Wirtschaft : ADAC: BMW ist die beste Automarke

Bei der neuen Studie Auto-Marxx fällt Mercedes auf Platz drei zurück, die Qualität von Toyota und Porsche lässt nach

Alfons Frese

Berlin - BMW hat Mercedes an der Spitze der besten Automarken abgelöst, deutlich zurückgefallen in der Tabelle ist Toyota. Das sind die wichtigsten Ergebnisse des aktuellen ADAC-Auto-Marxx, der zweimal im Jahr Aufschluss gibt über Image und Leistung der Automarken im deutschen Markt. Unter anderem werden dabei die vom ADAC betreuten und nicht vom Fahrer verursachten Pannen ausgewertet; das waren im vergangenen Jahr rund 300000.

Toyota, berühmt für seine „Pannensicherheit“, fällt in dieser Disziplin zurück. „Bei neuen Fahrzeugen ist Toyota längst nicht mehr das Maß der Dinge“, schreibt Ferdinand Dudenhöffer, dessen Marktforschungsinstitut CAR im Auftrag des ADAC den Auto-Marxx erstellt. „Toyota ist nicht unverwundbar.“ Zum Beweis führt Dudenhöffer vier Rückrufaktionen an, mit denen die Japaner in den vergangenen sechs Monaten mehr als eine Million Fahrzeuge in die Werkstätten holten.

Der Aufstieg von BMW wird in der Studie unter anderem mit der schwächeren Performance von Mercedes-Benz erklärt. Die Stuttgarter sind derzeit dabei, mit großem Aufwand ihre Qualitätsprobleme in den Griff zu bekommen, und haben dazu unter anderem 1,3 Millionen Autos zurückgerufen. Solche Probleme hat BMW nicht. Im Gegenteil, der Absatz läuft hervorragend, neue Techniktrends (Dudenhöffer nennt beispielhaft den Notlaufreifen) und eine „deutliche Verbesserung der Werbewirkung bei BMW gegenüber einer Verschlechterung bei Mercedes haben zum Wechsel an der Tabellenspitze geführt“. Alle deutschen Marken sind in der Tabelle gut platziert. Zuletzt verbesserte sich vor allem Opel und hat nach Einschätzung Dudenhöffers „gute Chancen, Honda vom Platz sieben zu verdrängen“. Immer schlechter sieht es dagegen für Fiat aus. Die Italiener haben laut Auto-Marxx einen „schweren Weg“ vor sich. Was die Pannenhäufigkeit anbelangt, liegen Audi, BMW und Mercedes bei Neuwagen, die nicht älter als ein Jahr sind, inzwischen deutlich und VW immerhin auch noch knapp vor Toyota. Je älter die Fahrzeuge, „umso stärker ist tendenziell die Qualitäts-Position von Toyota“, hat Dudenhöffer beobachtet.

Im Umkehrschluss bedeutet das für die deutschen Hersteller, dass sie „im Alterungsprozess der neuen Fahrzeugjahrgänge an Stärke gewinnen“. Die deutschen Konzerne hätte ihre „Qualitäts-Lektion“ gelernt.

Dabei gibt es eine schlechte Nachricht für Porsche. Bereits seit vier Jahren sinken die Rest- oder Wiederverkaufswerte der Sportwagen. Auch in der Pannenstatistik verschlechterte sich Porsche 2004 und kommt zum Beispiel bei Neuwagen (bis zu einem Jahr alt) auf schlechtere Werte als etwa Opel oder Citroën. Der Auto-Marxx verweist ferner auf eine aktuelle US-Studie, die Porsche wegen technischer Probleme auf Platz 32 setzt – von 36 Automarken. Dudenhöffer erklärt die Schwäche mit dem neuen Geländewagen Cayenne, der in Bratislava und Leipzig gebaut wird. „Die Strategie von Porsche, mit dem Cayenne höhere Verkaufszahlen zu erreichen, hat nicht nur Vorteile.“

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