Wirtschaft : Ackermann baut seine Position aus

Daniel Rhee-Piening

Über die Zukunft von Thomas Fischer ist seit mehr als einer Woche heftig spekuliert worden. Nun wird der Deutsche-Bank-Vorstand offenbar seinen Rücktritt einreichen. Er hat sich den Vorstellungen des designierten Chefs des Konzerns, Josef Ackermann, gebeugt und den Machtkampft verloren gegeben. Die zuletzt in die Öffentlichkeit lancierten Meldungen, Fischer drohe mit Rücktritt, falls die Deutsche Bank ihren Firmensitz von Frankfurt nach London verlegen sollte, dienten wohl eher der Reputation des Obersten Risikomanagers. Fakt ist, Fischers Verantwortungs- und Einflussbereich verliert nach Einführung der von Ackermann angestrebten neuen Führungsstruktur an Gewicht. Nun ist es nichts Ehrenrühriges, seine Position aufzugeben, wenn man sich mit einer neuen Führung nicht einig werden kann. Für die Deutsche Bank hat der Rücktritt aber eine andere Qualität. Die Form der Auseinandersetzung ist immer noch ungewohnt. Die Deutsche Bank war dafür bekannt, auch heikle Fragen zunächst diskret in den Führungsetagen zu klären, bevor man der Öffentlichkeit das Ergebnis vorstellte. Doch derzeit scheinen die Auseinandersetzungen so heftig zu sein, dass sie nicht mehr unter der Decke zu halten sind. Sie zeigen, wie schwer es Ackermann fällt, seine Vorstellungen von Führung durchzusetzen, und nähren zunächst Zweifel an seiner Stärke. Doch offenbar genießt er nicht nur die Unterstützung des derzeitigen Aufsichtsratsvorsitzenden, Hilmar Kopper, sondern hat jetzt auch dessen Nachfolger Rolf Breuer hinter sich gebracht. Schließlich hat sich Ackermann durchgesetzt. Dies wiederum zeigt, mit welch starkem Mann an der Spitze die Deutsche Bank in die Zukunft startet.

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