Wirtschaft : Abwehrstrategie mit Zahlen statt Werbung

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In der Übernahmeschlacht zwischen SanofiSythélabo und Aventis dominieren bisher die Anzeigen des Angreifers Sanofi. Wegen des Inhalts haben die Franzosen bereits eine Abmahnung vom deutschen Werberat erhalten. Aventis hält sich auffällig zurück. „Wir setzen mehr auf sachliche Information und versuchen unsere betriebswirtschaftlichen Stärken herauszustellen“, sagt ein Sprecher in der Zentrale des Konzerns in Straßburg. Rund 90 Prozent der Anteile lägen bei institutionellen Anlegern – Investmentfonds, Banken und Versicherungen beispielsweise – und die seien besser mit „seriöser“ Information als über Anzeigenkampagnen zu überzeugen. Dazu zählt der Sprecher Roadshows, Analystentreffen, große Interviews in der Presse und auch auf der Bilanzpressekonferenz an diesem Donnerstag in London werde sich Aventis klar positionieren.

Auch die Betriebsversammlung am Dienstag in Frankfurt (Main) wurde für die Öffentlichkeitsarbeit benutzt. So wurde beispielsweise die Presse ausdrücklich zugelassen. Meist müssen Journalisten bei Betriebsversammlungen vor der Tür bleiben. „Doch wir schließen auch Anzeigenkampagnen natürlich für die Zukunft nicht aus“, sagt der Aventis-Sprecher.

„Ob Aventis diese Strategie durchhält, muss sich noch zeigen“, sagt ein Sprecher des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) in Berlin. Gleichzeitig betont er aber: „Man kann den Fall Aventis nicht mit der Übernahmeschlacht zwischen Mannesmann und Vodafone vergleichen. Damals sollten vor allem die deutschen Aktionäre von Mannesmann angesprochen und zum Verkauf ihrer Aktien bewegt werden. Diesmal hat der Kampf eine mindestens europäische Dimension.“ dr

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