ADAC : Präsidium nutzte Rettungshubschrauber für Dienstreisen

Der ADAC kommt nicht aus den Schlagzeilen: Wie der „Stern“ berichtet, nutzten offenbar Mitglieder des Präsidiums Rettungshubschrauber für Dienstreisen. Der Club bestätigt dies – und zeigt kein Schuldbewusstsein.

ADAC-Rettungshubschrauber.
ADAC-Rettungshubschrauber.Foto: dpa

Nach dem Skandal beim „Gelben Engel“ hat der ADAC jetzt sein nächstes Problem: Offenbar haben Mitglieder des Präsidiums die gelben ADAC-Rettungshubschrauber auch mehrfach für Dienstreisen zweckentfremdet. Der Autoclub hat den Bericht des „Stern“ bestätigt, zeigt sich aber wenig schuldbewusst: Solche Flüge seien innerhalb der vergangenen zehn Jahre „weniger als 30 Mal“ vorgekommen, hieß es. Konkret bestätigte der Club demnach mehrere dienstliche Flüge des Vereinspräsidenten Peter Meyer innerhalb eines Tages im Sommer 2003.

Die Rettungshubschrauber gehören zur gemeinnützigen ADAC-Luftrettung. Sie werden laut „Stern“ aus Bundesmitteln, Krankenkassenbeiträgen, von den ADAC-Mitgliedern und durch Spenden finanziert.

Der Autoclub teilte dem Magazin mit, die Mitglieder seines Präsidiums seien „als offizielle Organe dazu berechtigt, für dienstliche Anlässe bei Verfügbarkeit ausschließlich auf Reservemaschinen der Luftrettung zurückzugreifen“. Wenn die Hubschrauber anders als für den Rettungsdienst verwendet würden, „tun wir dies im Rahmen unserer unternehmerischen Verantwortung zur Senkung unserer Fixkosten“.

Der Verband der Ersatzkassen ist alarmiert

Wie der „Stern“ schreibt, sieht man das beim Verband der Ersatzkassen (VdEK) etwas  kritischer. Der VdEK verhandelt bundesweit immer wieder mit dem ADAC über die Kosten von Rettungsflügen. Auf Flüge des Präsidiums mit Rettungshubschraubern habe man „in der Vergangenheit keinen Hinweis“ gehabt, sagte eine Sprecherin dem Magazin. Nun sei man alarmiert: "Der ADAC darf in den Verhandlungen über Erstattungsbeiträge nur die Kosten geltend machen, die für Rettungsflüge anfallen, wie Kosten für die Ärzte, Wartung, Sprit. Alles andere wäre unstatthaft."

Der ADAC steht bereits wegen Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ in der Kritik. Kommunikationschef Michael Ramstetter hatte gestanden, bei der Leserwahl zum Lieblingsauto der Deutschen die Teilnehmerzahlen verzehnfacht zu haben. Seine Posten legte er nach Bekanntwerden des Skandals nieder – zuvor aber hatte der ADAC die Vorwürfe zunächst vehement bestritten. Tsp

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