Wirtschaft : Achterbahn-Aktien kosten 68 bis 75 DM

"Das Börsenereignis des Jahres" / Unternehmen rechnet mit 20 Mill.DM

FRANKFURT (MAIN) (oe).Nach der erfolgreichen Plazierung der Lufthansa-Aktie steht nun das "eigentliche Börsenereignis des Jahres" bevor.Davon jedenfalls sind die Väter der Comicfigur "Werner" überzeugt, die sich durch den Börsengang ihrer Achterbahn AG aus Kiel nicht nur rund 20 Mill.DM frisches Kapital beschaffen, sondern gleichzeitig noch den Bekanntheitsgrad der "Kultfigur" erhöhen wollen. "Werner kennt heute schon jedes Kind", meinte zwar Achterbahn-Chef Jens Nieswand, doch mit einem dritten Spielfilm, mehr eigenen T-Shirts und anderen Werbeartikeln sowie dem Schritt über die Grenzen soll der Spaß noch mehr Menschen "zugänglich" gemacht werden - und der Achterbahn AG satte Erlöse in die Kassen spülen.12 bis 13 Mill.DM wird der neue Film kosten, den Werner-Erfinder Rötger Feldmann bis 1999 auf die Beine stellen will. Und wenn der dritte Film so einschlägt wie seine beiden Vorgänger, die 1990 und 1996 jeweils mehr als fünf Millionen Menschen in die Kinos zogen, dann geht der Umsatz der Achterbahn AG steil bergauf: von 8,5 Mill.DM im vergangenen Jahr und 9 Mill.im kommenden auf knapp 30 Mill.DM im Erscheinungsjahr 1999.Entsprechend die Gewinnprognosen: Nach einem steuerlichen Verlust in diesem Jahr aufgrund der Kosten für die Börseneinführung, sollen 1998 knapp 2 Mill.DM und 1999 dann 7 Mill.DM als ordentliches Unternehmensergebnis erzielt werden.An die Aktionäre sollen jeweils 80 Prozent des Gewinns ausgeschüttet werden. Das nötige Kleingeld für die dreiteilige "Strategie" (Werner-Film, Verkaufsartikel und ausländische Werner-Bücher) sollen Kleinanleger, aber auch institutionelle Börsenprofis beisteuern.Bis zum 19.Oktober können rund 280 000 Aktien gezeichnet werden, die Preisspanne wurde auf 68 bis 75 DM festgelegt.Werner-Freunde müssen dafür allerdings schon 100 Stück als Mindestanlage zeichnen, doch das ist nach Ansicht von Holger Timm von der Berliner Freiverkehr AG auch für Kleinanleger nicht zuviel verlangt.Der Berliner Börsianer geht ohnehin davon aus, daß die "W-Aktie" überzeichnet sein und auch nach dem Börsenstart am 21.Oktober in Berlin "so richtig kesseln" wird. Für die (geschätzt) rund 70 Millionen Bundesbürger, die "Werner" noch nicht näher kennen, hatten die Achterbahn-Männer noch einige Informationen parat: Vor 16 Jahren wurde die Comicfigur von Rötger Feldmann erfunden.Inzwischen sind neun Werner-Original-Bände erschienen.Die beiden Werner-Spielfilme ("Beinhart" und "Das muss kesseln") waren sowohl im Kino als auch auf Video erfolgreich.

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