Wirtschaft : Ab 2008 neue Steuer auf Erbschaften

-

Berlin - Die große Koalition will die Wirtschaft bei der Unternehmenssteuerreform um zusätzliche rund 800 Millionen Euro entlasten – und einen Teil davon durch die Verschärfung der Abgeltungssteuer finanzieren. Entsprechende Pläne von Finanzpolitikern der Union und der SPD wurden am Dienstag in Koalitionskreisen bestätigt. Abstimmungen dazu sollen noch bis zum Ende der Woche erfolgen, damit noch offene Fragen von den Koalitionsspitzen bei deren Treffen am kommenden Montag beraten werden können.

Konkret geplant ist dabei, die mögliche Verrechnung von Gewinnen und Verlusten bei Kapitaleinkünften auch in Zukunft zu begrenzen. Der Gesetzentwurf sieht vor, dass Anleger ihre Gewinne – etwa aus Zinsen – in Zukunft mit Verlusten – etwa aus Veräußerungsgeschäften von Aktien – vor der Besteuerung mit dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent verrechnen können. Diese Verrechnungsmöglichkeit soll nun wieder aus dem Gesetzentwurf gestrichen werden. Die Finanzexperten der Koalition rechnen damit, dass dadurch jährlich rund 425 Millionen Euro mehr in die öffentlichen Kassen fließen.

Im gleichen Zug mit der Unternehmenssteuerreform und der Abgeltungssteuer will die Koalition am 25. Mai einen Entschließungsantrag zur Erbschaftssteuerreform verabschieden. Das kündigte der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Norbert Röttgen, am Dienstag an. Die Erbschaftssteuerreform soll im Herbst 2007 verabschiedet und dann Anfang 2008 parallel zur Unternehmenssteuerreform in Kraft treten. Der bereits vorliegende Gesetzentwurf, der Familienunternehmen nach 10-jähriger Fortführung ihres Betriebes von der Erbschaftssteuer befreit, soll ebenfalls im Herbst verabschiedet werden und rückwirkend zum Januar 2007 in Kraft treten.

Die konkrete Ausgestaltung der vom Bundesverfassungsgericht bis Ende 2008 verlangten Reform der Erbschaftssteuer ist noch offen. Röttgen bekräftigte jedoch erneut: „Wir wollen keine höheren Steuern.“ Beide Koalitionsparteien haben bereits angekündigt, durchschnittliche Einfamilienhäuser sollten auch in Zukunft steuerfrei bleiben. Die neuen Bewertungsregeln zur Besteuerung von Vermögen und Immobilien wollen die Länderfinanzminister bis zum Sommer gemeinsam festlegen. asi

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben