A380-Krise : Airbus dementiert Werksschließungen

Der Airbus-Konzern hat Berichte, wonach in Deutschland fünf Werke geschlossen werden sollen, als falsch bezeichnet. Der französische Industrieminister Loos betonte unterdessen, dass es keine grundsätzlichen Änderungen an der Produktionsstruktur geben solle.

Hamburg, Paris - Airbus hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach sich der Flugzeugbauer von fünf deutschen Standorten mit insgesamt 6600 Beschäftigen trennen will. "Das ist definitiv falsch", sagte ein Sprecher von Airbus Deutschland. Es gebe keine Entscheidungen zu Werksverkäufen. "Wir haben unseren Sanierungsplan 'Power 8' in Angriff genommen und über Details kann man im Moment überhaupt noch nichts sagen", sagte der Sprecher weiter.

Die französische Regierung will die Arbeitsteilung zwischen Deutschland und Frankreich beim Flugzeugbauer Airbus nicht grundlegend in Frage stellen. Es werde "keine brutale Änderung der Orientierung" bei der Verteilung der Aufgaben geben, sagte Industrieminister François Loos dem Pariser Radiosender BFM. "Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern und die zahlreichen Werke, die an der Verwirklichung teilnehmen, ist etwas, was sich nicht ändern wird, etwas, was sich langsam entwickeln wird."

"Die Sachkenntnis, die es in Deutschland gibt, ist eine Sachkenntnis, die verstärkt werden muss", sagte Loos offenbar mit Blick auf die Probleme im Werk Hamburg bei der Verkabelung der Elektrik im Super-Airbus A380. "Sie muss verbessert werden." Auf die Frage, ob Airbus nur ein Konzernproblem oder ein deutsch-französisches sei, sagte der Minister: "Beides". Im Gegensatz zu Deutschland ist der französische Staat selbst mit 15 Prozent an der Airbus-Mutter EADS beteiligt.

"Einschnitte in Frankreich wie in Deutschland"

Der französische Ko-Verwaltungsratsvorsitzende, Arnaud Lagardère, sagte der Zeitung "Les Echos", die notwendigen Milliardeneinsparungen wegen der Lieferverzögerungen beim Super-Airbus A380 erforderten Einschnitte "in Frankreich wie in Deutschland". Zu dem Sparplan "Power 8" gebe es keine Alternative. Dieser werde zwangsläufig zu Stellenstreichungen führen.

Lagardère befürwortete gleichzeitig den Bau des Langstreckenflugzeuges A350. Alle Aktionäre stünden "vollkommen" hinter dem Projekt, sagte er. Die Entscheidung über den Start des Programms werde "in den kommenden Wochen" fallen. Airbus brauche das Flugzeug, um dem Modell 787 Dreamliner des US-Konkurrenten Boeing Konkurrenz zu machen, betonte Lagardère, dessen Industriegruppe selbst 7,5 Prozent an EADS hält. Vor dem Startschuss müsse EADS aber sicherstellen, dass der Konzern das Flugzeug "technisch und finanziell" stemmen könne. (tso/AFP)

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