Abspaltung : Cerberus bekommt den Zuschlag für Chrysler

Der US-Finanzinvestor Cerberus bekommt den Zuschlag für den Kauf einer 80-Prozent- Mehrheit am Autokonzern Chrysler. Der Preis für die Transaktion liegt bei 5,5 Milliarden, wobei maximal eine Milliarde direkt an Daimler fließt.

Stuttgart - Die Firma Cerberus übernimmt demnach einen Anteil von 80,1 Prozent, wie der bisherige Mutterkonzern Daimler-Chrysler. Der Gewinn der Konzernmutter für 2007 werde mit drei bis vier Milliarden Dollar belastet werden. Die Stuttgarter behalten an Chrysler einen Anteil von 19,9 Prozent. Statt Daimler-Chrysler AG solle das Unternehmen künftig nur noch Daimler AG heißen. Dies solle eine außerordentliche Hauptversammlung beschließen.

Die Struktur der Transaktion ist kompliziert. Von der Einlage von 5,5 Milliarden Euro, die Cerberus leistet, flößen 3,7 Milliarden in das Industriegeschäft und 800 Millionen in das Finanzdienstleistungsgeschäft, um die jeweilige Eigenkapitalquote zu stärken, hieß es weiter. Den Restbetrag von einer Milliarde Euro erhalte Daimler-Chrysler. Zugleich gewähre der bisherige Mutterkonzern der Chrysler Corporation ein Darlehen von 300 Millionen Euro. Das Industriegeschäft solle komplett schuldenfrei übergeben werden. Dies werde Daimler-Chrysler 1,2 Milliarden Euro kosten. Zusätzlich sollen langfristige Schulden von Chrysler abgelöst werden. Wichtig für die Stuttgarter ist, dass die hohen Pensions- und Gesundheitskosten bei dem US-Unternehmen verbleiben.

Die Transaktion soll zum dritten Quartal 2007 abgeschlossen werden. Die Deutschen hatten Chrysler nach dem Kauf 1998 aufwändig saniert, zuletzt gab es jedoch wieder hohe Verluste. Daher kündigte Daimler-Chrysler an, für Chrysler alle Optionen zu prüfen. Zuletzt hatte es noch geheißen, dass der Verkauf an ein Branchenunternehmen wahrscheinlicher sei als an einen Finanzinvestor. (tso/AFP)

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