Wirtschaft : Aber noch keine Entscheidung über Börsengang

Die Deutsche Telekom wird ihre Tochter T-Online zum 1. Januar in eine Aktiengesellschaft umwandeln. Damit sei jedoch noch keine Entscheidung über den seit längerem erwogenen Gang an die Börse gefallen, sagte T-Online-Chef Wolfgang Keuntje am Mittwoch in Bonn. Die "Wirtschaftswoche" berichtete, die Telekom wolle ihre Tochtergesellschaft bereits im April an die Börse bringen. Dazu hieß es bei der Telekom: "Es gibt noch keinen Vorstandsbeschluss." Der Zeitplan sei noch offen. T-Online hat mittlerweile mehr als vier Millionen Kunden und ist der größte Online-Dienst in Deutschland und Europa. Damit sind seit Jahresbeginn mehr als 1,3 Millionen Neukunden hinzugekommen. AOL als stärkster Wettbewerber zählt in Deutschland etwas über eine Million Kunden.

Mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft wolle man die Rahmenbedingungen schaffen, um einen möglichen Beschluss des Telekom-Vorstands für eine Börsengang schnell umsetzen zu können, sagte Keuntje. Hintergrund für den Gang an die Börse sei die Expansionsstrategie der Telekom in diesem Geschäftsfeld. Dazu komme die Überlegung, dass man mit einem Börsengang eventuell benötigtes Kapital oder eine Akquisitionswährung erlangen könne. So können etwa Mobilfunkfirmen mit eigenen Mobilfunkaktien bezahlt werden.

Laut "Wirtschaftswoche" bereitet die Telekom den Börsengang mit etwas mehr als 30 Prozent der T-Online-Aktien gegenwärtig vor. Konzernchef Ron Sommer rechne mit mindestens fünf Milliarden Euro für seine Kasse. Analysten veranschlagen den Firmenwert von T-Online dem Magazin zufolge auf mindestens 15 Milliarden Euro.

Am 24. Januar 2000 stellt die Telekom ihre Aktien auf Namensaktien um. Damit werde ein Beschluss der Hauptversammlung vom Mai 1999 umgesetzt, teilte der Konzern mit. Die T-Aktie wird mit der neuen Wertpapierkennnummer 555 750 an allen deutschen Börsen gehandelt. Die Umstellung bedeutet, dass Name, Adresse, Berufsstand und Anzahl der Aktien eines jeden Anteilseigners in ein Aktienbuch eingetragen werden. Die Telekom kann so mit ihren Aktionären direkt in Kontakt treten. Diese sollen in den kommenden Tagen über die Depotbanken Informationen zur Umwandlung ihrer Wertpapiere erhalten.

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