Wirtschaft : Abschied von Schröders Partnern

Auch Merkel will mehr Innovation, hat dafür aber ihr eigenes Gremium

Moritz Döbler

Berlin - Der siebte und letzte „Innovationsgipfel“ traf sich in der Zentrale des Berliner Traditionskonzerns Schering, der gerade seine Unabhängigkeit verliert. Der perfekte Ort für den Abschied sozusagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel übernahm den Dank an die „Partner für Innovation“, die ihr Vorgänger Gerhard Schröder vor gut zwei Jahren ins Leben gerufen hatte, am Donnerstag persönlich. Die rund 400 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik – längst nicht alle waren gekommen – sollten stolz sein, dass sie sich um das Gemeinwohl verdient gemacht hätten, sagte sie. „Dies war eine Initiative, die etwas Meinungsprägendes und Mentalitätsveränderndes zustande gebracht hat.“

Eigentlich widerspricht das Ende der „Partner für Innovation“ dem Koalitionsvertrag. Denn darin heißt es, die Initiative werde fortgesetzt und „unter besonderer Berücksichtigung innovativer mittelständischer Unternehmen“ weiterentwickelt. Das Thema wolle sie keineswegs zu den Akten legen, sondern auch auf europäischer Ebene vorantreiben, sagte die Kanzlerin. Doch mit ihrem neuen „Rat für Innovation und Wachstum“, der Ende Mai seine Arbeit aufnahm, wurden Schröders Partner eben überflüssig.

Viel zu bereden gab es beim letzten Treffen nicht mehr. Wie nach einer gymnasialen Projektwoche waren in der achten Etage des Schering-Gebäudes Stehtafeln aufgebaut, die von Erfolgen kündeten. Während Merkel schon zum nächsten Termin eilte, schritten die Politiker und Manager Nettigkeiten austauschend die Tafeln ab. „Sehr richtig, was Sie über Medizintechnik gesagt haben“, meinte Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer zum ehemaligen Schering-Vorstandsvorsitzenden Hubertus Erlen.

Manches Projekt hätte es wohl auch ohne die Partner gegeben: den „allwetterfähigen Rettungshubschrauber“ zum Beispiel, von dem ein buntes Modell zu bestaunen war, oder die Arbeit am „Krankenhaus der Zukunft“. Es bleibt nicht viel von den Partnern. Ein halbstaatlicher Fonds, der 260 Millionen Euro als Startkapital für Jungunternehmer bereithält, der unvergessene Slogan „Du bist Deutschland“ – und von Pierer. Er leitet das neue Gremium.

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