Wirtschaft : Abwasser größtes Messethema

"Envitec" in Düsseldorf eröffnet / Über 1000 Aussteller DÜSSELDORF (gih).Die "Envitec", die am Montag im Beisein von Umwelt-Staatssekretär Erhard Jauck eröffnet wurde, soll weltweit die größte Umweltmesse sein.Mit Sicherheit ist sie eine der ältesten, denn sie wurde bereits 1973 ins Leben gerufen.Die Teilnehmerzahl hat sich in den vergangenen 25 Jahren vervielfacht.Gekommen sind in diesem Jahr insgesamt 1158 Aussteller, davon 242 aus dem Ausland.Die Besucherzahl stieg ebenfalls, im vergangenen Jahr waren es über 50 000.Die Palette der vertretenen Branchen wird dominiert von den Wasseraufbereitern und Abwasserbehandlern (292 Aussteller), gefolgt von den Bereichen Luftreinhaltung (178), Meß-, Regel- und Analysesysteme (174) sowie Abfallbehandlung und Wertstoffrückgewinnung (164).Damit sind auch die Schwerpunkte der Entwicklungspotentiale für die Wirtschaft genannt.Beim Abwasser und der Wertstoffrückgewinnung, aber auch bei der Luftreinhaltung und der Abfallbehandlung hat Deutschland weltweit die schärfsten Gesetze, was die Unternehmen zu erheblichen Anstrengungen gezwungen hat, betonte Staatssekretär Jauck.Die geleistete Forschung sei nicht nur ein Vorteil für die Umwelt in Deutschland, sondern auch ein Exportvorteil gegenüber ausländischen Konkurrenten.Heino Martin, Präsident der Envitec und Sprecher der Geschäftsführung der Deutschen Babcock Anlagen GmbH, sieht die Realität aber nicht so rosig.Die Auftragseingänge deutscher Firmen müßten angesichts der Umweltprobleme im Ausland und des Technologievorsprungs Deutschlands größer sein, als sie sind.Faktisch schwanken jedoch die Ausfuhrquoten etwa der Bereiche Luftreinhaltung, Abwasser- und Abfallbehandlung zwischen 20 und 35 Prozent, während der gesamte Anlagen- und Maschinenbau Deutschlands eine Ausfuhrquote von 60 Prozent aufweist.Den meisten Staaten fehlten Gesetze und Kontrollsysteme, um Investitionen in den Umweltschutz umzusetzen und zu finanzieren, beklagte Martin.Er setzt seine Hoffnung in die Entwicklung europäischer Vorschriften.Einen Schritt dahin stellt die EU-Abwasserrichtlinie dar, die die Gemeinden zwingt, die dritte Reinigungsstufe (Phosphat- und Stickstoffabtrennung aus dem Abwasser) bis zum Jahr 2000 in großen und bis 2005 in kleinen Klärwerken einzubauen.Deutsche Firmen verfügten bereits über Verfahren, mit den Folgeprodukten, den Klärschlämmen fertigzuwerden.Deren Menge beträgt europaweit etwa sieben Millionen Tonnen Trockensubstanz, mit verbesserter Klärwerkstechnik werden es über zehn Millionen Tonnen sein.Thermische Verfahren, um aus diesen Substanzen Syntesegas für die Energiegewinnung herstellen, werden von deutschen Unternehmen bereits angeboten.

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