge.
Nur wenn gut verdient wird, geht es allen gut und die Wirtschaft floriert, davon profitieren alle. Das ist das, was unsere verbetriebswirtschaftlichten Politiker angerichtet haben, ohne jegliches Verständnis einer Volkswirtschaft und mit ihrem Fimmel des "Standortes" Deutschland.
Die Einrichtung von Niedrig- und Niedrigstlöhnen (staatlich = steuerlich finanzierte Hungerlöhne) waren und sind das Ziel von so tollen Wirtschaftsstrategen wie Brioni-Gazprom-Schröder, natürlich im Auftrag der europäischen Besitzbürger. Bei dem Treffen in Davos am 28.1.2005 gab Schröder genau das von sich, nämlich die Einrichtung des größten Niedriglohnsektores Europas. Nachlesen kann man das bei der Bundesregierung hier: http://archiv.bundesregierung.de/bpaexport/rede/91/780791/multi.htm
Sobald wieder ordentliche Löhne und Gehälter gezahlt werden, braucht man sich auch nicht mehr über die Sozialsysteme und angebliche Betrüger das Maul zu zerreissen.
Alle Argumente haben etwas für sich, dynamsich betrachtet muss aber das Gebot sein, dass nur Arbeit etwas bringt.
Wenn Sie allerdings allen, die "faul und nichtsnutzig" in den Tag hineinleben, an den Kragen wollen, fangen Sie am besten ganz oben bei den Rentiers an, die von den Zinsen leben, die andere im Schweisse ihres Angesichts erschuften.
12-jährige schmeißen den Haushalt, holen auch die Geschwister aus dem Kindergarten hat, weil die Mutter auf dem Standpunkt steht, sie muß auch mal an sich selber denken.
Fragen sie dazu Sozialarbeiter in Marzahn, dem schönsten Stadtbezirk von Berlin.
Ich habe meine Weisheiten von einem Pfarrer aus Marzahn, der das alles hautmah täglich erlebt.
Es ist zum weinen!
Für Ihr weiteres Fortkommen wünsche ich Ihnen alles Gute und bin mir eigentlich sicher, dass sie mit dieser Lebenseinstellung auf Dauer ein besseres, schöneres Leben haben werden, als alle Anderen.
Wenn der Unterschied zwischen zwei Werten GLEICHZEITIG genügend differieren, drücke ich 2 X auf Enter.
Wenn das alle mein Geld wäre, hätte ich einen Verdienst, von dem die meisten hier wahrscheinlich nicht mal zu träumen wagten,
aber keine Angst, für mich fallen ja auch noch 'n paar Almosen ab.
Ich verdiene also mein Geld damit,
eine Sache zu machen,
die eigentlich kein Mensch braucht und auch volkswirtschaftlich völlig überflüssig ist.
Kann mir chamster mal sagen, welchen Sinn, gar "gutes Gefühl" es erzeugen soll, einen Job zu machen, den niemand braucht.
Aber es kommt noch besser:
jeden Tag sitzen hunderttausende Banker, den gleichen Job machend, allerdings ganz andere Summen bewegend.
Kann mir chamster mal sagen,
was das für ein "Gefühl" sein soll,
das sich da nach "erfolgreicher Arbeit einstellt???
weder um Konsumbedürfnisse zu befriedigen,
die ich zum großen Teil schon lange nicht mehr habe (naja, kaum noch), nicht zum finanziellen Überleben.
Der Grund ist,
dass ich in meinem Alter in meinen ausgeübten Berufen entweder kein Geld verdienen würde, was ich ehrabschneidend finde,
oder, was ich noch viel schlimmer finde,
keine Firma in Deutschlabd sich einen über 60 jährigen Controller ins Haus holt,
es sei denn, ich würde zu einem Bruchteil des üblichen Salärs arbeiten.
Mein Glück ist nur,
dass ich (zum großen Teil nicht selbst erarbeitet) 'n bisschen was am Hacken hab'.
Ohne dies
wäre ich heute ein nicht anspruchgerechtigter Hartz IV Nicht-Empfänger.
Das ist die Realität in der Bundesrepublik Deutschland am 02.02.2010...
Arbeit ist kein Selbstzweck, und gerade sehr niedrig bezahlte Arbeit demütigt weit mehr als dass sie aufrichtet. Nur armselige Menschen wissen nicht, was sie mit ihrem Leben ohne Arbeit anfangen und den Tag gestalten können. Sie brauchen jemanden, der Befehle gibt? Gut, dann leben Sie so, aber verlangen Sie es nicht von allen.
Martenstein hatte natürlich recht, dass es unwirtschaftlich ist, seine Arbeits- und Lebenszeit für einen Appel und Ei zu geben. (Und nachher vielleicht noch gesundheitlich ruiniert zu sein, aber die Krankheitskosten nicht zahlen zu können).
Ansonsten ist dies der Weg in die DDR, wo alle wenig verdienten und dafür stattdessen einen Orden bekamen als Held der Arbeit. Sind wir bald in der DDR, was meinen Sie? Bei der Post und anderen Stellen muss man schon mitunter eine halbe Stunde anstehen... 70 % der Bürger haben kaum oder kein Vermögen mehr.
Bedenken Sie: Die Freunde der Sklaverei sind die Feinde der Freiheit!
Und ja, ich gebe Ihnen auch Recht, dass niemand jemanden braucht, der Befehle gibt, die Arbeitswelt ist aber nun mal hierarchisch geordnet und das hat seinen Sinn.
Was ist aber Ihre Alternative? Solange Lebensunterhalt durch eigene Arbeit oder durch die Arbeit anderer finanziert wird, gibt es wohl zu Arbeit keine Alternative. Und das hat nichts damit zu tun, das sich die Leute den Tag nicht anders gestalten könnten (ausgenommen vielleicht mein Chef :-)
den letzten Spruch versteh ich leider nicht
Jetzt gibt es nur oben und unten und das wird diese "Republik" nicht überleben, dass ist Sozialismus vom Feinsten und wird genauso scheitern.
Einheitslöhne für´s Volk, schuften für den Export!
Geld nur für die selbsternannten "Eliten/Funktionäre" war in der DDR auch so, nein bitte nicht!!!