Wirtschaft : Abschreibungen

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Bei keinem der großen Bilanzskandale fehlte das Wort Abschreibungen. Wie aus heiterem Himmel, so schien es, brachen Milliarden schwere Lasten über den Unternehmen zusammen. Doch dahinter steckt ein einfacher Vorgang: Das Vermögen – von der Fabrikhalle bis zur Büroausstattung – muss bilanziert und alle Jahre wegen der Abnutzung neu bewertet werden. Bei Maschinen oder Gebäuden ist das meist kein Problem. Hohe Wertminderungen sind die Ausnahme. Probleme gibt es immer bei unerwartet großen Wertberichtigungen . Denn Abschreibungen stehen nicht nur auf dem Papier, sie vermindern den Gewinn. Kritisch wird es etwa, wenn ein Unternehmen Beteiligungen an anderen Firmen hält, deren Aktien an der Börse eingebrochen sind. Dann werden Abschreibungen auf Firmenwerte fällig. Schwierig ist es vor allem mit der Bewertung immaterieller Vermögensgegenstände, wie Software oder Filmrechte. Will keiner mehr die Computerprogramme kaufen und niemand mehr die Filme sehen, sind Abschreibungen fällig – zumeist in beträchtlicher Größenordnung. Eine typische Folge des NewEconomy-Booms. Die Zukunft wurde euphorisch eingeschätzt, Rechte oder Beteiligungen wurden völlig überteuert eingekauft. Deshalb schlägt sich heute noch so mancher mit Goodwill-Abschreibungen herum. Der Goodwill ist die Differenz zwischen tatsächlichem Wert und dem Kaufpreis eines Unternehmens. Und diese Differenz muss abgeschrieben werden. Tsp

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