Wirtschaft : Absturz von Consors belastet Berliner Effektengesellschaft

pet

Die Talfahrt des Nürnberger Discount-Brokers Consors hat auch die Berliner Effektengesellschaft erheblich belastet. Vor allem wegen erheblicher Wertberichtigungen und Abschreibungen auf Consors-Aktien hat der Berliner Konzern 2001 einen Verlust von 58,09 Millionen Euro ausgewiesen. Das gab die Effektengesellschaft am Freitag in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Gewinn von 50,14 Millionen Euro verbucht.

Der größte Börsenmakler an der Berliner Börse blickt auf ein wenig erfolgreiches Jahr zurück. Die allzu enge Bindung an den strauchelnden Discount-Broker Consors, der inzwischen Übernahmekandidat ist, hat bereits personelle Konsequenzen nach sich gezogen: Reto Francioni, der erst in der vergangenen Woche von seinem Amt als Consors-Vorstand zurückgetreten war, legte vor wenigen Tagen auch sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der Effektengesellschaft mit sofortiger Wirkung nieder. Kaum erfolgreicher als das Engagement bei Consors waren die Pläne der Effektengesellschaft, die Berliner Regionalbörse zu einem internationalen Börsenplatz aufzubauen.

Die Berliner Effektengesellschaft hält nach eigenen Angaben über ihre Tochter Berliner Freiverkehr AG, die Aktien handelt, 841 021 Consors-Papiere. Nach dem massiven Kursverfall der Aktie im vergangenen Jahr musste die Tochtergesellschaft die Consors-Anteile sowie eigene Aktien bis zum Marktwert abschreiben. Im vergangenen Jahr habe die Abschreibung allein auf die Consors-Anteile insgesamt 16,36 Millionen Euro betragen, teilte der Konzern mit.

Trotz eines schwierigen Marktumfeldes habe der Freiverkehr, eine 100-prozentige Tochter, einen operativen Gewinn von 2,89 Millionen Euro verbucht, teilte die Effektengesellschaft mit. Der Provisionsüberschuss sei um mehr als 60 Prozent auf gut neun Milionen Euro gesunken. Auch das Ergebnis aus Finanzgeschäften brach um mehr als 90 Prozent auf knapp fünf Millionen Euro dramatisch ein. Im Ergebnis des Gesamtkonzerns sind Wertberichtigungen und Abschreibungen auf Beteiligungen und eigene Anteile in Höhe von knapp 60 Millionen Euro enthalten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben