Wirtschaft : Ackermann übertrifft sich selbst

Deutsche Bank mit Rekordgewinn

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank ist nicht zu bremsen. Die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres waren die erfolgreichsten in der Geschichte des Instituts. Getrieben von steigenden Erträgen im Investmentbanking erwirtschaftete das Institut im ersten Quartal einen Rekordüberschuss von 2,12 Milliarden Euro und damit 29 Prozent mehr als im starken ersten Quartal 2006. Damit übertraf die Bank die Erwartungen der Analysten um rund 360 Millionen Euro. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern stieg von 40 auf 41 Prozent und lag erneut deutlich über dem langfristigen Ziel von 25 Prozent, das Konzernchef Josef Ackermann ausgegeben hat.

Die nationale Konkurrenz lässt Ackermann weit zurück. Die Commerzbank kommt als zweitgrößtes Institut auf einen Quartalsgewinn von 590 Millionen Euro, die Dresdner Bank verdiente nach gestern veröffentlichten Zahlen 612 Millionen Euro.

Bei der Deutschen Bank sind die Aussichten für ein weiteres Rekordjahr gut. „Die Deutsche Bank ist hervorragend positioniert, um auch weiter profitabel zu wachsen. Das Ergebnis unterstreicht die Stärke und Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells“, sagte Ackermann. Analysten erwarten, dass die Bank schon 2007 das eigentlich erst für 2008 angepeilte Jahresergebnis von 8,4 Milliarden Euro vor Steuern erreicht. 3,2 Milliarden hat sie dazu schon im ersten Quartal beigetragen.

Erfolgreichster Geschäftszweig war das Investmentbanking. Im Handel mit Wertpapieren verbuchte die Bank Rekorderträge in Höhe von 3,4 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern der Sparte lag bei 2,4 Milliarden Euro – elf Prozent mehr als im Vorjahresquartal.

Schwächer als erwartet liefen dagegen die Geschäfte in den Bereichen Privatkunden und Vermögensverwaltung, wo der Gewinn um drei beziehungsweise um 19 Prozent sank. Im Privatkundengeschäft belasteten die Expansion in Asien und Polen sowie die Integrationskosten für die Neuerwerbungen Berliner Bank und Norisbank das Ergebnis.

Die Deutsche Bank hatte die Berliner Bank im vergangenen Jahr für rund 680 Millionen Euro von der Bankgesellschaft Berlin gekauft. Im ersten Quartal wurden die Ergebnisse der Berliner Bank erst mals eingerechnet. Konkrete Angaben machte die Deutsche Bank nicht. „Es läuft aber besser als erwartet“, sagte ein Sprecher. Zusammen mit der Norisbank bezifferte er die Erträge im ersten Quartal auf rund 100 Millionen Euro. Dem stünden Aufwendungen in ähnlicher Größenordnung gegenüber.

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