Wirtschaft : Ab April an der Börse?

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Die Deutsche Telekom plant den Börsengang ihrer Tochter T-Online für April. Das gehe jedenfalls aus Vorstandspapieren der Telekom hervor, meldet die "Financial Times". Der Wert des Unternehmens liege zwischen 15 und 17 Milliarden Euro, basierend auf einem Preis von 4,25 Euro pro Kunde. T-Online hat inzwischen über vier Millionen Teilnehmer in Deutschland. Bei der Telekom heißt es: "Wir haben noch keine Entscheidung des Vorstands über den Börsengang von T-Online." Also gebe es auch noch keinen Zeitplan.

Zum 1 . Januar 2000 wurde die T-Online-Betreibergesellschaft bereits in die T-Online International AG umgewandelt. Dies sei eine Vorbereitung, um im Falle eines Beschlusses schnell handeln zu können, sagte Telekom-Sprecher Hans Ehnert. Telekom-Chef Ron Sommer hatte wiederholt angekündigt, für mögliche Börsengänge der Töchter T-Online und T-Mobil kämen das Frühjahr und der Herbst in Frage, um nicht mit dem erwarteten Verkauf einer weiteren Tranche aus dem Aktienbesitz des Bundes in Konflikt zu geraten. Der Bund hält noch rund 66 Prozent der Telekom-Anteile. Seine Halteverpflichtung für diese Aktien endet im Juni.

Der Börsengang der Mobilfunkaktivitäten ist laut T-Mobil-Chef Kai Uwe Ricke für den Herbst dieses Jahres geplant. Eine Entscheidung bei der Muttergesellschaft sei aber noch nicht gefallen, sagte Ricke. Er kündigte eine Reihe von Preissenkungen bei T-Mobil (D1) an. Zunächst soll ab dem 21 . Januar ein Telefonat von D1 ins Festnetz am Wochenende (von Freitag 20 Uhr bis Sonntag 24 Uhr) nur noch 18 statt bisher 39 Pfennig pro Minute kosten. Vom 1 . Februar an sinken dann die Kosten für eine Gesprächsminute vom Festnetz ins D1-Netz um 50 Prozent auf 48 Pfennig.

Mit einem Neukundengewinn von rund 3,6 Millionen (plus 66 Prozent) habe T-Mobil im Jahr 1999 unter den vier Netzbetreibern am stärksten zugelegt. 9,1 Millionen Kunden hatte D1 zum Jahreswechsel. Allein im Dezember seien 800 000 Kunden gewonnen worden, sagte Ricke. Im Bereich der Vertragskunden sei es gelungen, den Rückstand zum Marktführer Mannesmann (D2) um fast zwei Drittel zu reduzieren. Hier wolle man 2000 zumindest gleich ziehen. Weiter sagte Ricke, der Kundenzuwachs führe trotz einer Senkung des D1-Preisniveaus um rund 20 Prozent zu einem "sehr erfreulichen Umsatz- und Ergebnisplus". Erste Zahlen zur Geschäftsentwicklung will die Telekom in der zweiten Januarhälfte vorlegen.

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