Abgelehnt : Deutsche Bank ist Kirch-Vergleich zu teuer

Gut 800 Millionen Euro sollte die Deutsche Bank an die Erben des Medienunternehmers Leo Kirch zahlen, damit der Rechtsstreit um dessen Pleite ein Ende findet. Die Bedenken des Vorstands waren offenbar zu groß.

Seit zehn Jahren dauert der Rechtsstreit der Deutschen Bank mit Leo Kirch beziehungsweise seinen Erben.
Seit zehn Jahren dauert der Rechtsstreit der Deutschen Bank mit Leo Kirch beziehungsweise seinen Erben.Foto: dpa

Der Vergleich der Deutschen Bank mit den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch ist gescheitert. Der Vorstand des Instituts habe den Vorschlag nach intensiver Prüfung einvernehmlich abgelehnt, teilte das Geldhaus am Donnerstag mit.

Verhandlungskreisen zufolge sah der Vorschlag die Zahlung von gut 800 Millionen Euro vor. Damit wäre der zehnjährige Rechtsstreit beigelegt worden. Die Kirch-Familie macht die Bank für den Zusammenbruch des Medienimperiums verantwortlich.

Ebenfalls am Donnerstag lehnte das Oberlandesgericht München einen Befangenheitsantrag der Bank gegen die Richter im Kirch-Prozess ab. Das Befangenheitsgesuch sei unbegründet und werde zurückgewiesen, teilte das Gericht mit.

Die Anwälte der Bank hatten den Richtern vorgeworfen, ein bereits vorgefertigtes Bild zu haben und die Glaubwürdigkeit von Zeugen in Zweifel zu ziehen, deren Aussagen nicht ins Konzept gepasst hätten.

In dem spektakulären Verfahren hatte es im vergangenen Jahr etliche Zeugenaussagen von Prominenten geben, erstmals waren dort - wenige Wochen vor Kirchs Tod - auch Leo Kirch und Rolf Breuer vor Gericht aufeinandergetroffen.

Kirch hatte die Deutsche Bank und ihren damaligen Chef Breuer für den Zusammenbruch seines Konzerns verantwortlich gemacht. Die Bank hielt damals ein Springer-Aktien-Paket als Sicherheit für einen Kredit an eine Gesellschaft der Kirch-Gruppe.

Anfang der Woche hatte die Bank erstmals Vergleichsverhandlungen mit den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch bestätigt. Ein Sprecher des Instituts machte am Dienstag deutlich, dass die Gespräche der Hausjuristen mit der Führung der Bank abgestimmt gewesen seien.

Offenbar gab es große Bedenken gegen den Einigungsvorschlag in dem zehnjährigen Rechtsstreit "Man will das Thema zwar vom Tisch haben, aber nicht zu einem so hohen Preis", betonte ein Insider. Juristische Berater hätten Zweifel geäußert, ob ein solch teurer Vergleich Klagen anderer Aktionäre standhalten könnte. (dpa/rtr)

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