Wirtschaft : ADAC: Mit zwei Schutzengeln fährt es sich besser

Daniel Rhee-Piening

Der ADAC mit seinen mehr als 14 Millionen Mitgliedern ist weit mehr als nur der größte europäische Automobilclub. Man kann ihn getrost auch als Versicherungsunternehmen oder als Reiseveranstalter bezeichnen. Doch der ADAC gibt sich in der Öffentlichkeit den Anstrich eines Clubs, der den Mitgliedern besondere Leistungen bietet. Dafür wird in der Clubzeitung geworden, darüber wird dort in Reportagen berichtet, und die ADAC-Mitglieder erhalten natürlich Informationsmaterial von ihrem Club. Seit der Privatisierung der Notrufsäulen an den deutschen Autobahnen haben die Autolobbyisten aus München ernstzunehmende Konkurrenten. Gegen den erbitterten Widerstand des ADAC ist dort nämlich die deutsche Versicherungswirtschaft zum Zuge gekommen. Der ADAC läßt seither nichts unversucht, die Wettbewerber wieder aus dem Geschäft zu drängen. Der Club ist bemüht, sich als uneigennützig darzustellen. Der Assekurranz wird dagegen unterstellt, sie wolle den Autofahrern an den Geldbeutel. Doch die Gegenseite läßt sich nicht verjagen. Nachdem die Versicherer den Münchnern bereits mit eigenen Schutzbriefen zugesetzt haben, wollen sie jetzt Silberne Engel in Konkurrenz zu den Gelben Engeln auf die Straßen schicken und dem Autofahrer bei Pannen helfen. Nun lädt der ADAC-Präsident zu einem Spitzengespräch, um die Konkurrenz in Zaum zu halten. Es fragt sich nur, was der Autofahrer davon hat, wenn sich die Großen einigen sollten? Wer die Wahl hat zwischen zwei Schutzengeln fährt sicherer und bekommt mitunter sogar noch mehr Wünsche erfüllt.

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