Wirtschaft : Abfindung für HSH-Chef

Eigentümer wollen sich möglicherweise einigen

Hamburg - Die Eigentümer der angeschlagenen HSH Nordbank wollen sich einem „Focus“-Bericht zufolge möglicherweise einvernehmlich von Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher trennen. Das Magazin verweist auf einen internen Brief des Aufsichtsratsvorsitzenden Hilmar Kopper. Kopper habe an den Aufsichtsrat der Landesbank geschrieben. Er sei telefonisch von den Regierungschefs von Hamburg und Schleswig-Holstein gebeten worden, eine „einvernehmliche Trennung von Professor Nonnenmacher einzuleiten“. Details würden erst bekanntgegeben, „wenn eine für beide Seiten akzeptable und faire Lösung der vertraglichen Ansprüche gefunden ist und gleichzeitig ein Nachfolger benannt werden kann“.

Das Wort „einvernehmlich“ ist in diesem Zusammenhang brisant, denn es geht um eine ganze Menge Geld. Seitdem die Landesregierungen in der vergangenen Woche beschlossen haben, Nonnenmacher abzulösen, wird spekuliert, ob der Bankchef für den Rausschmiss eine Millionenabfindung fordern könnte. Verhindern können die Eigentümer diese Zahlung nur, wenn sie Nonnenmacher einen gravierenden Fehler nachweisen können – dann könnten sie ihn feuern und müssten sich nicht einigen.

Von der HSH Nordbank war zu der Frage keine Stellungnahme zu erhalten. Der Kieler  Regierungssprecher Knut Peters widersprach Koppers Darstellung in dem Bericht. Von einvernehmlich sei nicht die Rede gewesen. Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki sagte dem „Focus“: „Wenn eine fristlose Kündigung von vorneherein ausgeschlossen wird, dann ist das ein GAU für die Länder und die Aufklärung der Affäre.“   

 Nonnenmacher steht seit Monaten in der Kritik. Mehrere Staatsanwaltschaften ermitteln gegen ihn. Die Politik rechnet dem 47-Jährigen zwar an, dass er die angeschlagene Bank nach der schweren Finanzkrise wieder in ruhigeres Fahrwasser gebracht hat. Im Raum steht aber auch der Vorwurf, Nonnenmacher habe Mitarbeiter und Politiker durch die Sicherheitsfirma Prevent AG bespitzeln lassen.

Einem Zeitungsbericht zufolge sollen im November erste Prüfergebnisse der Finanzaufsichtsbehörde Bafin zur HSH Nordbank vorliegen. Auch von den Resultaten könnte abhängen, ob Nonnenmacher mehrere Millionen Euro erhält, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Finanzkreise und das Umfeld der Bank. Falls die noch laufenden Untersuchungen nichts Belastendes gegen Nonnenmacher zutage bringen, habe er Anspruch auf Auszahlung seines Vertrags. Der Vorstandschef beteuert, in keine der Affären bei der HSH persönlich verwickelt zu sein. dpa

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