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Ab 10 Uhr: Streik bei der Lufthansa : Auch Flüge von und nach Berlin betroffen

Die Piloten der Lufthansa legen am Mittwoch von 10 bis 18 Uhr am Flughafen München die Arbeit nieder. Auch Flüge von und nach Berlin wurden gestrichen.

Ben Schröder
Die Lufthansa streikt am Mittwoch in München.
Die Lufthansa streikt am Mittwoch in München.Foto: Reuters

Die Piloten der Lufthansa legen erneut ihre Arbeit nieder: An diesem Mittwoch von 10 bis 18 Uhr bestreiken sie den Münchener Flughafen. München ist nach Frankfurt am Main das zweitgrößte Lufthansa-Drehkreuz weltweit. Wie eine Sprecherin der Fluggesellschaft mitteilte, dürften rund 160 Abflüge betroffen sein. „Wir arbeiten momentan an einem Sonderflugplan, den Fluggäste schnellstmöglich auf unserer Internetseite einsehen können“, sagte eine Sprecherin der Lufthansa dem Tagesspiegel. Außerdem informiere die Fluggesellschaft Passagiere, die Ihre Kontaktdaten hinterlegt haben, wieder per SMS oder E-Mail über eventuelle Änderungen in ihrem Flugplan.

Auch Flüge von und nach Berlin gestrichen

Insgesamt sind den Angaben zufolge 13.500 Passagiere betroffen. Auch in Berlin fallen Flüge aus: Am Mittwochmorgen waren laut Flugplan 12 Verbindungen von München zum Flughafen Tegel und umgekehrt gestrichen.

Die rund 5400 Lufthansa-Piloten wollen mit dem neuerlichen Streik für die betriebsinternen Frührente kämpfen. Schon am vergangenen Freitag hatten die Lufthansa-Piloten ihre Arbeit am Frankfurter Flughafen für sechs Stunden niedergelegt. Die Lufthansa reagierte mit „völligem Unverständnis“ auf die Ankündigung eines erneuten Streiks am Mittwoch, wie eine Sprecherin sagte. Der Arbeitskampf treffe erneut unbeteiligte Fluggäste und sei gezielt auf das nahende Ferienende im Bundesland Bayern gerichtet. Die Lufthansa konzentriere sich nun darauf, die Passagiere bestmöglich zu informieren und zu betreuen.

Weiter Streit um Frührente

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte ihre Mitglieder zu dem Streik aufgerufen, da im Streit um die betriebsinterne Frührente der Piloten noch keine Einigung erzielt werden konnte. Die Lufthansa möchte das durchschnittliche Renteneintrittsalter von Piloten schrittweise von 55 auf 61 erhöhen. Die Vereinigung Cockpit lehnt das strikt ab. "Da das Lufthansa-Management bisher kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt hat, sehen wir uns zu diesen weiteren Maßnahmen gezwungen“, erklärte die Pilotengewerkschaft. Cockpit sei aber “jederzeit einigungsbereit“.

Auch eine Sprecherin der Lufthansa betonte gegenüber dem Tagesspiegel: „Wir sind natürlich gesprächs- und kompromissbereit.“ Tatsächlich saßen die beiden Konfliktparteien zuletzt vergangenen Monat an einem Verhandlungstisch. Cockpit habe die Verhandlungen damals abgebrochen, so die Lufthansa-Konzernsprecherin. Jörg Handwerg, Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, wirft der Lufthansa dagegen vor, eine „Blockadehaltung“ einzunehmen und auf Zeit zu spielen. Am Dienstagabend kündigte die Lufthansa ein konkretisiertes Angebot für Anfang kommender Woche an.

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